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Samstag, 11 Juli 2020 14:44

Großbritannien: Das Amt für Nationale Statistik hat die Eisenbahnbetreiber quasi "verstaatlicht"

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Fotos Rüdiger Lüders.

Das britische Amt für Nationale Statistik (Office for National Statistics - ONS) weist seit Kurzem die Verluste der seit 25 Jahren privatisierten Bahngesellschaften des Landes als Verluste der Öffentlichen Hand aus, womit diese sozusagen als "verstaatlicht" betrachtet werden können.

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Seit der Übernahme der Verluste der staatlich beauftragten Bahngesellschaften durch das Verkehrsministerium (DfT) infolge der Massnahmen gegen die Ausbreitung des COVID19-Virus im März dieses Jahres erhalten die Franchisenehmer eine Verwaltungsgebühr von 2 Prozent ihres früheren Umsatzes, die mindestens noch bis zum 20.9.2020 gezahlt wird.

Paul Plummer, der Geschäftsführer der Rail Delivery Group, einer Vereinigung der britischen Bahngesellschaften, erklärte dazu: "Die Neubewertung seitens des ONS unterstreicht die Notwendigkeit einer grundlegenden Neugestaltung der Beziehungen zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor im britischen Schienenverkehr, die wir seit langem gefordert haben und für deren Umsetzung die noch zu berichtende Überprüfung nach dem sog. "Williams-Report" eingerichtet wurde."

Als Reaktion auf die Entscheidung des ONS forderte die Verkehrsgewerkschaft RMT ein Ende der "Privatisierungsfarce" und der "groteske Verschwendung von Franchising-Mitteln". Mick Lynch, stellvertretender Generalsekretär von RMT, kommentierte die Situation folgendermaßen: "Anstatt das Chaos mit weiteren Franchise-Ausfällen zu riskieren und die Steuerzahler weiterhin für Dienstleistungen zahlen zu lassen, Schulden zu übernehmen und Millionensummen zu verschwenden, um die Gewinne der privaten Bahnbetreiber zu stützen, gab es nie eine bessere Gelegenheit, die Zersplitterung und Verschwendung der Franchise-Mittel aufzugeben und die Eisenbahn wieder offiziell in öffentliches Eigentum zu übernehmen und zu betreiben."

Die Diskussion hierüber entstand nun wenige Tage, nachdem die First Group gewarnt hat, dass "grosse Unsicherheiten" hinsichtlich ihrer Fähigkeit bestehen, den Betrieb ihrer Tochtergesellschaften Great Western Railway, South Western Railway und Transpennine Express im nächsten Jahr fortzusetzen zu können.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Quellen Morning Star, Railnews, RMT

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