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Dienstag, 30 Juni 2020 07:05

Polen: PKP soll die letzten staatlichen Busbetreiber integrieren

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Foto Polonus.

Nachdem jetzt zum 01.07.2020 der staatliche Busbetreiber PKS Częstochowa seine Dienste einstellt, wurde im Ministerium für Staatsvermögen ein Konzept zur Rettung der letzten staatlichen Busbetreiber PKS durch die Schaffung einer "Busabteilung" innerhalb der PKP als Transportunternehmen geboren.

Das Coronavirus hat die Probleme der letzten staatlichen und auch regionalen Busbetreiber PKS (Przedsiębiorstwo Komunikacji Samochodowej) in Polen erheblich verschärft. Einer davon ist PKS Częstochowa, der ab 1. Juli nicht mehr fahren wird. Nach Angaben des Liquidators könnten die Busse nur weiterfahren, wenn die Fahrer eigene Unternehmen gründen und Fahrzeuge vom Unternehmen leasen. Ihr Verdienst würde unter anderem von der Zahl der verkauften Eintrittskarten abhängen. Dem stimmten die Busfahrer nicht zu.

PKS Częstochowa ist eine von rund einem Dutzend PKS, die noch immer dem Staatsschatz gehören und dem Ministerium für Staatsvermögen unterstehen. Andere wurden regionalisiert. Aus diesem Grund baten Vertreter der lokalen Selbstverwaltung das Ministerium um die Rettung der Busgesellschaft. Wie die Zeitung Dziennik Gazeta Prawna (DGP) herausfand, wird solch ein Konzept derzeit entwickelt. "Die Idee besteht darin, etwa ein Dutzend Spediteure zu integrieren, die eine Gruppe von Transportunternehmen bilden würden. Der Fusionsprozess würde von dem Unternehmen abgewickelt werden, das sich am besten bewährt hat".

Im konkreten Fall der Probleme der PKS Częstochowa ist es die Warschauer PKS Polonus. "Ich bin für die Integration der PKS-Unternehmen unter der Führung von Polonus und die Schaffung einer Bussparte, die in Zusammenarbeit mit oder innerhalb der PKP-Gruppe operieren würde", erklärte der stellvertretende Minister für Staatsvermögen Janusz Kowalski. Busse würden dann zu PKP-Bahnhöfen in verschiedenen Städten fahren. Eine einzige Fahrkarte für den PKS-Bus und den Zug der PKP wäre zu wünschen.

So soll - und zwar recht schnell - ein Holdinggesetz gebildet werden, das die Integration fördern wird. "Wir wissen noch nicht, wann genau diese Idee in Kraft treten kann, aber wie wir inoffiziell gehört haben, gibt es angesichts von Pandemien und Problemen von Trägern Druck, sie schnell umzusetzen."

Die Firma Polonus selbst bestätigte, dass sie die Aktivitäten der staatlichen PKS integrieren will. "Als nationales Reisebusunternehmen sind wir offen für die Zusammenarbeit mit allen Einheiten, die zum Staatsschatz gehören, um eine umfassende Kette aufzubauen, und damit den Marktwert dieser Einheiten stärken", sagte Maciej Acedański, Präsident von Polonus.

Neben dem bankrotten Unternehmen in Częstochowa gehören der Staatskasse Transportunternehmen in Wrocław (Polbus), Ostrowiec Świętokrzyski, Ostrów Wielkopolski u.a. In den letzten Jahren gerieten verschiedene staatliche PKS in Schwierigkeiten und haben infolgedessen ihre Aktivitäten vollständig eingestellt. In den Jahren 2018-2019 waren dies PKS Gniezno und PKS Lubliniec und zuvor PKS Katowice. Zwischendurch versuchte die Regierung dank eines "Busfonds" den Busverkehr wieder zu beleben. Der Zuschuss beläuft sich auf 800 Mio. PLN, aber im ersten Aufruf gingen nur für 59 Mio. PLN Anträge ein.

WKZ, Quelle Wprost, Gazeta Prawna

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