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Montag, 29 Juni 2020 08:00

Griechenland: Eisenbahnentwicklung im Norden

Der Norden Griechenlands ist durch die Eisenbahn wenig gut erschlossen, es gibt eine Strecke von Thessaloniki nach Alexandroupoli (mit Weiterführung Richtung Türkei, Übergang Pithyo / Uzunköprü) und Bulgarien (Übergang Ormenio / Svilengrad), die Strecke der ehemaligen Société du Chemin de Fer Ottoman Jonction Salonique - Constantinople, die Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde.

nordgr
Grafik WKZ.

Die Strecke bedient alle größeren Städte der Region, ausgenommen Kavala, das aus Sicherheitsgründen (zu nahe am Meer) nicht erreicht wurde und hat heute vor allem wegen des Grenzübergangs nach Bulgarien (Promachona / Kulata) im Westen eine gewisse Bedeutung.

Im Osten könnte diese auch steigen, wenn das seit Jahren geplante Sea2Sea-Projekt (Eisenbahn zwischen griechischen und bulgarischen Häfen zur Umgeheung von Bosporus und Dardanellen) tatasächlich umgesetzt würde, neben des bereits begonnen aber nicht kosequent durchgeführten Ausbaus der Strecke östlich von Xanthi ist eine etwa 40km langen Neubaustrecke zum Hafen von Kavala in N. Karvali erforderlich.

Offen ist nach wie vor die politisch offensichtlich gewünschte Bahnanbindung von Kavala. OSE hat vor Kurzem eine erste Planung vorgelegt, die Trasse muss auf Grund der Topogrphie um Thessaloniki herum geführt werden und dann mehr oder minder parallel zur Autobahn nach Kavala und weiter nach N. Karvali. Diese Variante ist nun doch deutlich länger als erhofft und würde die Städte Serres und Drama "abhängen". Es hat sich eine erhebliche Diskussion entwickelt, ob nicht der Ausbau der Bestandsstrecke und eine Neubaustrecke Drama - Kavala - N. Karvali sinnvoller ist. Bis zu einer Entscheidung dürfte noch viel Zeit vergehen.

Es gibt auch Forderungen den Westen von Thessaloniki zu erschließen, das wäre vor allem eine Strecke (Thessaloniki-) Gefyra - Giannitsa - Skidra (-Edessa).

Prof. Dr. Johannes Schenkel

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Letzte Änderung am Sonntag, 28 Juni 2020 19:28

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