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Samstag, 04 Juli 2020 10:00

Griechenland: Streckenführung Patras

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Foto Ministerium für Infrastruktur und Verkehr, TrainOSE.

Bekanntlich beschäftigt sich inzwischen die siebte griechische Regierung mit der Trassierung der "neuen" Peloponnesbahn durch Patras. Die Ansichten der Region bzw. lokalen Regierung und der Athener Zentralregierung liegen sehr weit auseinander. Wichtigste Anforderungen an die Streckenführung sind nach Ansicht des Verkehrsministeriums:

• Anbindung des neuen Hafens von Patras, d.h. eine Durchquerung der ganzen Stadt
• Möglichst großzügiger Zugang von der Stadt zum Meer, also kein Zerschneiden
• Aufhebung der vielen Bahnübergänge
• Weiterbetrieb der S-Bahn (Proastiakos, derzeit meterspurig, das brauchbarste Nahverkehrsmittel der Region)
• Möglichkeit der Reaktivierung der Strecke nach Pirgos
• Technische Machbarkeit
• Finanzierbarkeit von Bau und Betrieb, auch durch die EU

Die lokale Regierung besteht ziemlich aggressiv auf einer kompletten, etwa 10 km langen Tunnelstrecke, was das Infrastrukturministerium als undurchführbar ansieht. Jetzt hat der Infrastrukturminister Karamanlis seine Vorstellungen auf einer Regionalkonferenz präsentiert, diese soll die oben erähnten Anforderungen erfüllen, auf gut 5 km im Tunnel geführt werden und gut 500 Mio EUR kosten.

Man rechnet mit mehr als einer Million Fahrgäste Richtung Athen p.a., 2 Millionen Fahrgästen im Nahverkehr p.a. sowie drei bis vier täglichen Güterzügen. Es ist zu hoffen, dass in die Angelegenheit jetzt Bewegung kommt, es stehen sonst massive Rückforderungen von EU-Geldern im Raum. 

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Foto TrainOSE.

Mit dem 4.Juli soll auch der Proastiakosverkehr nach Süden wieder aufgenommen werden, offensichtlich um mit einem Zug auszukommen werden die letzten 5 km zwischen Kaminia und Kato Achaia nicht bedient. Diese Strecke wurde mit Regionalisierungsmittel saniert, ist aber bisher nicht in Gang gekommen. Da sie auch an die wichtigsten Strände der Region führt, ist sie im Sommer besonders wichtig. 

Prof. Dr. Johannes Schenkel

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