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Donnerstag, 06 August 2020 13:00

Ungarn: Die ungarische 424.247 am Plattensee

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Am 1. und 2. August fand in Ungarn eine große Zugveranstaltung statt. Neben speziellen Diesellokomotiven fuhr auch die 424.247: am Samstag mit historischen blauen Schnellzugwagen von Székesfehérvár nach Tapolca und am Sonntag mit grünen Wagen von Tapolca nach Balatonfüred und zurück.

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Die erste Phase der Elektrifizierung der Nordstrecke entlang des Balatonsees nach Balatonfüred ist fast abgeschlossen. Bis Alsóörs hängt schon der Fahrdraht. Sobald diese Phase beendet ist, wird der verbleibende Teil über Tapolca nach Keszthely modernisiert.

Schon vor dem Ersten Weltkrieg hatte die Ungarischen Eisenbahngesellschaft Magyar Államvasutak (MÁV) in der damaligen Österreichisch-Ungarischen Monarchie Pläne für eine Universallokomotive für den schnellen Personen- und Güterzugdienst auf Strecken mit einer Steigung von 12-16 ‰. Zunächst dachte man an eine Lokomotive mit der Achsfolge 1’D, aber wegen der oft geringen Abstände zwischen den Bahnhöfen, wodurch oft und kräftig beschleunigt werden musste, hielt man eine 2'D-Lokomotive für besser geeignet. Der maximale Achsdruck wurde auf 15 Tonnen festgelegt.

Die ersten 26 Exemplare der neuen Baureihe 424 wurden 1924/25 von der MÁVAG an die MÁV geliefert, gefolgt von der 424.027 im Jahr 1932 mit der Fabriknummer 5000. Erst während des Zweiten Weltkriegs wurde mit der Serienproduktion angefangen. Zwischen 1940 und 1944 kamen 212 Lokomotiven hinzu, die als 424.028 - 424.240 eingereiht wurden (424.235 wurde erst im November 1946 fertiggestellt), 424.241 - 245 folgten 1947, 424.246 1951.

Die 424er wurden bald zur bekanntesten Lokomotive Ungarns für die unterschiedlichsten Züge. Sie waren so erfolgreich, dass ab 1955 weitere 119 Lokomotiven hinzugefügt wurden. Diese letzte Serie wurde nach deutschem Vorbild mit großen Windleitblechen versehen und die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 90 km/h angehoben. Im Laufe der Zeit waren viele Verbesserungen vorgenommen worden, darunter ein geschweißter Kessel, Ister-Blasrohr, eine doppelte Luftpumpe und elektrische Beleuchtung. Einige Lokomotiven wurden auf Ölfeuerung umgerüstet.

Insgesamt erhielt die MÁV 365 Lokomotiven, von denen jedoch einige wegen Kriegsschäden vorzeitig abgestellt werden mussten. Seit Anfang der 80er Jahre wurden die Maschinen ausgemustert. Einige von ihnen wurden noch als Heizlokomotiven verwendet, aber die meisten wurden verschrottet. Die letzte Lokomotive verließ 1986 den aktiven Dienst. Einige von ihnen, darunter die erste und die letzte, sind erhalten geblieben.

Neben der ölgefeuerten 424.247 (MÁVAG Budapest Nr. 7286/1955), 1955) ist auch die 424.009 betriebsfähig.

Aufgrund der positiven Erfahrungen verkaufte die MÁVAG 149 Lokomotiven an ausländische Eisenbahnen, unter anderem an die Slowakei (SŽČSD ab 1945, Baureihe 465.0), an Jugoslawien (JDŽ, Baureihe 11), an die Sowjetunion (SŽD, Baureihe TM) und sogar an Nordkorea. Insgesamt betrug die Zahl der produzierten Maschinen 514.

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