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Mittwoch, 02 September 2020 09:00

Tschechien: Deutsche Experten stellten Varianten der Tunnellösung zwischen Dejvice und Veleslavín vor

Die Schlussfolgerungen der Beurteilungen über die geeignetste Variante der Trasse unter dem Prager Stadtviertel Střešovice im Rahmen des Projekts der Modernisierung der Strecke Prag - Kladno wurden gestern von Professor Markus Thewes von der Ruhr-Universität Bochum vorgestellt. Seinem Expertenteam zufolge ist die vorteilhafte Variante die sogenannte Südvariante, die durch einen Tunnel unter dem Zentralen Militärkrankenhaus und der Kirche St. Norbert führen soll. Auch der Tschechische Geologische Dienst, der für die Eisenbahnverwaltung ein 3D-Modell des Geländes erstellt, spricht sich für diese Trassierung aus.

"Die Universität Bochum ist eine internationale Fachbehörde, deshalb sind wir mit der Bitte an sie herangetreten, eine eigene Meinung zu bilden. Das Expertenteam wurde von Professor Thewes geleitet, der Direktor des Instituts für Bauingenieurwesen, Tunnelbau und Baumanagement an der Universität Bochum ist. Dieser renommierte Experte hat bereits am Bau von siebzig unterirdischen Bauwerken in der ganzen Welt mitgewirkt", sagte Jiří Svoboda, Generaldirektor der Eisenbahnverwaltung Správa železnic.

Ein Team deutscher Experten untersuchte vier Varianten. Neben den drei Tunnelstrecken gibt es im aktuellen Gleis auch eine Strecke mit teilweiser oder vollständiger Absenkung. "Nach den Schlussfolgerungen des Expertenteams ist die so genannte Süd-Variante, gefolgt von der Variante Střed, die vorteilhafteste. Über die Tunneltrasse werden wir zwischen September und Oktober entscheiden", fügte Jiří Svoboda hinzu.

Die Südroute führt durch einen Tunnel unter dem Zentralen Militärkrankenhaus und der Kirche St. Norberta hindurch. Nach den Ergebnissen der Studie werden der Bau und der Betrieb des Tunnels weder diese noch andere Bauwerke auf der Strecke gefährden, und die Auswirkungen von Vibrationen während des Tunnelvortriebs sind vernachlässigbar. In Bereichen, in denen der Tunnel näher an der Oberfläche liegen wird, gibt es weichen Boden, der die Vibrationen absorbiert. Die Teile, die durch das Gebirge führen, sind wiederum tief genug, so dass die Erschütterungen nicht an die Oberfläche gelangen.

Das Expertenteam bewertete die Risiken des Baus einzelner Varianten mit zwei wesentlichen technologischen Verfahren. Er untersuchte die Auswirkungen des NRTM-Verfahrens (New Austrian Tunneling Method), bei dem der Tunnel nicht als Ganzes auf einmal, sondern in Teilen aufgefahren wird. Anschliessend erforschte er die Vortriebsmethode mit Vollprofilstanzmaschinen (TBM - Tunnelbohrmaschine). Er befasste sich mit der Cut & Cover-Methode für die Ausbruchsvariante der bestehenden Strecke, die darin besteht, eine Baugrube auszuheben, einen Tunnel zu bauen und diesen mit Erdreich zu verfüllen.

WKZ, Martin Kubík, Quelle Správa železnic

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