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Mittwoch, 29 Juli 2020 18:34

Italien: SASA-Qualitätscharta im ÖPNV für Südtirol vorgestellt

tirol
Foto LPA/Ingo Dejaco.

Qualität soll im öffentlichen Nahverkehr in den Städten künftig großgeschrieben werden: Dazu haben das Land Südtirol und die In-House-Gesellschaft öffentlicher Körperschaften SASA gemeinsam mit Nutzerorganisationen und Verbraucherschutz eine Qualitätscharta erarbeitet und nun vorgelegt. Die Charta ist im zu Jahresende 2019 abgeschlossenen und für zehn Jahre gültigen Dienstleistungsvertrag zwischen Land und SASA vorgesehen.

Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider, SASA-Präsident Francesco Morandi und SASA-Direktorin Petra Piffer haben die fast 60 Seiten umfassende Qualitätscharta heute (29. Juli) in Bozen präsentiert.

Fokus auf zugängliche, bequeme und emissionsarme Mobilitätsmittel

"Wir wollen, dass jeder, der von A nach B will, nicht zuerst den Autoschlüssel sucht, sondern das geeignetste und umweltfreundlichste Mobilitätsmittel -gerade deshalb ist Qualität der Dienste der öffentlichen Verkehrsmittel so wichtig", beschrieb Mobilitätslandesrat Alfreider bildhaft das bedeutendste Ziel im Personenverkehr. Insgesamt wolle das Land den Fahrgästen ständig verbesserte Dienste bieten: Mit guter Zugänglichkeit, Komfort und Sicherheit, so Alfreider. Die Busflotte soll zudem leiser und vor allem sauberer werden. Schließlich sollen alle Mobilitätsmittel dank digitaler Systeme noch besser vernetzt werden, erklärte der Landesrat.

Aktuell fahren 72 der 175 SASA-Busse mit alternativen Antrieben oder geringem Schadstoffausstoß besonders emissionsarm. Seit 2019 wurden über eine Investition von 18 Millionen Euro 54 neue emissionsarme Busse übergeben. 2020 werden mit einer Investition von 14,5 Millionen Euro 40 weitere Busse, darunter acht neue Elektrobusse, angekauft. "Bis 2022 soll zwei Drittel der gesamten Fahrzeugflotte weniger als fünf Jahre alt sein und entsprechend emissionsarm verkehren", kündigte Alfreider an.

Weiter sind laut dem Landesrat Investitionen in moderne Antriebstechnologien wie Wasserstoff- und Elektromobilität wichtig: "Der Recovery Fund der Europäischen Kommission will saubere Energiequellen stärker fördern," berichtete Alfreider und kündigte an: "Auch da möchten wir in Südtirol unsere Vorschläge und Projekte einreichen."

Hinweise der Nutzer wichtig

Als "primäres Bedürfnis der Menschen" definierte SASA-Präsident Morandi die Mobilität. Die Nachfrage nach mehr Mobilität steige, weshalb die Öffis eine wichtige Rolle spielen: "Im Dienstleistungsvertrag sind Qualitätsmerkmale für die Öffis enthalten. Sie sind ein Auftrag an uns, einen effizienten und qualitativ hochwertigen öffentlichen Verkehrsdienst zu gewährleisten", erklärte Morandi: Sowohl die SASA selbst als auch das Land überwache die Einhaltung der Qualitätsstandards.

Mit der Charta erfolge "Qualitätssprung", sagte SASA-Direktorin Piffer: Wichtige Qualitätsmerkmale seien Zugänglichkeit, beispielsweise auch für Menschen mit Beeinträchtigung, Komfort für Fahrer und Fahrgäste sowie umfassende Informationen. "Um die Dienste auf dem Weg zu immer mehr Qualität weiterentwickeln zu können, seien auch die Rückmeldungen der Nutzer wichtig: Anregungen sind erwünscht", unterstrich Piffer. Die Zufriedenheit mit den von SASA gebotenen Dienstleistungen belief sich im Jahr 2019 bei einer Kundenzufriedenheitsanalyse bei 7,8 auf einer Notenskala von 1 bis 10. Alle Nutzer hatten daran teilnehmen können.

Nutzer im Zentrum des Interesses

Die Dienstleistungscharta regelt die Beziehung zwischen SASA und Fahrgästen, denen das Dokument zugutekommen soll. In der Charta, die es auch als übersichtliche Broschüre für die Nutzer gibt, sind der Dienst und die Linien, die Verpflichtungen von SASA im Bereich Nachhaltigkeit, die Zusammensetzung und Erneuerung der Busflotte, die Informationsangebote für die Fahrgäste, die Barrierefreiheit und die Reisesicherheit, die Qualitätsstandards sowie die Kontrolle und Überwachung derselben beschrieben.

Für die Fahrgäste sind somit jede Menge nützliche Infos enthalten: wo man Anregungen deponieren kann, was man tun muss, wenn man etwas vergessen hat oder, wo man Fahrscheine kaufen und sich über die Fahrpläne informieren kann. Aufgelistet sind auch Verhaltensvorgaben. Landesrat Alfreider erinnerte daran, dass aktuell in allen öffentlichen Verkehrsmitteln die Fahrgäste zum Schutz vor dem Coronavirus während der Fahrt Mund-Nasenschutz tragen müssen.

Pressemeldung Autonome Privinz Bozen-Südtirol

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