Frankreich: Wiederbelebung der Verbindung Bordeaux - Lyon kommt in Fahrt


Archivfotos Rüdiger Lüders.
Die genossenschaftlich organisierte französische Bahngesellschaft Railcoop hat jetzt Pläne für die Betriebsaufnahme der Querverbindung Bordeaux - Lyon über Périgueux - Limoges - Guéret - Montluçon vorgestellt. Mit der Öffnung des Marktes für den Schienenpersonenverkehr in Frankreich ab Ende 2020 sieht die Genossenschaft auf dieser Strecke eine Möglichkeit, um im Wettbewerb zur SNCF eine attraktive Reisezugverbindung anzubieten.

Grafik Railcoop.
Über erste Pläne dazu hatte der LOK Report bereits im März berichtet. Seit der Einstellung der letzten "Intercités" auf dieser Linie vor acht Jahren, hatte die SNCF für Reisen zwischen Bordeaux und Lyon nur die Fahrt mit TGV-Zügen über Paris angeboten, was einen enormen Umweg bedeutete.
Railcoop will die beiden Städte nun mit konventionellen Zügen auf der direkten Strecke über Limoges und Montluçon verbinden, wofür eine Reisezeit von weniger als sieben Stunden mit zahlreichen Unterwegshalten vorgesehen ist. Dies entspricht der Reisezeit der legendären "Turbotrains", die vor 20 Jahren noch auf der Strecke verkehrten. Eine Studie der Beratungsgesellschaft SYSTRA hat für diesen Plan bereits die Wirtschaftlichkeit bestätigt, wobei man von 690.000 Fahrgästen jährlich auf der Strecke Bordeaux - Lyon ausgeht.


Die Geschäftsführerin von Railcoop, Alexandra Debaisieux erklärte auf Anfrage, dass die Eisenbahn auf dieser Strecke technisch "fahrbar", d.h. in gutem Zustand ist, mit Ausnahme eines kleinen Abschnitts, der eine Aufarbeitung erfordert. Es wurden bereits Kontakte mit dem Zughersteller Alstom geknüpft und vereinbart, moderne Triebzüge vom Typ Régiolis zu mieten, um den Reisezugverkehr aufnehmen zu können. Sofern alle Vorbereitungen planmässig verlaufen, rechnet Railcoop mit einer Betriebsaufnahme im Jahr 2022. Im Städtchen Guéret, das sich etwa auf halber Strecke befindet, könnte die Logistikbasis eingerichtet werden, in der die Zugpersonale beheimatet sind. Das würde die Schaffung von 40 Arbeitsplätzen in dieser wirtschaftsschwachen Region bedeuten.
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