english

Montag, 24 August 2020 09:00

Spanien: Talgo will mehr Geld für die Wartung der neuen AVE-Züge

avril
Foto Talgo.

Talgo verhandelt mit Renfe die Konditionen des AVE-Megavertrages neu, der Ende 2016 im Wert von maximal 1.281 Mio. EUR mit einem Rabatt von 40% gewonnen wurde. Die Vereinbarung betrifft die Wartung der 30 Avril-Züge für einen Zeitraum von 30 Jahren, da die Flotte nach Angaben des Herstellers aufgrund vieler Änderungen nicht mehr als homogen bezeichnet werden kann.

Was die Vertragsänderungen betrifft, so verlangte Renfe im Juli 2019 den Umbau von zehn der Avril-Züge in kostengünstige AVE-Züge für den Avlo-Dienst, was bedeutet, dass jeder dieser Züge 581 Sitzplätze haben und 700.000 km pro Jahr zurücklegen wird, verglichen mit 400.000 km pro Jahr für das Rollmaterial, das für den konventionellen Hochgeschwindigkeitsverkehr bestimmt ist. Somit ergeben sich vier Zugtypen: 10 Züge mit fester Spurweite und 10 mit variabler Spurweite für den konventionellen AVE-betrieb und je fünf Züge mit fester Spurweite und mit variabler Spurweite für die Low-Cost-Züge, die andere Revisionspläne haben.

Talgo hat nach Angaben des Wirtschaftsblattes "El Economista" den Wartungsvertrag mit Renfe noch nicht unterzeichnet. Im November 2019 forderte Talgo in einem Brief an Renfe eine Erhöhung der Festpreise pro Zug und der variablen Entgelte, was eine Erhöhung des Budgets um mehr als 100 Mio. auf 800 Mio. EUR bedeuten würde, heisst es aus gut informierten Quellen. Konkret geht es un eine 10%ige Erhöhung des Festpreises pro Zug und des variablen Preises.

Quellen, die dem Betreiber nahe stehen, räumen ein, dass sich nachträgliche Vertragsänderungen auf die Kostenstruktur der Flotteninstandhaltung auswirken können, erinnern aber auch daran, dass der damals von Talgo für die Auftragsverlängerung angebotene Preis sehr niedrig war. "Es gibt Kostenvorteile bei der Instandhaltung einer Flotte von 30 Zügen im Vergleich zu 15, aber nicht so viele, wie sich in den Zahlen der Auftragsvergabe widerspiegeln", erklären Quellen aus der Nähe des Betreibers. Die ersten 15 Züge machen 64% des gesamten Vertragsbudgets aus, während die anderen 15 nur 36% ausmachen, was eine Reduzierung von 44% bedeutet, entsprechend dem von Renfe genehmigten Höchstbudget.

Wie José María de Oriol Fabra, CEO von Talgo, in einer Konferenz mit Analysten erklärte, rechnet die Gruppe damit, den Wartungsvertrag für die Avriles mit Renfe "in den nächsten Wochen" unterzeichnen zu können, obwohl er nicht präzisierte, ob der Vertrag die 30 Züge oder nur die ersten 15 umfasst. "Der Unterzeichnungsdruck ist nicht groß, da die Züge erst Ende 2021 kommerziell in Betrieb genommen werden. Wir haben ohnehin noch viel Zeit", erklärte der Manager.

WKZ, Quelle El Economista

Zurück

Probeabo

Nachrichten-Filter