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Dienstag, 16 Juni 2020 08:27

Tschechien: Die traditionelle Verbindung Berlin - Prag - Wien "Vindobona" kehrt zurück

railjet cdrailj
Fotos České dráhy.

Nach einer mehrjährigen Pause kehrt am Dienstag, 16. Juni, die traditionelle Direktverbindung zwischen Berlin, Prag und Wien unter dem Namen Vindobona auf das tschechische Netz zurück. Der neue Zug wird in Österreich bis Graz verkehren und eine Direktverbindung ohne Umsteigen von Brünn nach Dresden und Berlin oder von Ústí nad Labem nach Wien und in die steirische Hauptstadt bieten.

"In Zusammenarbeit mit unseren Partnern von der ÖBB in Österreich und der DB in Deutschland ist es uns gelungen, die Erneuerung der traditionellen Direktverbindung unserer Metropolen auszuhandeln. Die Tschechischen Bahnen České dráhy, a.s. hatten die Aufgabe, ein Set für das gesamte Projekt bereitzustellen. Es handelt sich um den Einsatz einer Railjet-Einheit, die mit diesem Zug eine Strecke von fast 1.000 Kilometern zurücklegen und den Fahrgästen ein komfortables und schnelles Reisen bieten wird. Er wird nun die Strecke zwischen Berlin und Wien in etwa 8,5 Stunden zurücklegen und unseren Bürgern auch eine direkte und bequeme Verbindung ohne Umsteigen bieten, zum Beispiel von Brünn nach Berlin in 7,4 Stunden oder von Ústí nad Labem nach Wien in 5,5 Stunden," sagt Václav Nebeský, Generaldirektor der Tschechischen Bahnen, und fügt hinzu: "Unsere sieben Sets werden nun nicht nur nach Österreich und in die Slowakei, sondern auch nach Deutschland fahren. Unsere Entscheidung, bis zu 20 weitere moderne Fernverkehrszüge anzuschaffen, ist der nächste logische Schritt, um Prags schnelle und komfortable Bahnverbindung mit europäischen Städten anzubieten und weiter auszubauen. "

Der erneuerte Vindobona wird am Dienstag, 16. Juni, zum ersten Mal auf ihrer gesamten geplanten Strecke von Berlin und Graz aus starten. Von Berlin aus bietet er die erste Morgenverbindung nach Prag, Wien und Graz, die um 6.17 Uhr abfährt. Er wird um 10.31 Uhr in Prag, um 14.49 Uhr in Wien und um 17.33 Uhr in Graz ankommen. In umgekehrter Richtung wird es die letzte Verbindung nach Berlin sein. Der Zug verlässt Graz um 10.26 Uhr, Wien um 13.10 Uhr, verlässt den Prager Hauptbahnhof um 17.32 Uhr und kommt am Berliner Hauptbahnhof um 21.54 Uhr an.

Der Zug wird auch neue Möglichkeiten für schnelles und bequemes Reisen ohne Umsteigen bieten, zum Beispiel von Brünn nach Dresden (5 Stunden) und Berlin (7 Stunden) oder von Ústí nad Labem nach Brünn oder Österreich (4 Stunden nach Brünn, 5 Stunden nach Wien, nach Graz 8 ¼ Stunden).

"Neben der schnellen und direkten Verbindung mehrerer wichtiger Wirtschaftszentren unserer Republik mit Deutschland und Österreich wird das erneuerte Vindobona von Berlin nach Wien und Graz auch einen hohen Reise- und Dienstleistungsstandard bieten. Dazu gehören klimatisierter Innenraum, Restaurantwagen, Speisenausgabe für die Fahrgäste, Business Class für die anspruchsvollsten Kunden, Plätze für Rollstuhlfahrer und Fahrgäste mit Kindern, für die es ein Kinderkino gibt, Stauraum für Kinderwagen oder Wickeltisch, Wi-Fi und viele andere Dienstleistungen. Railjets öffnen somit die Tür nach Europa für die Tschechische Bahn und unsere Fahrgäste", sagt Jiří. Ješeta, stellvertretender Generaldirektor der Tschechischen Bahnen, über die Erneuerung der Verbindung Berlin - Prag - Wien.

Vindobona: Tradition seit 1957

Die Schnellverbindungen zwischen Prag, Berlin und Wien wurden 1957 von der Eisenbahn eingeführt. Der Zug hatte den Charakter des westeuropäischen TransEuropExpress-Netzes, obwohl er in Osteuropa nicht die Geschwindigkeit und den Komfort erreichen konnte, die westlich der Tschechoslowakei üblich waren. Dennoch war er im Vergleich zu anderen Verbindungen wesentlich schneller und bequemer.

Von den Anfängen bis 1979 wechselte der Vindobona zwischen Triebfahrzeugen der ČSD, der DR und der ÖBB, wie den legendären deutschen "Fliegenden Zügen", dem österreichischen "Blauen Blitz", GANZ-Einheiten in den Farben der ČSD oder den Zügen M 296.1 von Vagonka Studénka (Škoda Vagonka). Die eigentliche Legende waren die eleganten DR-Sets der Baureihe SVT 175, die 1979 die Vindobona-Ära der Triebzüge beendeten. Seit 1979 verkehrt der Zug mit klassische Schnellzugwagen.

Von seiner Einführung im Jahr 1957 bis Anfang der 1990er Jahre fuhr der Vindobona auf der Strecke Berlin - Dresden - Prag - Tábor - České Velenice - Wien. Die gesamte Strecke, die etwa 735 Kilometer lang ist, legte er mehrere Jahrzehnte in etwa 12 Stunden zurück. Im Jahre 1992 wurde sie zwischen Prag und Wien auf die Strecke über Havlíčkův Brod und Brn und später mit der fortschreitenden Modernisierung des 1. Eisenbahnkorridors über Pardubice und Česká Třebová verlegt. Zu dieser Zeit begann sich auch die Reisezeit des Vindobona deutlich zu verkürzen.

Seit Anfang der 1990er Jahre wurde er aus modernen Komfortwagen zusammengestellt, und seit 1993 ist er einer unserer ersten Züge im europäischen Komfortnetz EuroCity. In den folgenden Jahren wurde die Vindobona-Strecke bis nach Hamburg oder Villach verlängert. Im Jahr 2014 wurde mit dem Einsatz von Railjet-Zügen auf der Strecke Prag - Wien - Graz der Betrieb des Direktzuges Vindobona auf der Strecke Berlin - Prag - Wien eingestellt.

Im vergangenen Jahr kehrten die Tschechischen Bahnen bei der Umbenennung der Fernverkehrsstrecken zum traditionellen Namen Vindobona zurück. Seit dem Fahrplan 2019 werden die Verbindungen zwischen Prag und Wien in Vindobona umbenannt, und in diesem Sommer werden die traditionellen Verbindungen zwischen Berlin, Prag und Wien unter diesem Namen auf die Gleise zurückkehren.

WKZ, Quelle České dráhy

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