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Montag, 13 November 2017 09:29

Frankreich: SNCF und Systra zum TGV-Unfall vorgeladen

Die SNCF und deren Tochter Ssytra wurden für den 20. bzw. 18. Dezember von Richter Nicolas Aubertin, zuständig für die Untersuchung der Entgleisung eines Versuchszugs des TGV Est am 14. November 2015 in Eckwersheim bei Straßburg, vorgeladen. Bei dem Unfall fanden während einer Entgleisung aufgrund eines zu spät eingeleiteten Bremsvorganges und überhöhter Geschwindigkeit in der Ausfädelungskurve der Hochgeschwindigkeitsstrecke 11 der 53 Fahrgäste den Tod, 42 wurden verletzt. Die SNCF bestätigte gegenüber der Zeitung Libération die Vorladung durch den Richter.

Die Vorladung wurde innerhalb der zu Ende gehenden Anklageerhebung aufgrund "unbeabsichtigten Totschlags und Verletzung" (homicide et blessures involontaires) verschickt. Dies ist die Folge der Übergabe eines 140-seitigen Gutachtens über die vermuteten Unfallursachen durch den Ermittlungsrichter. Das Gutachten weist auf die überhöhte Geschwindigkeit hin und führt eine "ungenügende Vorbereitung von Versuchen mit Übergeschwindigkeit" auf.

Am Ende der Anhörung der Vertreter von Systra und SNCF hat der Richter die Wahl, ob er SNCF und Systra anklagen (mettre en examen), in den Status eines Mutmaßlichen Mitwissers (témoin assisté) stellen oder nicht tätig werden wird.

Bereits im Oktober 2016 wurden ein Lokführer und ein Manager der SNCF sowie ein Mitarbeiter von Systra wegen unbeabsichtigten Totschlags und Verletzungen angeklagt. SNCF und Systra wurden als Unternehmen jedoch bisher noch nicht belangt.

SNCF-Chef Guillaume Pepy wird sich morgen (14.11.17) nach Strasbourg begeben, um die Familien der Opfer wie jedes Jahr seit dem Unfall zu treffen.

WKZ, Franz A. Roski, Quelle Liberation, DNA

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