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Samstag, 04 Juli 2020 14:00

Slowakei: Abschied von den alten Zahnradwagen der TEŽ

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Am 05.07.2020 endet der Einsatz von den klassischen Zahnradbahnen in der Slowakei. Die Zahnradbahn Hohe Tatra gehört zum Schmalspurbahnnetz der Tatranská elektrická železnica, TEŽ (Elektrische Tatrabahn), die im Adhäsionsbetrieb auf 1000 mm Schmalspur ein eigenes Netz mit eigenen Tarif innerhalb der ZSSK bilden.

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Während im Jahre 2000 die Triebwagen der TEŽ durch modernste Schmalspurtriebwagen des Typ GTW ersetzt wurden und ein reiner GTW Fahrzeugpark vorhanden ist, blieben auf der Zahnradbahn die alten Triebwagen im Dienst.

Folgender Text wurde für die Fans und Freunde der alten Fahrzeuge veröffentlicht:

„Wer kommt zum Abschied?
Nach 50 Jahren endet der historische Zahnradbetrieb.
Wir werden ihn sehr vermissen.
Er wird die letzte Reise machen
Am 5.7.2020 um 22:48 h
Komm, um Dich von möglichst vielen zu verabschieden.
Zahnradbahn, danke“

Bei der Zahnradbahn handelt es sich um eine knapp 5 km lange schmalspurige Strecke mit Meterspur, die maximal beachtliche 150 Promille Steigung mit dem Zahnstangensystem Strub/von Roll fährt. Die Zahnradbahn verbindet die Hauptstrecke Žilina-Košice am Bahnhof Štrba mit Štrebské Pleso, wo Anschluss an die Adhäsionstrecke der Tatranská elektrická železnica, TEŽ besteht.

Am 30. Juli 1896 wurde die Strecke eröffnet. Auf Grund des steigenden Autoverkehrs und der Weltwirtschaftskrise wurde der Verkehr auf der Zahnradbahn am 14. September 1932 eingestellt und die Strecke in den vierziger Jahren abgebaut.

Im Zusammenhang mit den nordischen Skiweltmeisterschaften 1970 und dem steigenden Tourismus wurde die Bahn im Jahre 1968 neu aufgebaut. Dabei folgt die Trasse auf zwei Drittel der alten Trasse und der restliche Teil wurde neu trassiert. Auch ein neues modernes Stellwerk für Zahnradbahn und TEŽ wurde gebaut. Drei neue moderne Zahnradbahntriebwagen wurden in der Schweiz bei der SLM in Winterthur bestellt. Die Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur lieferte jeweils Fahrzeugeinheiten von Trieb- und Steuerwagen. Die Fahrzeuge stammen aus der Serie wie sie zuvor für die Arth-Rigi-Bahn gebaut wurden. Bis heute sind die Wagen unverändert im Einsatz. Dabei werden die Wagen sehr gepflegt und sehen glänzen innen wie außen.

Ab kommender Woche wird die Strecke für ca. 6 Monate gesperrt und einer Sanierung unterzogen. Zeitgleich liefert der Schweizer Schienenfahrzeughersteller und Spezialist für Berg- Zahnrad und Schmalspurbahnen, Stadtler Rail, fünf neue hochmoderne Zahnrad-Adhäsions-Triebzüge auf Basis des Typ GTW, die künftig auch auf der Adhäsionsstrecke eingesetzt werden und damit eine neue umsteigefreie Verbindung ermöglichen. Damit wird die Flotte von 15 GTW auf 20 GTW erhöht, von denen 5 GTW zahnradfähig sind. Hier investiert die slowakische Bahn allein ca. 45 Millionen Franken in neue Fahrzeuge. Eine Investition in die Zukunft.

Von den alten bestehenden Zahnradfahrzeugen, bleibt mindestens eins für Sonderfahrten als historisches Fahrzeug erhalten.

In der Slowakei wurde viel für den Tourismus und die Zukunft getan. Das kleinste Hochgebirge der Welt mit mehreren tausender Bergen und bis zu 2655 Meter Höhe, ist ein beliebtes Urlaubsgebiet und Wintersportgebiet, was den Alpen ebenbürtig ist, aber auf Grund der geringeren Bekanntheit und der östlichen Lage in Europa, deutlich niedrigere Preise bietet.

Erreichbar ist das kleinste Hochgebirge der Welt mit dem Zug. Von Prag aus fahren mehrere Nachtzüge bis Poprad Tatry, sowie durchgehende Tageszüge wie der SuperCity Pendolino, EuroCity, InterCity, der private RegioJet und der private LeoExpress. In die Eisenbahn, der Gebirgsbahn wurde viel investiert, die Infrastruktur erneuert, der Fahrzeugpark erneuert und die Seilbahnen durch moderne Seilbahnen aus Österreich mit neuen europäischen Standards ersetzt. Von den Skigebieten in den Alpen, unterscheiden sich die Skigebiete der hohen Tatra nur noch durch niedrigere Preise.

Für Eisenbahnfreunde bietet die Slowakei einiges. Von alten fast historischen Zügen, bis hochmoderne Züge, sowie eine fantastische Landschaft, ist alles dabei. Und wer für die Anreise nach Poprad Tatry ein InterCity nutzt, kommt in den Genuss von klassischen Speisewagen in denen noch richtig frisch gekocht wird.

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