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Donnerstag, 03 September 2020 08:00

Dänemark: Neue Analyse - Lynetteholm braucht eine U-Bahn

Das Ministerium für Verkehr und Wohnungsbau und die Stadt Kopenhagen haben Mitte August vorläufige Studien über die Möglichkeiten veröffentlicht, Lynetteholm mit der U-Bahn und einer östlichen Ringstraße zu bedienen. Mit den neuen Studien wird ein weiterer Schritt in Richtung des neuen Kopenhagener Stadtteils Lynetteholm gemacht, der mit Grünflächen und Küstenlinie bis 2070 im Sund zwischen Nordhavn und Refshaleøen entstehen wird.

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Grafik Ministerium für Verkehr und Wohnungsbau.

Der neue nachhaltige Stadtteil wird mit seiner Lage dazu beitragen, die Stadt gegen Überschwemmungen und Sturmfluten zu sichern. Mit einer Fläche von 2,8 Quadratkilometern wird Lynetteholm auch die Möglichkeit für ein Stadtentwicklungsprojekt mit Platz für Wohnraum für 35.000 Kopenhagener und ebenso viele Arbeitsplätze schaffen. Auf diese Weise ergibt sich die Möglichkeit, Raum für mehr Kopenhagener zu schaffen, ohne dass die Wohnungspreise in den Himmel steigen.

Eine effiziente Infrastruktur ist entscheidend für die Entwicklung von Lynetteholm, damit man den neuen Stadtteil erreichen und verlassen kann und um den zunehmenden Verkehr rund um das Zentrum von Kopenhagen zu bewältigen. In den neuen Machbarkeitsstudien werden die Wirtschaftlichkeit und die Auswirkungen von drei verschiedenen Vorschlägen für den U-Bahnbetrieb und neun Angeboten für die Trassierung einer östlichen Ringstraße von Nordhavn zum Amagermotorvejen oder Øresundsmotorvejen am Flughafen dargestellt.

"Mit Lynetteholm erhalten Sie einen wirksamen Sturmflut-Schutz Kopenhagens von Norden her und damit eine Sicherheit für die Bürger der Stadt, die in den kommenden Jahrzehnten wahrscheinlich noch extremere Wetterlagen erleben werden. Der Østlig Ringvej und eine neue U-Bahn können Lynetteholm und andere Stadtentwicklungsgebiete bedienen, werden aber zu einem großen Teil auch neue Mobilität und Werte für den Rest der Hauptstadt schaffen. Der Østlig Ringvej wird auch viele zentrale Straßen in Kopenhagen entlasten und gleichzeitig den Zugang zum Kopenhagener Flughafen und zur Öresund-Verbindung verbessern. Eine intelligente Lösung könnte darin bestehen, einen Absenktunnel in Rødby zu bauen, sobald die Fehmarnbelt-Verbindung in Betrieb genommen ist", so Verkehrsminister Benny Engelbrecht.

Für Bürgermeister Frank Jensen (S) wiegt die Sicherung der Zukunft der Stadt schwer: "Wir müssen sowohl die Autos aus den Stadtvierteln, in denen die Kopenhagener leben, wegschaffen, als auch den grünen öffentlichen Verkehr mit mehr U-Bahn stärken. Gleichzeitig ist es mir wichtig, dass eine östliche Ringstraße um Amager Fælled herum und die Küste hinunter zum Sund geführt wird - und zwar vorzugsweise als Absenktunnel. Es wird nicht nur die billigste Lösung sein, sondern auch die schonendste für die Natur und die Bewohner von Amager, die weniger Lärm und Ausgrabungsarbeiten haben werden."

Die Durchführbarkeitsstudie für den Østlig Ringvej enthält insgesamt neun Vorschläge für verschiedene Trassenführungen, die zu einer Zeitersparnis von bis zu 2,5 Mio. DKK pro Jahr für den Verkehr im Ballungsgebiet führen könnten.

Die Durchführbarkeitsstudie der U-Bahn nach Lynetteholm befasst sich mit drei verschiedenen Vorschlägen u.a. auf der Grundlage von Finanzen, Fahrgastbasis, Kapazitäts- und Reisezeitgewinnen - einschließlich der Möglichkeiten der Kombination einer U-Bahn-Linie nach Lynetteholm mit Gebieten wie Indre Nørrebro und Rigshospitalet.

Die neue Infrastruktur wird zum Teil durch Erschließung und Grundstücksverkäufe auf Lynetteholm, wie sie z.B. aus Nordhavn und Ørestad bekannt ist, finanziert. Durch Stadtentwicklung und Grundstücksverkäufe werden Einnahmen in der Größenordnung von 17 bis 23 Mrd. DKK erwartet.

Die Machbarkeitsstudien werden die Grundlage für die weitere Arbeit des Staates und der Stadtverwaltung Kopenhagen mit Lynetteholm bilden.

WKZ, Bengt Dahlberg, Quelle Ministerium für Verkehr und Wohnungswesen

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