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Freitag, 14 August 2020 08:00

Lettland: EDZL soll einen gemeinsamen Rail Baltica-Infrastrukturverwalter aufbauen

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Foto Regierung Lettland.

Am 11. August 2020 hat sich das Ministerkabinett Lettlands für einen einzigen gemeinsamen Infrastrukturbetreiber für die Rail Baltica-Linie ausgesprochen. Um dieses Ziel zu verfolgen, benannte die lettische Regierung das nationale Durchführungsorgan der Rail Baltica in Lettland, SIA "Eiropas dzelzce līnijas" (EDZL), um die die notwendigen rechtlichen und administrativen Verfahren in Lettland einzuleiten und die Vorbereitungen für den Infrastrukturbetrieb der Rail Baltica zu erleichtern.

Während der Kabinettssitzung betonte der lettische Verkehrsminister Tālis Linkaits: "Das Ziel Lettlands ist es, ein einheitliches gemeinsames Rail Baltica-Infrastrukturmanagement für alle drei baltischen Staaten zu erreichen. Wir haben diese Vereinbarung in verschiedenen Treffen mit Experten und Industrievertretern erreicht. Wir müssen in der Lage sein, die neue Strecke effektiv zu nutzen und eine neue Qualität der Dienstleistungen anzubieten. Das lässt sich am besten durch ein einziges gemeinsames Infrastrukturmanagement erreichen.

Während die Diskussionen zwischen den baltischen Staaten über die optimale Infrastruktur von Rail Baltica noch andauern, wird die EDZL in der Zwischenzeit folgende Aufgaben wahrnehmen:

• Gewährleistung der Instandhaltung der neu gebauten Infrastruktur und Objekte;
• Durchführung des Landerwerbs;
• Entwicklung nationaler Rechtsakte und Vorschriften zur Schaffung des gemeinsamen Rail Baltica-Infrastrukturmanagementrahmens.

Minister Linkaits betonte, dass es im Interesse der zukünftigen Bahnbetreiber, der Logistikindustrie und anderer Bahnbenutzer liegt, einen einzigen gemeinsamen Infrastrukturmanager für Rail Baltica einzurichten, der die Schlüsselfunktionen eines grenzüberschreitenden Infrastrukturbetreibers wahrnimmt, der sich stark für die Förderung eines gleichberechtigten Zugangs und eines gut funktionierenden Eisenbahnmarktes einsetzt, indem er einen fairen Wettbewerb und einen gleichberechtigten Zugang zur Infrastruktur gewährleistet. 

Kaspars Vingris, EDZL-Vorstandsvorsitzender, sagt: "Bevor mit der Entwicklung des Infrastrukturmodells von Rail Baltica begonnen wird, muss jedes Land eine Hausaufgabe erledigen: einen rechtlichen Rahmen schaffen; über das Management des Betriebs in den multimodalen Wartungseinrichtungen wie dem Hauptbahnhof Riga und dem intermodalen Terminal Salaspils entscheiden sowie die notwendigen personellen und technischen Mittel bereitstellen. Ziel ist es, eine kundenfreundliche Rail Baltica-Infrastruktur zu gewährleisten, die auch mit anderen Verkehrsträgern integriert ist. Um ein gemeinsames Management der Infrastruktur zu erreichen, werden wir eng mit den Rail Baltica-Durchführungsstellen in Estland, Litauen und den Kollegen von RB Rail AS zusammenarbeiten".

Die Kapitalgesellschaft des Verkehrsministeriums SIA "Eiropas dzelzce līnijas" wurde 2014 gegründet und setzt die lettischen Aktivitäten des Rail-Baltica-Projekts um. In diesen Jahren hat die Gesellschaft bedeutende Erfahrungen und Fachkenntnisse bei der Umsetzung der Rail Baltica gesammelt und übt in der Tat bereits die Funktionen des Verwalters der Eisenbahninfrastruktur aus. Daher ist es unter Berücksichtigung der gesammelten Erfahrung und Kompetenz wirtschaftlich gerechtfertigt, den Infrastrukturmanager von Rail Baltica für den Betrieb einer "Europäische Eisenbahn" zu beauftragen und nicht eine neue Institution oder Kapitalgesellschaft zu gründen. Die Entwicklung des Modells des Infrastrukturmanagements von Rail Baltica ist ein schrittweiser Prozess, der mit dem Bau, der Erprobung und der Inbetriebnahme der Eisenbahninfrastruktur endet.

WKZ, Quelle RailBaltica

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