

České dráhy, Torsten Liermann.
Die Machbarkeitsstudie für eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke (Vysokorychlostní trať, VRT) zwischen Prag und Dresden wird bis September abgeschlossen sein. Die Strecke soll außerhalb des ursprünglich definierten Korridors verlaufen. Nach Genehmigung der Studie werden weitere Investitionsvorbereitungen für den Bau fortgesetzt.
Wie die Eisenbahnverwaltung Správa železnic am 29.07.2020 informierte, hat sich die Ausarbeitung der Studie in den letzten Monaten verzögert, weshalb die Verwaltung den Vertrag mit CEDOP-EGIS in diesem Jahr gekündigt hatte. Die Studie wird nun von Správa železnic selbst abgeschlossen. Der erste Abschnitt der Strecke soll 2030 fertiggestellt werden. Die gesamte Strecke soll rund 5 Mrd. EUR (etwa 131 Mrd. CZK) kosten.
Im September soll die Studie von der Zentralkommission des Verkehrsministeriums überprüft werden. Nach ihrer Genehmigung wird die Eisenbahnverwaltung die Investitionsvorbereitungen für den grenzüberschreitenden Teil des Baus zwischen Ústí nad Labem und Heidenau sowie zwischen Prag und Lovosice/Litoměřice abschließen. Letzterer Abschnitt ist zweigeteilt: Prag-Balabenka - Abzweig Oleško und Abzweig Oleško - Litoměřice.
Die Strecke wird außerhalb des ursprünglich definierten Korridors verlaufen, der dem Gebietsschutzgebiet der territorialen Entwicklung der Region Ústí entsprach. Nach den neuen Plänen soll die Bahn dem aktuellen Konzept der Verkehrsdienste in den Regionen folgen und mehr Städte anfahren. Deshalb verhandelt die Verwaltung bei der Erörterung der neuen Strecke mit Vertretern der betroffenen Gemeinden. Aus diesen Verhandlungen sollten die Bedingungen für die weitere Projektvorbereitung hervorgehen. Die Kommunen können sich anschließend am UVP-Verfahren beteiligen, in dem die Auswirkungen des Baus auf die umliegende Umwelt bewertet werden.
Der Abschnitt Prag - Lovosice, als Teil des Kernnetzes des transeuropäischen Verkehrsnetzes TEN-V, soll im Einklang mit der EU-Verkehrspolitik bis 2030 fertig gestellt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, bereitet die Eisenbahnverwaltung für Anfang nächsten Jahres die Ausschreibung für die Vorbereitung der Unterlagen für Planfeststellungsbeschlüsse und UVP-Prüfungen vor.
Die Vorbereitung des grenzüberschreitenden Abschnitts des tschechisch-deutschen Erzgebirgstunnels ist am weitesten fortgeschritten. Die Verwaltung bereitet zusammen mit Deutschland die Verträge für die Projektleitung der Bauvorbereitung, die Vorbereitung der Dokumentation für Planfeststellungsbeschlüsse oder die für den Bau des Tunnels erforderlichen Gutachten und Bewertungen (geodätische Vermessung, Geologie, Naturschutz usw.) vor. Das Projektmanagement nach deutschem Vorbild wird sowohl für den 26 Kilometer langen Tunnel selbst, den beide Länder voraussichtlich in der zweiten Hälfte des nächsten Jahrzehnts in Betrieb nehmen werden, als auch für die Verbindungsstrecke vom Tunnel nach Ústí nad Labem angewendet.
Aufgrund des wachsenden Güterverkehrs zwischen der Tschechischen Republik und Deutschland gehört die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Prag nach Dresden zu den Prioritäten beider Länder. Die Fahrzeit auf der Strecke Prag - Dresden soll auf eine Stunde verkürzt werden, und das Verkehrsministerium verspricht, dass es auch einen Teil des Verkehrs von der lange überlasteten konventionellen Strecke im Elbtal umleiten wird.
WKZ, Quelle Správa železnic, Haló Noviny