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Freitag, 26 Juni 2020 13:50

Norwegen: Zertifizierung von Datenfusionsalgorithmen in Alstoms ETCS Baseline 3 Release 2

alstom norge

Alstom hat die vollständige Zertifizierung der neuesten Interoperabilitätsnorm (ISA and NoBo) für den Schienenverkehr, ETCS Baseline 3 Release 2 erhalten. Im Vorfeld der groß angelegten Einführung der Lösung in Norwegen wurde Alstom von Belgorail auch die Zertifizierung für die Implementierung seiner weltweit ersten Datenfusionsalgorithmen zugesprochen, die sowohl Satellitennavigation als auch Trägheitsbewegung nutzen, um die Position und Geschwindigkeit von Zügen genau und sicher zu messen.

Ursprünglich geschaffen, um einen standardisierten europäischen grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr zu ermöglichen, soll der Einsatz von ETCS die Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Kapazität sicher erhöhen. ETCS umfasst eine durchgehende funkgestützte automatische Zugsicherung, wodurch der Betrieb bei höheren Geschwindigkeiten optimiert und die Interoperabilität der Netze unterstützt wird, während die Wartungskosten für den Betreiber sinken. Der neueste Standard umfasst eine höhere Funkkapazität und andere Weiterentwicklungen, um den Bedürfnissen der Bahn besser gerecht zu werden.

Das neue, auf Datenfusion basierende Odometriesystem, das Alstom derzeit in Norwegen einführt, ist auf alle Zugtypen und alle Umgebungen anwendbar, auch unter härtesten Wetterbedingungen. Bis 2026 werden 450 Züge mit dem neuen Standard ausgestattet sein und in ganz Norwegen im kommerziellen Einsatz stehen. Die Tests für die erste mit der neuen Lösung ausgerüstete Lokomotive werden im Juni dieses Jahres beginnen.

"In einem entscheidenden Schritt in Richtung Digitalisierung im Schienenverkehr hat sich Norwegen dafür entschieden, das gesamte Land mit der neuesten Version der europäischen Interoperabilitätsnorm auszustatten, was die führende Strategie des Landes für eine grünere Zukunft demonstriert. Wir sind sehr stolz darauf, daran teilzuhaben, und noch mehr mit einer weltweit ersten Technologie, für die wir gerade erst die Zertifizierung erhalten haben", sagt Rob Whyte, Managing Director Alstom Nordics.

Alstoms Datenfusionsinnovation macht die heute verwendeten externen Radarkomponenten zur Lokalisierung und Geschwindigkeitsmessung überflüssig. Bei der Datenfusion werden mehrere Datenquellen aggregiert, um konsistentere, genauere und nützlichere Informationen zu erhalten, als sie von jeder einzelnen Datenquelle geliefert werden. In diesem Fall handelt es sich um ein Hybridradar, bei dem erstmals sowohl Trägheits- als auch Satellitensensoren zum Einsatz kommen. Die Ausrüstung wird innerhalb des Zuges installiert und bleibt somit von den Wetterbedingungen unbeeinflusst. Die verwendeten Algorithmen schaffen es, die Präzision in abgedeckten Bereichen wie Tunneln aufrechtzuerhalten.

Alstom ist mit seiner Atlas-Lösung weltweit die Nummer eins bei der fahrzeugseitigen ERTMS-Ausrüstung und repräsentiert 70% der im ERTMS Level 2 in Betrieb befindlichen Bordsysteme. Heute haben Züge unter Atlas-Aufsicht in 30 Ländern über 250 Millionen Kilometer zurückgelegt, darunter auch die kürzlich in Deutschland ausgerüstete ICE3-Hochgeschwindigkeitsflotte der Deutschen Bahn. Insgesamt wurde Alstom mit der Ausrüstung von 9000 Zügen mit Atlas Onboard-Lösungen beauftragt, von denen 1.100 Fahrzeuge mit der Lösung Baseline 3 Release 2 ausgerüstet werden.

WKZ, Quelle Alstom

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