Spanien: Der Bau der Pajares-Verbindung (León - Asturien) wird fortgesetzt


Von den Massnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie waren in Spanien auch die Bauarbeiten an den neuen Hochgeschwindigkeits- und Verbindungsstrecken betroffen, die zeitweise eingestellt werden mussten. Seit Mitte März wurden zudem keine neuen Bauaufträge mehr vergeben, da die weiteren Planungen in Frage gestellt waren. Ende Mai 2020 hat das Infrastrukturunternehmen Adif Alta Velocidad nun die Bauarbeiten an der Pajares-Verbindung zwischen León und Asturien wieder aufgenommen.




Kernstück dieser seit über zwanzig Jahren in Planung und Bau befindlichen Verbindung sind die beiden parallelen Röhren des ca. 25 km langen Pajares-Tunnels. Adif AV erteilte der Baufirma Civis Global den Auftrag, die Nord- und Südportale der beiden Pajares-Tunnel sowie des zugehörigen Buiza-Stollens hinsichtlich der erforderlichen Not- und Rettungsausgänge sowie weiterer betrieblicher Installationen fertig zu stellen. Die jetzt vergebenen Arbeiten mit einem Auftragswert von 10,3 Mio. EUR sollen in ca. 10 Monaten abgeschlossen sein.
Im Außenbereich des in Asturien gelegenen Nordportals wird zum Brandschutz für die Tunnel von Pajares und Los Pontones eine Wasserpumpstation errichtet, dazu Betriebsstrassen und elektrische sowie Wasserversorgungsleitungen, ein Hubschrauberlandeplatz für mögliche Rettungseinsätze und weitere betriebliche Anlagen. Auf der in der Provinz León gelegenen Südseite des Pajares-Tunnels wird ebenfalls eine Wasserpumpstation für Löschwasser gebaut und die gleichen Rettungseinrichtungen wie auf der Nordseite.
Die 49 Kilometer lange Pajares-Neubaustrecke wird sowohl dem Hochgeschwindigkeits- wie auch dem Güterverkehr zwischen León und Asturien dienen und nach der Fertigstellung den Bahnunternehmen und den Reisenden große Vorteile bieten. Zu diesem Zweck werden in einer ersten Phase die beiden 24,6 Kilometer langen Basistunnel gleichzeitig in Betrieb genommen, mit einem Dreischienengleis in dem östlichen Tunnel und einem Gleis in iberischer Spurweite mit Mehrzweckschwellen in dem westlichen Tunnel, wodurch ein gleichzeitiger Betrieb von Hochgeschwindigkeits- und Güterzügen ermöglicht wird. Die bisher 83 km lange Strecke über den Pajares-Pass wird durch die Neubaustrecke um 33 km gekürzt, so dass die Reisen zwischen León und Oviedo bzw. Gijón deutlich schneller sein können.
Die Bauarbeiten der Neubaustrecke von Pajares haben bisher finanzielle Hilfen der EU in Höhe von insgesamt 521,5 Mio. EUR erhalten. Dabei wurden im Zeitraum 2007-2013 die Neubaustreckenabschnitte zwischen La Robla und dem Pajares-Tunnel sowie zwischen dem Pajares-Tunnel und Pola de Lena mit 126,4 Mio. EUR aus Mitteln des europäischen Kohäsionsfonds FEDER finanziert. Wegen technischer Schwierigkeiten und unerwarteter geologischer Probleme beim Tunnelbau war der Zeitplan schon vor Beginn der COVID-19-Epidemie in Verzug geraten. Die zuletzt für 2020 geplante Eröffnung der Neubaustrecke ist somit derzeit nicht absehbar.
Die Fotos zeigen den Bahnhof Pola de Lena, das Nordportal der Neubaustrecke sowie Streckenaufnahmen der in Zukunft nicht mehr genutzten Altbaustrecke La Robla - Pola de Lena.
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Quellen Adif AV, iLeón, Voz de Asturias




