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Mittwoch, 24 Juni 2020 12:50

Schweiz: SEV erhält negative Rückmeldungen zur Reorganisation «Silhouette»

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV erhält vermehrt sehr negative Rückmeldungen von Mitarbeitenden bei SBB Immobilien Facility Management bezüglich der laufenden Reorganisation «Silhouette». Das Personal beklagt sich über fehlende Informationen, fühlt sich übergangen und unter Druck gesetzt. Der SEV kann nicht länger zuschauen!

Die Reorganisation «Silhouette» bei SBB Immobilien war gut aufgegleist, trotzdem droht sie im Bereich Facility Management nun bereits zu entgleisen. Für den SEV ist aufgrund der Rückmeldungen von Mitarbeitenden klar, dass in verschiedenen Regionen einiges nicht korrekt abläuft. «Wir erhalten aktuell fast täglich neue negative Rückmeldungen von Mitarbeitenden, die sich schlecht informiert und übergangen fühlen. Sie erzählen uns von herablassendem Verhalten und verletzenden Äusserungen seitens Vorgesetzten, von Rückstufungen und dem Druck, diese zu akzeptieren sowie von Klüngelei bei Stellenbesetzungen», zeigt sich der zuständige SEV-Gewerkschaftssekretär Patrick Kummer besorgt.

Die Mitarbeitenden bei Facility Management wurden Anfang Juni per Brief über ihre zukünftige Stelle informiert mit der Aufforderung, diese bis Ende Juni mit Unterschrift zu bestätigen. Eine Stellenbeschreibung wurde den Briefen nicht beigelegt. Viele Betroffene wissen nicht, was genau die Stellenbeschreibung beinhaltet, für die sie mit ihrer Unterschrift zusagen. Einige Mitarbeitende sehen sich auch mit einer Rückstufung konfrontiert und sollen fortan Aufgaben übernehmen, für die sie teils keine Ausbildung haben.

Für den SEV sind solche Geschehnisse komplett inakzeptabel. Die Mitarbeitenden leisten täglich vollen Einsatz, insbesondere die Reinigung musste aufgrund von Covid-19 intensiviert werden, was auch für die Mitarbeitenden eine Herausforderung war und weiterhin ist. Die Doppelbelastung der Krise und der Reorganisation «Silhouette» ist verständlicherweise bereits sehr gross. Die schlechte Stimmung kommt da sehr ungelegen. Der SEV hat auch Bedenken, wie sich diese Umstände auf die – gerade auch in der aktuellen Situation – sehr zentrale Arbeit der Reinigung auswirken werden.

Der bilaterale Weg zwischen SEV und SBB Immobilien hat leider noch nicht wie erhofft gefruchtet. Patrick Kummer macht klar: «Wir fordern von SBB Immobilien, dass die schwierigen individuellen Situationen im Sinne der betroffenen Mitarbeitenden geklärt, und dass umgehend Massnahmen ergriffen werden, um das inakzeptable Verhalten seitens einiger Vorgesetzten sofort zu unterbinden. Wir werden die Leitung mit den Vorwürfen konfrontieren.»

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV hatte bereits in einer Stellungnahme zu «Silhouette» von SBB Immobilien gefordert, dass auf die individuellen Interessen, Werte und Bedürfnisse der Mitarbeitenden unbedingt eingegangen und diese ernst genommen werden müssen. Der Schutz der psychischen und physischen Gesundheit der Mitarbeitenden müsse auch während organisatorisch heikler Phasen wie einer Reorganisation vollumfänglich sichergestellt sein.

Pressemeldung SEV

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