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Mittwoch, 09 September 2020 12:28

Österreich: VCÖ-Mobilitätspreis NÖ für vier Projekte vergeben

Der diesjährige VCÖ-Mobilitätspreis NÖ stand unter dem Motto „Verkehr auf Klimakurs bringen“. Siegerprojekt ist „Nachhaltige Logistik 2030+“. LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Landesrat Ludwig Schleritzko und VCÖ sowie ÖBB zeichneten heute vor dem Landhaus in St. Pölten neben dem Siegerprojekt noch weitere Projekte aus Wiener Neudorf, Wieselburg und Pernitz aus.

Christian Gratzer erklärte, dass „der Verkehr auch in Niederösterreich jener Sektor ist, der den meisten CO2-Ausstoss verursacht.“ Im Jahr 1990 hatten Verkehr und Gebäudesektor noch ungefähr gleich hohe CO2-Emissionen, zuletzt seien die Verkehrsemissionen drei Mal so hoch wie jene des Gebäudesektors. Daher sei das diesjährige Motto des VCÖ-Mobilitätspreise in Niederösterreich mit „Verkehr auf Klimakurs bringen“ bewusste gewählt worden. Von 57 eingereichten Projekten wurden vier ausgezeichnet.

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf sagte, dass man sich von Klimaskeptikern nicht entmutigen lassen dürfe. „Es gilt CO2-Emissionen zu vermindern. Entweder setzt man dazu auf alternative Antriebsformen oder man fährt weniger.“ In Niederösterreich seien seit heuer bereits 10.000 e-Autos unterwegs, damit sei man österreichweit Spitzenreiter. Pernkopf selbst habe sich zudem ein e-Transportrad gekauft. Sein Appell dahingehend: „Jeder kann seinen Beitrag leisten.“

Auf die Frage, wo man in Niederösterreich im Bereich der Mobilität stehe, sagte Landesrat Ludwig Schleritzko: „Wir wissen, dass Emissionen reduziert werden müssen. Die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher sind viel unterwegs, weil Niederösterreich ein Flächenbundesland ist. Aber: Mehr Personen denn je sind im Öffentlichen Verkehr unterwegs. Daher werden wir das Bus- und Bahnangebot weiter ausbauen.“ Bis 2030 investiere das Land 1,1, Milliarden Euro in ein verbessertes Zugangebot. Ein weiterer Fokus liege am Ausbau des Radverkehrs. Schleritzko dazu: „Besonders kurze Strecken können zu Fuß oder mit dem Rad bewältigt werden. Unser Ziel ist es, den Radanteil in Niederösterreich in den nächsten Jahren zu verdoppeln. Denn wir müssen dem Klimawandel aktiv entgegentreten.“

Christof Hermann von der ÖBB Personenverkehr AG unterstrich das gute Bahnangebot und bemerkte, dass „Bus- Bahn- und Shared-Services ineinandergreifen. Jene Initiativen, die gemeinsam mit Partnern und Gemeinden angeboten werden, sind ganz wichtig.“ Ein Ziel der ÖBB sei es, bis 2030 CO2-neutral unterwegs zu sein. Dazu setze man auf die Elektrifizierung der Bahnstrecken. „Dort wo es wirtschaftlich nicht möglich und sinnvoll ist, setzen wir auf Alternativen“, sagte Hermann, der auf wasserstoffbetriebene und batteriebetriebene Triebfahrzeuge verwies.

Sieger des diesjährigen VCÖ-Mobilitätspreises ist das Projekt „Nachhaltige Logistik 2030 + Niederösterreich Wien“. In intensiver Zusammenarbeit der Länder Niederösterreich und Wien, der Wirtschaftskammern der beiden Bundesländer sowie zahlreichen Akteuren wurden seit dem Jahr 2017 zehn Pilotprojekte und 35 Maßnahmenpakete geplant, im Jahr 2019 beschlossen und bereits einiges gestartet und umgesetzt. Unter anderem soll der Lieferverkehr durch betreiberunabhängige Paketboxen reduziert werden. Mikro-Hubs sollen in Städten dafür sorgen, dass die Feinverteilung von Waren emissionsfrei mit Cargo-Bikes oder E-Transportern erfolgen. Und ein Projekt erarbeitet Lösungen für die Reduktion der Entsorgungsverkehr auf Großbaustellen.

Wiener Neudorf wurde für die Ortszentrum-Entwicklung samt Mobilitätskonzept prämiert. Dort entsteht im Zentrum eine Wohnhausanlage mit 114 Wohneinheiten, ein paar Gehminuten von der Station der Badener Bahn entfernt. Die Bewohner werden mit einem umfassenden Mobilitätsangebot verwöhnt. Sie erhalten eine ÖV-Jahreskarte – gedeckelt mit 600 Euro pro Person und 1.200 Euro pro Wohnung. Insgesamt stehen dafür 400.000 Euro zur Verfügung. Zusätzlich gibt es ein umfassendes Sharing-Angebot mit fünf Carsharing-Autos und zehn Elektro-Fahrrädern. Ausreichend Fahrrad-Abstellplätze, eine Fahrradservicestation und persönliche Mobilitätsberatung runden das Angebot ab. Möglich ist die Finanzierung des Angebots, weil weniger Pkw-Parkplätze errichtet werden.

In Wieselburg ist in jüngster Vergangenheit das Angebot für klimaverträgliche Mobilität stark ausgebaut und erweitert worden. Am Bahnhof wurde im vergangenen Herbst ein neues Mobilitätszentrum eröffnet mit Busbahnhof, überdachten Fahrrad-Abstellplätzen, versperrbaren Fahrradboxen, E-Tankstellen und einer barrierefreien Fußgängerbrücke. Seit Juli bringt ein Elektro-Niederflur-Kleinbus die Fahrgäste emissionsfrei ans Ziel. Zudem wird das innerstädtische Radwegenetz ausgebaut.

Beim Bahnhof Pernitz-Muggendof wurde ein neuer Busterminal errichtet. Die Fahrgäste können nun vom Zug zum Bus beziehungsweise umgekehrt leichter umsteigen. Seit Juli gibt es auch mehr bezirksübergreifende Verbindungen in die nächstgelegenen regionalen Zentren und neue Verbindungen zu touristischen Zielen wie Myrafälle und Schneeberg. Bis zu 60 Busse pro Tag fahren vom neuen Busterminal ab. Der am Bahnhof entlang führende Piestingtal-Radweg wurde an das Ortszentrum angebunden. In der Bahnstraße gilt nun Tempo 30 statt 50. Zudem wurden beim Bahnhof Ladestationen für e-Pkw errichtet.

Pressemeldung Amt der Niederösterreichischen Landesregierung 

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