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Dienstag, 08 September 2020 14:22

Österreich: Nahverkehrsinitiative für die Stadt Linz

Die Weichen für die städtische „Öffi-Offensive“ sind gestellt. Die Arbeitsgruppe „ÖV-Korridor Linz“ legt nun die Detailplanungen für den weiteren Ausbau des Nahverkehrs vor. Das von Stadt Linz und Land OÖ in den vergangenen Monaten ausgearbeitete Konzept skizziert die Stadtbahnlösung in Kombination mit zusätzlichen O-Buslinien sowie die weiteren Maßnahmen, die damit verbunden sind. Das Nahverkehrskonzept wird dem Linzer Gemeinderat am 24. September zum Beschluss vorgelegt.

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Grafik Stadt Linz.

„Um den Wirtschaftsstandort Linz zu stärken sowie die Lebensqualität der Linzerinnen und Linzer weiter zu erhöhen, benötigen wir dringend den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Das umfassende Nahverkehrskonzept soll die Menschen zum Umsteigen bewegen und hohe Staubelastungen reduzieren. Ich bin zuversichtlich, hierfür einstimmige Beschlüsse im Linzer Gemeinderat erwirken zu können“, verweist Bürgermeister Klaus Luger auf die vorrangigen Ziele der städtischen Öffi-Offensive.

„Der Ausbau der O-Buslinien, der neuen Buslinien sowie die neue Stadtbahn sind Großprojekte, die ganzheitlich gedacht werden müssen. Gemeinsam mit dem Land OÖ wurde deshalb eine einheitliche Verkehrslösung entwickelt. Mit diesem neuen, attraktiven Öffi-Angebot wird so der Grundstein für eine deutlich verkehrsberuhigte Stadt gelegt. Das ist die Voraussetzung für mehr Lebensqualität“, unterstreicht Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein die Wichtigkeit eines allumfassenden Nahverkehrskonzepts.

Im Sinne der klimapolitisch notwendigen Reduktion von Treibhausgasen und Luftverschmutzung sowie dem Schutz der Bevölkerung vor Lärm und gesundheitsschädlichen Emissionen müssen in der Landeshauptstadt langfristig verkehrswirksame Maßnahmen im öffentlichen Verkehr gesetzt werden. Insbesondere die Forcierung derzeit nicht erschlossener öffentlicher Verkehrsachsen (ÖV), im Speziellen die alte ÖBB Hafenbahntrasse, steht im Fokus. Eine Erschließung dieser Strecke soll der Bevölkerung gegenüber den bestehenden ÖV-Netzen sowie dem Individualverkehr deutliche Reisezeitvorteile in modernen und – im Sinne der CO2-Emissionsnormen – sauberen Fahrzeugen bieten.

Zwei neue Stadtbahnen

Auf der Stadtbahnachse sollen künftig die S6 Mühlkreisbahn und die geplante S7 Gallneukirchen/Pregartner Stadtbahn unterwegs sein. Beim Gasthaus Lindbauer wird der Umstiegsknoten „Urfahr Ost“ eingerichtet. Die O-Bus-Linien 47/48 sollen beim Mühlkreisbahnhof bzw. im Bereich Karlhof starten und dann wie die Stadtbahn über die neue Donaubrücke geführt werden. Weiters ist die Streckenführung über die Hafenstraße und die alte City-S-Bahn-Trasse bis zur Derfflingerstraße und weiter unterirdisch das KUK-Gelände unterfahrend zum Europaplatz und bis zum Hauptbahnhof bzw. bis zur Lastenstraße geplant.

Neue Buslinien attraktivieren ÖV-Angebot

Zu den wichtigsten Ausbauplänen der Linz AG Linien zählen die direkten öffentlichen Verkehrsverbindungen zwischen Urfahr, dem Industriegebiet am Hafen sowie Ebelsberg und Pichling durch die neuen Buslinien 13 und 14. Diese sollen mit 18 Meter langen Elektro-Hybridbussen fahren. Als Ausgangspunkt der Linie 13 mit der Endhaltestelle Pichlingersee ist der Mühlkreisbahnhof vorgesehen. Die Schnellbus-Linie 14 beginnt im Hafen und verläuft via Umfahrung Ebelsberg zum Bahnhof Ebelsberg.

Weiters liegt der Fokus bei der Installation neuer O-Bus-Achsen im Osten von Linz. Installiert werden soll ein leistungsfähiger, im dichten Intervall verkehrender Linienverkehr zwischen Karlhof bzw. Reindlstraße (angrenzend Mühlkeisbahnhof) und der Neuen Welt durch die Linien 47 und 48. In Anlehnung an die bereits geplante Neue Schienenachse können potenziell aufkommensstarke Standorte auf der Achse Donaulände/Hafen – Universitätsklinikum – Neue Welt bis spätestens 2025 derart erschlossen werden, dass die entlang dieser Linie ansässigen Betriebe sowie die AnrainerInnen ein zur Straßenbahn äquivalentes Angebot nutzen können.

Das Nahverkehrskonzept im Detail

Seit Mai 2020 liegt der Endbericht der Ergebnisse der Arbeitsgruppensitzung für den ÖV-Korridor Linz vor. Dieser soll eine Entscheidungsgrundlage für weitere Schritte für die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs in Linz und dem Umland für die Entscheidungsträger des Landes Oberösterreich und die Stadt Linz ermöglichen.

Zudem hat die Linz AG ein Buslinienkonzept ausgearbeitet, das als Ergänzung der schienengebundenen Verkehrsmittel und als zeitnahe Maßnahme zur Entlastung vom Autoverkehr dienen soll, speziell in den südlich und östlichen Stadtbereichen Industriezeile, Großbetriebe, Pichling, Ebelsberg.

Stadtbahn

Damit Pendlerinnen und Pendler künftig bequem, stau- und stressfrei innerhalb Linz unterwegs sein können, soll die Verbindung der Mühlkreisbahn mit dem Hauptbahnhof und eine Regiotram nach Gallneukirchen als das Projekt „Stadtbahn“ verstärkt bzw. umgesetzt werden. Optional ist betriebstechnisch eine Verknüpfung mit der Linzer Lokalbahn (LILO) möglich. Die Fahrzeuge sollen laut Planungsbericht der Arbeitsgruppe „ÖV Korridor Linz“ künftig dieselben wie auf der Mühlkreisbahn und auf der Regiotram nach Gallneukirchen sein.

Die Gesamtinvestitionen für das Projekt „Stadtbahn“ auf Linzer Gebiet belaufen sich auf etwa 600 Millionen Euro. „Wir rechnen, dass der Bund 50 Prozent übernimmt. Die verbleibenden Kosten teilen sich Land und Stadt im Verhältnis 80:20. Somit rechnen wir damit, dass die Stadt Linz zwischen 60 und 80 Millionen Euro übernehmen wird“, informiert Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein.

Die Verläufe der O-Bus- und Bus-Linien entnehmen Sie bitte der Pressemeldung der Stadt Linz.

Pressemeldung Stadt Linz

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