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Montag, 06 November 2017 07:30

Spanien: Innovationsplan für Transport und Infrastruktur über 50 Mio. Euro

Der spanische Entwicklungsminister Íñigo de la Serna hat am 02.11.17 den Innovationsplan für Verkehr und Infrastruktur 2017-2020 vorgestellt, der die "weltweite Führungsrolle" Spaniens im Bereich Verkehr und Infrastruktur durch Innovation fördern soll, wobei der Endverbraucher im Mittelpunkt des Prozesses steht und die Gesellschaft als Ganzes beteiligt ist.

Dieser Plan zielt darauf ab, alle innovationsbezogenen Aktivitäten der Unternehmen und Institutionen des Entwicklungsministeriums zu integrieren und zu koordinieren. Mit dieser Positionierung soll die Schaffung eines innovativen Ökosystems begünstigt werden, das alle Bereiche der Gesellschaft integriert und ein Netzwerk von Verbindungen zwischen ihnen bildet, mit einer prominenten Rolle für die Interaktion mit den Start-ups, die die Integration von Technologie in Projekten beschleunigen soll. Der Minister sieht dies als "klares Bekenntnis zu Digitalisierung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit".

Der Plan sieht vier strategische Schwerpunkte vor: Benutzererfahrung, intelligente Plattformen, intelligente Routen sowie Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Diese Handlungsschwerpunkte sind in 21 strategische Linien gegliedert, die in 67 Initiativen enthalten. Der geschätzte Betrag beläuft sich auf 50 Mio. Euro über drei Jahre.

Benutzererfahrung: Hier sind Initiativen wie die Definition eines Nationalen Mobilitätsmodells als Service hervorzuheben, das die Generierung digitaler Plattformen vorsieht, die die Integration von Daten der verschiedenen Betreiber ermöglichen und integrierte multimodale Verkehrslösungen anbieten. Auch die Schaffung neuer Zugangs- und Zahlungssysteme, die zur Beseitigung von Hindernissen und physischen Elementen wie z. B. der Banknote führen, durch Systeme, die auf Mobiltelefonie und Biometrie basieren, gehört dazu. Im Bereich der elektronischen Ticketzahlung (Blockchain, Mobile Devices ...) werden modernste Technologien zum Einsatz kommen, die die Sicherheit im Internet erhöhen und Betrug verringern. Darüber hinaus wird es einen Plan für den universellen Zugang zum Verkehrssystem geben, der neue Möglichkeiten mit sich bringt, wie z. B. die Verbesserung der Qualität der Dienste und ihrer Funktionalität, die Erhöhung der Verkehrssicherheit oder die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der Branche. Big Data wird ein weiteres Schlüsselelement zur Verbesserung der Benutzererfahrung sein, da diese Ihre Präferenzen bilden können, um die angebotenen Dienste anzupassen. In diesem Sinne soll ein Bürgerbeteiligungsportal geschaffen werden, das die Nutzer mit Hilfe sozialer Netzwerke in Planungsprozesse, neue Linien und Dienste einbindet; daneben wird innerhalb des entwicklungsministeriums ein Marktplatz eingerichtet, der ein globales Dienstleistungsangebot in Verbindung mit Fahrkarten fördert.

• Intelligente Plattformen: Bei der zweiten Achse wird das Augenmerk auf die Entwicklung eines Ökosystems intelligenter Plattformen im Bahn-, Flughafen- und Hafenbereich gelegt, das mit den Plattformen der Städte integriert ist, um den Nutzern relevante Informationen über ihre Fahrten zu liefern. Zudem wird eine intelligente Frachtplattform integriert, die als innovatives logistisches, intermodales, effizientes und automatisiertes Element die Schienengüterverkehre und Last-Mile-Frachtverkehre über ein umfassendes Flottenmanagementsystem kombiniert. Ein Schlüsselelement wird die Anwendung der BIM-Methode (Building Information Modeling) in Bahnhöfen, Flughäfen und intelligenten Häfen, Backbone- und Integratorenelementen in Städten sein. Ein weiterer relevanter Aktionsbereich innerhalb dieses Schwerpunkts ist der einheitliche Luftraum, der darauf abzielt, die Entwicklung der Flugsicherung in Richtung Interoperabilität, Optimierung des Luftraums und neue Management-Paradigmen zu fördern und nationale Projekte hervorzubringen, die international exportiert werden können. Diese neuen Paradigmen müssen darauf abzielen, die Einbeziehung unbemannter Luftfahrzeuge zu ermöglichen und die Schaffung neuer Geschäftsmodelle auf der Grundlage dieser Fahrzeuge (Drohnen) zu fördern, die über intelligente Plattformen gesteuert werden.

