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Donnerstag, 16 Juli 2020 07:10

Niederlande: NS ändert Wartungs- und Inspektionsprozess von 49 Doppelstocktriebzügen des Typs DDZ

ddz
Foto NS.

Die niederländische Staatsbahn NS ergreift strukturelle Maßnahmen im Wartungs- und Inspektionsprozess von Doppelstocktriebzügen des Typs DDZ. Dies ist eine der Maßnahmen, die sich aus der Untersuchung der Entgleisung eines solchen Zugtyps in der Nähe des Haager Hauptbahnhofs am 2. Januar dieses Jahres ergeben haben.

Das Wartungsregime eines DDZ-Doppelstocktriebzuges, der am 2. Januar in der Nähe des Bahnhofs Den Haag Centraal entgleiste, war nicht auf den intensiven Einsatz dieses Zuges ausgerichtet. Die hohe Frequenz führte zu höherem Verschleiß an den Bremsbelägen. Infolgedessen wurden zwei Räder beschädigt, wodurch der Zug entgleiste. Dies wurde durch die Untersuchung durch die niederländische Staatsbahn NS belegt. Als Reaktion auf die Ergebnisse passte der Bahnbetreiber den Wartungs- und Inspektionsprozess von 49 DDZ-Doppelstockwerken an.

Die Entgleisung wurde durch zwei stark beschädigte Räder infolge eines Problems mit dem Bremssystem verursacht. Der fragliche Zug war kurz davor planmäßig gewartet worden. Untersuchungen haben gezeigt, dass der Vorfall durch eine außergewöhnliche Kombination von Faktoren verursacht wurde. Unter anderem wurde der fragliche Zug 7506 als Sprinter zu 90% auf der stark beanspruchenden Sprinterstrecke Utrecht - Zwolle eingesetzt. In diesem Abschnitt ist viel hartes Bremsen erforderlich. Dies führt zu mehr Verschleiß an den Bremsbelägen, was im Wartungsprotokoll nicht berücksichtigt war.

Das DDZ-Paar 7506 ist neben dem 7507 eines von zwei DDZ-Paaren, bei dem in der Herbstperiode Schleifmaterial (Sandite, eine Mischung aus Sand, Frostschutzmittel und Stahlschrot) auf die rutschigen Schienen aufgetragen wurde. Die Untersuchungen von NS zeigen, dass als Folge dieses Einsatzes der 7506 fast doppelt so oft an Stationen anhielt wie der Rest der DDZ-Flotte. Dies führte auch zu einem zusätzlichen Verschleiß der Bremsbeläge.

NS ergreift strukturelle Maßnahmen, um eine Wiederholung zu verhindern. Das Wartungs- und Inspektionsverfahren für die DDZ-Züge wurde geändert. Von nun an wird NS ein System in der Schieneninfrastruktur einsetzen, um die Radtemperatur von vorbeifahrenden Zügen zu messen. Wenn die Temperatur zu hoch wird, ist dies ein Signal für eine zusätzliche Überwachung des Zuges. Zweitens wird dieser Zugtyp nicht mehr als Sprinter auf sehr intensiven Sprinterstrecken eingesetzt, wo der Zug aufgrund der Anzahl der Zwischenstationen häufiger bremsen muss. Wir nehmen auch Anpassungen an den Bremsen dieser Züge vor. NS hat etwa 750 Züge im Einsatz, 49 davon sind DDZ-Züge. DDZ ist der einzige Rollmaterialtyp, der sowohl als Sprinter als auch als Intercity dient.

Die Untersuchung wurde von NS gemeinsam mit der Umwelt- und Verkehrsinspektion, der niederländischen Sicherheitsbehörde und dem Ministerium für Infrastruktur und öffentliche Arbeiten durchgeführt.

Am Donnerstag, dem 2. Januar, entgleiste am frühen Nachmittag in der Nähe des Hauptbahnhofs in Den Haag ein Zug. Der Zug bestand aus zwei gekuppelten Zügen des Typs DDZ. Der erste Wagen des zweiten Zuges lief aus den Schienen. Der Zug fuhr zu diesem Zeitpunkt etwa 24 Kilometer pro Stunde. Unmittelbar nach dem Vorfall wurden vorsorglich alle DDZ-Züge extra überprüft und erste Maßnahmen ergriffen. Bei diesen Kontrollen wurden keine vergleichbaren Fälle gefunden.

WKZ, Quelle NS

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