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Montag, 29 Juni 2020 07:10

Grossbritannien: LNER betreibt für weitere drei Jahre die Ostküstenmagistrale

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Bereits vor einem Jahr hatte der damalige britische Verkehrsminister Chris Grayling angekündigt, den Betrieb auf der Ostküstenmagistrale (East Coast Main Line) von London nach Leeds, York, Newcastle und Schottland bis 2025 durch die staatlich gesicherte Bahngesellschaft LNER im Auftrag des Verkehrsministeriums ausführen zu lassen. Allerdings war im Juni 2019 nur ein Vertrag mit einer Laufzeit von einem Jahr abgeschlossen worden. Deshalb musste jetzt eine Vertragsverlängerung für weitere drei Jahre abgeschlossen werden.

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LNER hatte am 24. Juni 2018 von Virgin Trains East Coast den Betrieb der Fernverkehrsverbindungen auf der Ostküstenstrecke übernommen, nachdem die Regierung den damals laufenden Franchisevertrag mit Stagecoach Group und Virgin Trains gekündigt hatte. Die Kündigung war aufgrund der schlechten Passagierzahlen und hohen finanzieller Verluste von rund 200 Mio, GBP (ca. 220 Mio. EUR) begründet worden. Der jetzt vergebene Auftrag für LNER kommt zustande, nachdem die neuen Azuma-Züge seit einigen Monaten betrieben werden und neuerdings sogar direkt von/nach Lincoln fahren.

Ein Sprecher von LNER erklärte: "Wir freuen uns, dass das Verkehrsministerium einen Direktauftrag an LNER vergeben hat, um den Intercity-Schienenverkehr auf der Ostküstenstrecke für weitere drei Jahre mit der Option auf eine Verlängerung um nochmals zwei Jahre fortzusetzen. Dies wird es uns ermöglichen, weiterhin die geplanten Verbesserungen für unsere Kunden umzusetzen, einschließlich der Einführung weiterer Azuma-Züge und der damit verbundenen Erhöhung der Dienstleistungen, Erweiterung der Reiseziele und Kürzung der Fahrzeiten."

Die Transportarbeitergewerkschaft RMT reagierte auf die Ankündigung damit, dass sie die Regierung aufforderte, sich zu einem dauerhaften öffentlichen Eigentum an der East Coast Mainline zu verpflichten und die anderen Verhandlungen über ein Abkommen zu Notfallmaßnahmen, die noch in anderen privat geführten Bahnkonzessionen laufen, unverzüglich abzubrechen.

Mick Lynch, stellvertretender Generalsekretär von RMT entgegnete demgegenüber: "Die Regierung ist endlich aufgewacht und hat erkannt, dass die Bahnprivatisierung doch nicht funktioniert. Es ist besser spät als nie, doch dieses jahrzehntelange farcenhafte Experiment mit unseren Eisenbahnen muss endlich beendet werden. Unsere Eisenbahnen gehören so schnell wie möglich in öffentliches Eigentum überführt."

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Quellen Lincolnite, Parlamentary Review, RMT

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