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Donnerstag, 23 Juli 2020 18:00

Schweden: Nachtzüge nach Europa sollen ab August 2022 fahren

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Fotos Bengt Dahlberg.

Es sollte einfach sein, die europäischen Städte auf dem Kontinent mit klimafreundlichen Alternativen zu erreichen. Deshalb investiert die Regierung in Nachtzüge nach Europa, um die Möglichkeiten zu verbessern, kollektiv und klimafreundlich zu reisen. Die schwedische Verkehrsbehörde Trafikverket wird nun beauftragt, eine Ausschreibung mit dem Ziel durchzuführen, einen Nachtzugverkehr zwischen Malmö - Brüssel und Stockholm - Hamburg einzurichten, der spätestens am 1. August 2022 beginnen soll.

Das Interesse an klimaschonendem Reisen nimmt bei den Schweden zu. Immer mehr Menschen wollen den Zug nehmen, sowohl im Alltag als auch im Urlaub. Um mit dem Klima zurechtzukommen, eine starke Gesellschaft aufzubauen und das Ziel zu erreichen, der fossilienfreie Wohlfahrtsstaat der Welt zu werden, will die Regierung die Möglichkeiten verbessern, kollektiv und klimafreundlich zu reisen. Deshalb führt die Regierung jetzt die größte Eisenbahninvestition der Neuzeit durch und hat bereits früher Investitionen in Höhe von insgesamt 400 Mio. SEK (39 Mio. EUR) für den Nachtzugverkehr im Ausland angekündigt. Die genaue jährliche Verteilung wird im Herbsthaushalt festgelegt.

Im April schloss Trafikverket den Auftrag ab, die Bedingungen für die Beschaffung von Nachtzügen mit täglichen Abfahrten in mehrere europäische Städte zu untersuchen. Dort kam die Behörde zu der Einschätzung, dass es keine Bedingungen für die Beschaffung von Nachtzugverkehr durch Deutschland gibt. Hingegen ist es möglich, dass der Nachtzugverkehr durch Schweden und Dänemark durchgeführt wird und dass die Betreiber den Nachtzugverkehr ab der deutschen Grenze kommerziell betreiben. Die Regierung weist daher die schwedische Verkehrsbehörde Trafikverket an, den Nachtzugverkehr bis zur Grenze zwischen Dänemark und Deutschland zu beschaffen. Der Verkehr darf maximal vier Jahre dauern mit der Möglichkeit einer Verlängerung um weitere zwei Jahre.

Die schwedische Verkehrsbehörde muss die Zuweisung spätestens am 1. Januar 2021 an die Regierungsbehörden melden und spätestens drei Monate nach Aufnahme des Verkehrs einen Abschlussbericht über die Zuweisung erstellen.

Die Zuweisung an Trafikverket basiert auf einer Vereinbarung zwischen der Regierung, der Zentrumspartei und den Liberalen.

Kritik von privater Seite

Kritik an der Endscheidung kam von den privaten Betreibern. Wie schon von der Vereinigung der privaten Betreiber ALLRAIL kritisiert, hält Snälltåget es für falsch, wenn die Regierung den Nachtzugverkehr direkt beschafft.

"Es ist keine effektive Investition. Stattdessen sollten sie die Regeln lockern, die es Eisenbahnunternehmen bereits heute erschweren, auf den Kontinent zu fahren", sagt Thomas Charrier, Pressesprecher bei Transdev - der Muttergesellschaft von Snälltåget.  

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Regierung, Snälltåget 

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Letzte Änderung am Donnerstag, 23 Juli 2020 18:11

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