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Mittwoch, 08 Juli 2020 07:10

Spanien: Ministerbesuch zum Wiederaufbau des Bahnhofs Canfranc

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Fotos Mitma.

Der Minister für Verkehr, Mobilität und städtische Agenda, José Luis Ábalos, kündigte am 04.07.2020 an, dass er beabsichtigt, in naher Zukunft ein Treffen mit den Regierungen Frankreichs, Aragoniens und Neu-Aquitaniens einzuberufen, um den historischen Anspruch fortzuführen, den grenzüberschreitenden Eisenbahnabschnitt Pau - Zaragoza im Rahmen der Fazilität "Connecting Europe" (CEF) wieder in Betrieb zu nehmen.

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Ábalos besuchte zusammen mit dem Präsidenten von Aragón, Javier Lambán, und der Präsidentin von Adif, Isabel Pardo de Vera, die Eisenbahn- und Restaurierungsarbeiten im Internationalen Bahnhof Canfranc (Huesca). Dabei hob der Minister die Einzigartigkeit der Umgebung als auch den historischen Wert hervor, den der Verbindungspunkt zu Frankreich hat. Es handelt sich um einen Bahnhof, der seit jeher eine Ikone für die Menschen in Aragonien darstellt und dessen Wiederherstellung eine moralische Verpflichtung gegenüber früheren Generationen ist, sagte Ábalos.

Das Projekt zum Wiederaufbau umfasst neben der Sanierung des historischen Bahnhofs zu einem öffentlichen Raum auch einen neuen Bahnhof mit Betriebsgleisen. Gegenwärtig, seit März 2019, arbeitet Canfrac an einer vollständigen Renovierung des Eisenbahnkomplexes, um ihm den Glanz zurückzugeben, den er jahrelang hatte. Während der letzten vier Jahrzehnte war dieses emblematische Gebäude aufgrund geringer wirtschaftlicher Investitionen und schlechten Wetters verfallen.

Die derzeit durchgeführten Arbeiten erfolgen unter der Bezeichnung "Integrale Sanierung des historischen Gebäudes des Internationalen Bahnhofs Canfranc", die von der Regierung von Aragonien gefördert werden. Bei diesen Restaurierungsarbeiten für die öffentliche Nutzung der Bahnsteige an der Peripherie und der Lobby der Internationalen Station Canfranc trägt das Ministerium (Mitma) 2 Mio. EUR mit Mitteln aus dem Kulturprogramm. "1,5% Cultural" bei. Dieser Beitrag kommt zu einem früheren hinzu, an dem sich das ehemalige Entwicklungsministerium (2006-2009) mit einem Beitrag von 1,8 Mio. EUR beteiligte und der die Konsolidierung der Struktur und des Dachs des Gebäudes ermöglichte.

Ziel ist es, die öffentlichen Räume des Bahnhofs zu restaurieren und dabei alle Fassaden des Gebäudes, seine Vordächer und die darunter liegenden Bahnsteige sowie die Innenrestaurierung der Lobby einzubeziehen. Die Wiederherstellung der Vordächer wird es ermöglichen, diesen Bereich unter dem Dach als städtischen Raum zu nutzen, der er von seiner Errichtung bis Ende der 1990er Jahre war, als neben den Reisenden auch die Bewohner von Canfranc, vor dem Wetter geschützt, die Bahnsteige und das Vestibül entlang gingen. Darüber hinaus sollen diese Räume für andere mögliche soziokulturelle Nutzungen genutzt werden.

Sobald diese Baumaßnahme abgeschlossen ist, wird die Regierung von Aragonien dann mit den restlichen Phasen der umfassenden Renovierung fortfahren und mit dem Bau des luxuriösen 5-Sterne-Hotels mit 100 Zimmern sowie des neuen Restaurants und der Tagungsräume, die der Bahnhof beherbergen wird, beginnen. Damit kann nicht nur der Bahnhof seine ursprüngliche Pracht wiedererlangen, sondern auch die internationale Eisenbahnverbindung wieder aufgenommen werden.

Geschichte des Bahnhofs Canfranc

Als "Titanic der Berge" bezeichnet und von französischen Palästen des späten 19. Jahrhunderts inspiriert, wurde der Bahnhof am 18. Juli 1928 in Anwesenheit von König Alfons XIII., General Primo de Rivera und dem Präsidenten der Französischen Republik eingeweiht.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Bahnhof mit der Besetzung durch die Nationalsozialisten zur Lagerung der Tonnen Gold verwendet, die in ganz Europa requiriert wurden. Die Entgleisung eines Güterzuges im Jahr 1970 markierte den Anfang vom Ende, was den Einsturz der Brücke L'Estanguet und die Sperrung dieses Grenzpunktes zwischen Spanien und Frankreich für den Eisenbahnverkehr zur Folge hatte.

WKZ, Michael Laudahn, Quelle Mitma

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