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Dienstag, 07 November 2017 16:00

Österreich: Wien wird teurer - nur die 365-Euro-Jahreskarte bleibt

Die Wiener Linien investieren Jahr für Jahr hunderte Millionen Euro in den Ausbau des Öffi-Angebots in Wien. Mit den Verbesserungen steigen auch die laufenden Betriebskosten. Ab 1.1.2018 kommt es deshalb zu Preisänderungen beim Ticketangebot. Dadurch sollen die Ticketerlöse um rund 3,7 Prozent gesteigert werden. Mit der Preisänderung wird die hohe Qualität von U-Bahn, Bim und Bus gesichert. Unberührt von der Tarifautomatik bleiben die 365-Euro-Jahreskarte, das Top-Jugendticket und Jugendticket für SchülerInnen und Lehrlinge sowie der Preis für die Semestertickets für Studierende beim Online-Kauf.

Seit der letzten Preisänderung im Jahr 2014 haben die Wiener Linien den Öffi-Ausbau für ihre Fahrgäste stark vorangetrieben: Von der Verlängerung der U1 nach Oberlaa, der kontinuierliche Erneuerung des Fuhrparks mit modernen Zügen und Bussen, über die laufende U4-Modernisierung bis zu Intervallverdichtungen auf zahlreichen Linien und den neuen Sicherheits- und ServicemitarbeiterInnen. „Das Wiener Öffi-Angebot wächst seit Jahren kontinuierlich. Das Preis-Leistungsverhältnis bleibt eines der attraktivsten in ganz Europa“, so Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl. Allein in diesem Jahr investierten die Wiener Linien rund 413 Millionen Euro in die weitere Verbesserung des öffentlichen Verkehrs.

Wiener Öffi-Netz mit europaweit bestem Preis-Leistungsverhältnis Seit der Einführung der 365-Euro-Jahreskarte im Jahr 2012 stiegen sowohl die Verkaufs- als auch die Fahrgastzahlen stark an. Mittlerweile nutzen rund 760.000 KundInnen die Jahreskarte um einen Euro pro Tag und damit doppelt so viele als zum Zeitpunkt der Preissenkung. Der Preis der 365-Euro-Jahreskarte bleibt nach dem 1.1.2018 gleich. Und auch andere Vielfahrer-Tickets, wie z.B. die Semesterkarte (bei Online-Kauf), bleiben unverändert.
Im europäischen Vergleich gehört Wien weiterhin zu den Städten mit dem günstigsten Jahreskartenpreis: im Durchschnitt kostet eine Jahreskarte rund 780 Euro, in Wien weniger als die Hälfte. In Städten, die mit Wien vergleichbar sind, wie z.B. Hamburg (606 Euro) oder München (741 Euro), ist die Jahreskarte deutlich teurer. In Amsterdam kostet das Jahresticket 920 Euro.

Jahreskarte bei monatlicher Abbuchung unter Preisniveau von 2002 Der Jahreskarten-Tarif bei monatlicher Abbuchung erhöht sich künftig um 1,75 Euro. Damit liegt der Preis trotz des laufend ausgebauten Öffi-Netzes noch immer unter dem Niveau von 2002. Ein Einzelfahrschein kostet künftig 20 Cent mehr, der ermäßigte Einzelfahrschein kostet 10 Cent mehr. Der neue Preis für die Wochenkarte beträgt 17,10 Euro statt bisher 16,20 Euro.
Der SeniorInnentarif der Jahreskarte wurde letztmals 2007 angehoben. Für EinmalzahlerInnen der SeniorInnen-Jahreskarte ändert sich der Preis um 11 Euro, bei monatlicher Abbuchung erhöht sich der Betrag um rund 1,40 Euro pro Monat.

Neue Tickets im Angebot

Mit den Preisänderungen passen die Wiener Linien auch ihr Ticketangebot an. Einige Fahrscheine, wie z.B. das 4-Fahrten-Ticket oder das 90-Minuten-Ticket werden wegen geringer Nachfrage aufgelassen. Neu im Sortiment ist ab 1.1.2018 ein 2-Fahrten-Fahrschein und ein Einzelfahrschein für SeniorInnen.

Ende des Fahrschein-Verkaufs in Autobussen

Von allen Fahrgästen der Wiener Linien haben lediglich 0,06 Prozent ihren Fahrschein im Bus gekauft. Zusätzlich ist der Verkauf im Bus mit hohen Vertriebskosten verbunden und sorgt für Verzögerungen im Fahrbetrieb. Mit der Einstellung des Fahrscheinverkaufs bei den BuslenkerInnen kommen die Wiener Linien auch einer Empfehlung des Stadtrechnungshofs nach.

Anspruchsalter für SeniorInnen

Mit 1.1.2014 wurde in fast allen Verkehrsunternehmen Österreichs das Anspruchsalter für die SeniorInnen-Ermäßigung bei Einzelfahrschein und Jahreskarte für Frauen und Männer von 60 auf 61 Jahre angehoben. Das Anspruchsalter steigt seither automatisch alle zwei Jahre um ein Lebensjahr: ab 1.1.2018 muss man 63 Jahre alt sein, um ein Öffi-Ticket mit SeniorInnen-Ermäßigung kaufen zu können.

Schwarzfahren

Wer beim Schwarzfahren erwischt wird, zahlt ab 1. Jänner 105 Euro. Bei Bezahlung innerhalb von zwei Wochen beläuft sich die Mehrgebühr auf 115 Euro. Bisher musste binnen drei Tagen bezahlt werden, sonst erhöhte sich der Betrag automatisch auf 134 Euro. Damit kommen die Wiener Linien einer Empfehlung des Stadtrechnungshofs nach.

Mehr Effizienz

Die Wiener Linien setzten in den vergangenen Jahren zahlreiche Effizienzmaßnahmen in der Verwaltung, in den Werkstätten, im Bau- und Anlagenmanagement und im betrieblichen Bereich um. Dazu zählt beispielsweise die Optimierung von Wartungsverträgen für Fahrzeuge, die Erarbeitung neuer Werkstättenkonzepte bzw. die Optimierung im Bahnhofsmanagement. „Die uns zur Verfügung stehenden Mittel werden so effizient wie nur möglich eingesetzt“, so Reinagl. Die gestiegene Produktivität zeigt sich auch in den Fahrgastzahlen: Während 2010 von einer bzw. einem MitarbeiterIn noch 104.000 Fahrgäste befördert wurden, waren es 2016 bereits 112.000 Fahrgäste je MitarbeiterIn. Insgesamt konnten seit 2001 durchschnittlich rund 35 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden.

Pressemeldung Wiener Linien GmbH & Co KG

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