Griechenland: Eisenbahn in Makedonien / Thrakien
Die geplante Neubaustrecke Thessaloniki - Kavala - Toxotes (auch Rail egnatia) führt in der Region zu erheblichen Diskussionen, weil die alte Strecke aus otomanischer Zeit alle größeren Städte der Region ausgenommen Kavala bedient, aber technisch in einem sehr schlechten Zustand ist und auch wegen der Trassierung zumindest derzeit völlig unattraktive Fahrzeiten bietet, sofern überhaupt Züge verkehren.
Die geplante Neubaustrecke verkürzt den Abschnitt Thessaloniki -Xanthi erheblich und bindet Kavala ans Eisenbahnnetz an, hängt aber Serres und Drama ab. Nach regionalen Presseberichten hat auf eine parlamentarische Anfrage hin der zuständieg Infrastrukturminister Karamanlis erklärt, dass die Neubaustrecke ein langfristiges Projekt sei, Drama und Serres sollen nach Reaktivierung der 1931 eröffneten und 1970 abgebauten Strecke Amphipoli - Nea Zichni (Mirini) und Ausbau der Bestandsstrecke in diesem Bereich angebunden werden.
Gleichzeitig sei der Ausbau der Bestandsstrecke ein kurz- bis mittelfristiges Projekt. Ob dann ein Verkehrsbedürfnis für zwei parallele Strecken vorhanden ist, belibt abzzuwarten. Eine intensivere Planung ist offensichtlich geboten.
Wie im LOK Report berichtete, wurde ein Teil des Hafens von Alexandroupoli, dem östlichsten Festlandhafens Griechenlands, den US-Streitkräften zur Verfügung gestellt. Das bringt zwar Eisenbahnverkehr in den Hafen, erhöht aber die ohnehin vorhandenen politischen Spannungen in der östliche Ägäis, weil die Türkei offensichtlich befürchtet, dass die USA einen Einfluss auf die Schiffspassage in den Dardanellen ausüben könnten.
Prof. Dr. Johannes Schenkel




