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Mittwoch, 24 Juni 2020 10:24

Frankreich: Hohe Temperaturen können zu Geschwindigkeitsbegrenzungen führen

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Fotos SNCF.

Hohe Temperaturen können Züge und das Schienennetz beeinträchtigen. Die SNCF hat angekündigt, möglicherweise die Fahrgeschwindigkeiten anpassen zu müssen. In den Bahnhöfen wird das Personal darauf vorbereitet, den Komfort und die Information der Fahrgäste zu verbessern, insbesondere durch die Verteilung von Mineralwasser.

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Fotos SNCF/Maxime Huriez.

Eine Hitzewelle ist ein lang anhaltendes Phänomen, das durch eine Tagestemperatur, die höher als normal ist, und niedrige Temperaturunterschiede an mindestens drei aufeinander folgenden Tagen definiert ist. Da Episoden intensiver Hitze in den letzten Jahren immer häufiger geworden sind, hat die SNCF dieses Risiko in ihren Fahrplan aufgenommen und setzt bestimmte Maßnahmen um, um die Folgen für die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Fahrgäste zu begrenzen.

Beispielsweise bringt Météo France im Falle großer Hitze eine Warnmeldung heraus, wenn die Temperatur 35°C übersteigt. Dieser Wetteralarm wird dann innerhalb der betroffenen Regionen mögliche Auswirkungen auf den Verkehr haben.

Wasserversorgung

Im Jahr 2019 wurden während des Sommers 3 Millionen Flaschen Wasser an die Passagiere verteilt.

Im Jahr 2020 sind die verfügbaren Bestände wie folgt:
• 500.000 50cl-Wasserflaschen (verteilt auf 150 Stationen)
• 100.000 Essenspakete (verteilt auf 100 Stationen)
• 65.000 Snack-Boxen (verteilt auf 50 Stationen)

Bei einem Zugstillstand wird die Vorrichtung Distrib'Bar aktiviert: eine Verteilung von alkoholfreien Getränken an der Bar des Zuges wird mit einer Verzögerung von einer Stunde organisiert, wenn die Klimaanlage ausgeschaltet ist, und nach zwei Stunden, wenn die Klimaanlage eingeschaltet ist.

Zugvorbereitung

Am Vorabend der großen Reisewelle steigt die Aktivität der Technischen Zentren für Instandhaltung um 20%. Dann wird ein spezielles System mit einer Verstärkung der Teams an den Wochenenden eingeführt.

Für die gesamte Flotte wird zudem jedes Jahr vor dem Sommer eine spezifische Wartungsaktion "ATS" durchgeführt (Autres Travaux Systématiques avant Saison chaude, Andere systematische Arbeiten vor der heissen Jahreszeit). Bei diesen Operationen liegt der Schwerpunkt auf Klimaanlagen (Filter, Kühlkreisläufe, Kompressoren usw.), Lufterzeugungsanlagen und spezifischen technischen Reinigungsmaßnahmen. Die saisonalen ATS-Kampagnen finden von April bis Juni statt.

Zustand der Eisenbahnflotte

• TER: 96% der Flotte ist mit Klimaanlagen ausgestattet. Der Trend ist dank der massiven Erneuerung der Ausrüstung in den letzten Jahren im Steigen begriffen. In den technischen Wartungszentren wurde ein verstärktes System mit Bereitschaftspersonal eingerichtet, insbesondere in Südfrankreich im Falle eines Hitzewellenalarms.

• Transilien: Heute sind 60,67% der Transilien-Flotte mit Klimaanlage ausgestattet (577 von insgesamt 951 Zügen), insbesondere dank des Francilien, der auf den Linien H, E, P, L und J eingesetzt wird. Die Doppelstockwagen des Transilien, die auf den Linien J und N verkehren, sind ebenfalls mit Klimaanlage ausgestattet. Die MI79-Züge der Linie B werden derzeit renoviert und klimatisiert.

• Intercités: alle Waggons sind klimatisiert. Während des saisonalen ATS werden die Wärmetauscher gereinigt, Leckagen der Wärmeträgerflüssigkeit untersucht und ein umfassender Test der Anlage im Wartungstechnikum durchgeführt.

• TGV: Die gesamte Flotte ist mit einer Klimaanlage ausgestattet. Die Klimaanlagen wurden an den Betrieb bei einer Außentemperatur von 40°C angepasst. Die Euroduplex sind mit einem doppelten Kühlkreislauf ausgestattet. Während der gesamten heißen Jahreszeit wird das Personal der Ausrüstungsabteilung mobilisiert, um sicherzustellen, dass alle in Betrieb befindlichen Züge zu 100% mit funktionstüchtigen Klimaanlagen ausgestattet sind. Im Falle eines Zwischenfalls bei allen TGV-Typen (ausser Eurostar und Thalys) steht eine Telefon-Hotline zur Verfügung, die dem Disponenten bei der Fehlerdiagnose hilft. Die Einsatzstelle Rennes ist 7 Tage in der Woche (von 6.00 bis 22.30 Uhr) erreichbar. Im Jahr 2019 gingen 15.277 Anrufe ein (3.840 Anrufe für die Sommermonate). Bei heißem Wetter kann das Geräteunterstützungszentrum bis zu 184 Anrufe pro Tag entgegennehmen. Darüber hinaus gibt es eine Hotline für Techniker bei Problemen mit der Klimaanlage.

• Infrastruktur: Während des Sommers werden die für die Instandhaltung der Gleise und Oberleitungen zuständigen Mitarbeiter zur Überwachung der Anlagen mobilisiert. Diese Überwachungstouren werden zu Fuß durchgeführt, hauptsächlich zu der Tageszeit, zu der die Temperaturen am höchsten sind. Im Falle eines Versagens der Anlagen sind die Agenten bereit, die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Elektronische Temoeraturfühler (coupons connectés) helfen bei der Überwachung.

WKZ, Quelle SNCF

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