• Intelligente Routen: Hierzu gehören die Digitalisierung von Straßen- und Schienenverkehr sowie die Entwicklung von Modellierungs- und Prognosesystemen, die intelligente Informationen erzeugen, die sich an den Fahrgastbedarf anpassen, die Erreichbarkeit im ländlichen Raum verbessern und ein Pilotprojekt dynamischer öffentlicher Verkehrswege durchführen. In diesem Zusammenhang fördert der Plan die Verbindung zwischen Fahrzeugen, Infrastrukturen, Organisationen und Nutzern, um ein effizientes und sicheres Verkehrssystem zu erreichen. Das "verbundene Fahrzeug" wird der Sensor, der die Straße überwacht, so dass die Umsetzung des Modells ein automatischen Lernen erzeugt. Dynamische Verkehrssteuerung, frühzeitiges Erkennen von Staus auf der Straße und dynamisches Fahrverhalten sind einige Beispiele für diese Entwicklungen. Das Entwicklungsministerium wird ein "nationales multimodales Verkehrsmodell für Reisende und Güter" entwickeln, das mit den übrigen intelligenten Plattformen integriert wird und es allen Beteiligten ermöglicht, über ein Tool mit aktualisierten und vereinheitlichten Informationen zu verfügen. Der Plan zeigt ein klares Bekenntnis zu neuen Verkehrsparadigmen wie dem Hyperloop-System, das sich in der künftigen Einsetzung einer Kommission zur Förderung öffentlich-privater Initiativen manifestiert, die die Möglichkeiten der Umsetzung dieses Systems analysieren wird.

• Energieeffizienz und Nachhaltigkeit: Die verstärkte Nutzung von Systemen zur Erzeugung erneuerbarer Energien, Speichersystemen und Verteilungssystemen für den Eigenverbrauch oder die Reinvestition in das Netz ist eine der Initiativen dieses Schwerpunktes. Darüber hinaus wird ein nationaler Infrastrukturplan für das Elektrofahrzeug und andere alternative Energieträger entwickelt, in dem die Umsetzung eines Netzes öffentlicher Ladestellen untersucht werden soll, um die vollständige Autonomie dieser Fahrzeuge auf der Straße, im öffentlichen Raum und an großen Verkehrsknotenpunkten zu gewährleisten. Andererseits werden die Normen und Vorschriften festgelegt, die zur Regelung der Umsetzung des autonomen Fahrzeugs erforderlich sind, um sicherzustellen, dass die Einführung dieser neuen Technologie unter sicheren Bedingungen erfolgt.

Es liegt in der Verantwortung des Entwicklungsministeriums, die Innovationen zwischen verschiedenen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen sowie dem Privatsektor zu fördern. Spitzentechnologien bedeuten, ein Ökosystem zu begünstigen, in dem große Unternehmen und KMU in Innovationen investieren, an denen Universitäten, Technologiezentren und Unternehmer beteiligt sind und sich beteiligen. Dieser Plan zielt darauf ab, ein innovatives Netzwerk zu fördern und zu ermöglichen, das alle Bereiche der Gesellschaft integriert und verbindet.

Initiativen wie der Innovationshub Eisenbahn (Hub Ferroviario de Innovación), der auf internationaler Ebene durch die Entwicklung kooperativer FuE- und Innovationsprojekte die Kommerzialisierung von Technologie und Know-how sowie die Förderung des Unternehmertums und der Erbringung spezialisierter Dienstleistungen das Wissen über den Eisenbahnsektor stärken soll, sind ein Beispiel dafür.

WKZ, Quelle Entwicklungsministerium

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