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Montag, 14 September 2020 07:10

Frankreich: SNCF-Streik und Mobilisierung am 17. September

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Fotos CGT.

Die Eisenbahner der Gewerkschaft CGT haben für Donnerstag (17.09.2020) zu einem erneuten Streik aufgerufen. Nach dem Applaus und dem Dank an die Eisenbahner der Wartungseinrichtungen, die insbesondere zur Bewältigung der Gesundheitskrise beigetragen haben, folge Gewerkschaftskreisen zufolge nun die Rückkehr zu Umstrukturierungen und dem Abbau von Arbeitsplätzen und Werkeinrichtungen.

Das Management der SNCF hätte dafür gesorgt, dass der Umstrukturierungskurs mitten im Sommer wieder aufgenommen wurde und trotz der Ankündigungen zur Stärkung des Schienengüterverkehrs drei Produktionsstätten für die Instandhaltung von Waggons geschlossen werden sollen.

• Dunkerque (38 Eisenbahner)
• Amberieu (17 Eisenbahner)
• St Pierre des Corps (6 Eisenbahner)

Dies sei die Spitze eines Sozialplans, der an den Standorten Miramas, Sibelin, Sotteville, Somain und Perpignan der technischen Einheit Techninat zu Kürzungen von 18% der Lohn- und Gehaltssumme führen wird.

Neben den direkt betroffenen Arbeitsplätzen möchte die Gewerkschaft auch die Untervergabe zahlreicher Aufgaben an den Privatsektor und die Gefahren der von der SNCF auferlegten Umstrukturierung in Frage stellen, "die den Beschäftigten immer vorschlägt, mit weniger Mitteln mehr und schneller zu arbeiten".

Es wurde auch auf die Position der Regierung hingewiesen, im Sanierungsplan "France relance" 4,7 Mrd. EUR für die Eisenbahnen bereit zu stellen, nach der die CGT "eine Verpflichtung für später" sieht.

Der Streikaufruf ist jedoch von der Regierung kritisiert worden. "Es fällt mir schwer, diesen Streik ganz ehrlich zu verstehen. Ich habe den Eindruck, dass es ein Streik aus Gewohnheit ist. Es ist eine Schande", sagte Jean-Baptiste Djebbari, der beigeordnete Verkehrsminister, auf Franceinfo.

Der Generaldirektor der SNCF Jean-Pierre Farandou erklärte auf RTL, er habe "Schwierigkeiten, diesen Streik zu verstehen, im aktuellen gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sozialen Kontext". Er ist nach wie vor davon überzeugt, "dass dieser Streik nicht sehr aufmerksam verfolgt werden wird".

Doch der Aktionstag am 17. September betrifft nicht nur den Verkehrssektor. Es wurde zu einem allgemeinen Tag der Mobilisierung vom Gewerkschaftsbund CGT aufgerufen, der von weiteren Gewerkschaften FSU, Solidaires und Jugendorganisationen (UNEF, UNL, MNL, FIDL) unterstützt wurde.

In der Begründung heisst es: "Diejenigen, die arbeiten und Wohlstand schaffen, einschließlich der Arbeitnehmer, die während der Ausgangssperren besonders exponiert und gefragt waren, zahlen als erste für die Neigungen der Arbeitgeber, die Entlassungen und Umzüge ankündigen. In der Zwischenzeit halten sie Dividendenzahlungen für Aktionäre aufrecht und fordern neue Steuerbefreiungen und Steuersenkungen."

Am letzten Samstag (13.09.2020) demonstrierten auch wieder die Gelbwesten. "Aber der Ärger ist da, in den Haushalten, in den Geschäften rund um die Kaffeemaschinen. Er ist vielleicht nicht gelb, aber es ist da. Die Menschen, die Frankreich während der zweimonatigen Ausgangssperren aufrecht gehalten haben, sind Hausmeister, Kassierer, Müllmänner, sie sind gelben Westen", wird ein Protestierer bei Le Monde zitiert.

WKZ, Rüdiger Lüders, Quelle CGT, Le Monde, CNews

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