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Freitag, 10 November 2017 07:30

Frankreich: Patrick Jeantet spricht sich für eine Schuldenübernahme durch den Staat aus

Der Präsident der SNCF Réseau, Patrick Jeantet, hat sich am Donnerstag (09.11.17) für eine vollständige oder teilweise Übernahme der Schulden von SNCF Réseau durch den Staat ausgesprochen. "Wir sind natürlich für eine vollständige oder teilweise Übernahme der Schulden, oder zumindest bin ich dafür," wird Jeantet in einer Anhörung vor dem Ausschuss für europäische Angelegenheiten der Nationalversammlung vom Figaro zitiert.

Der französische Infrastrukturverwalter SNCF Réseau ist von immer größer werdenden Schulden geplagt, die Ende Juni 46,1 Mrd. Euro erreichten. Die Aktiengesellschaft befindet sich in einem Teufelskreis: "Wir borgen uns Geld zu den gleichen Zinssätzen wie der Staat, aber trotz dieser niedrigen Zinssätze haben wir 1,3 Mrd. Euro Finanzaufwand pro Jahr", erklärte Jeantet.

Im September 2016 weigerte sich die Vorgängerregierung, diese Schulden zu übernehmen, um das öffentliche Defizit nicht zu erhöhen. Seitdem hat sich die Verschuldung von SNCF Réseau wieder um 2 Mrd. Euro erhöht. "Jedes Jahr stellt sich die Frage: Kann man einen Teil dieser Schulden nicht indirekt in die Staatsverschuldung rückzukonsolidieren?"

Das Thema ist Teil der Aufgabe, mit der Jean-Cyril Spinetta bis Januar 2018 die Vorschläge zur "Neugründung des französischen Eisenbahnmodells" entwerfen soll. Eine Verringerung dieser Schulden könnte auch die Einsparungen von 1,2 Mrd. Euro über zehn Jahre verringern, die von SNCF Réseau im Rahmen des mit dem Staat unterzeichneten "Leistungsvertrags" erbracht werden müssen. "Wir sind der Produktivität verpflichtet", sagte Jeantet. "Wenn wir das Finanzmodell des französischen Eisenbahnsystems insgesamt stabilisieren wollen, muss dieses Schuldenproblem früher oder später gelöst werden", betonte er.

WKZ, Quelle Le Figaro

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