english

Montag, 14 September 2020 10:30

Griechenland: Neue Gespräche zur Entwicklung Patras / westliche Peloponnes

patras1
Foto TrainOSE.

Bei einem erneuten Zusammentreffen zwischen dem Bürgermeister von Patras, Peletidis, und dem griechischen Infratsrukturminister Karamanlis in der vergangenen Woche ging es wieder um den Bau der Normalspurstrecke durch Patras, zugegbenermaßen ein komplexes Vorhaben. Nach aktueller Ansicht des Ministeriums sollen ca. 5 km Neubaustrecke im Tunnel geführt werden (der Lok-Report berichtete), die Stadt verlangt jedoch deutlich mehr Untertunnelung.

Das wiederum wurde bsher vom Infrastrukturministerium als technisch (fast) nicht machbar und nicht finanzierbar abgelehnt (auch im Betrieb). In Folge dessen organisierte die Stadt Patras Demonstrationen gegen die oberirdische Führung, in diesem Zusammenhang wurden auch die Arbeiten im Abschnitt Psathopyrgos - Rio eingestellt. Zumindest scheinen sich die erhitzten Gemüter, an deren Einigungswillen man zuweilen zweifeln kann, inzwischen etwas abgekühlt zu haben, Karamanlis sagte eine technische und finanzielle Prüfung der Wünsche der Stadt Patras zu, machte aber keinerlei Zugeständnisse, Peletidis war auch zufrieden, man will kooperieren.

Immerhin geht es um Vieles: Die drittgrößte Agglomeration Griechenlands ist seit etwa zehn Jahren ohne Eisenbahnanschluss, das betrifft auch den wichtigen Hafen. Zudem stehen enorme Rückforderungen der EU an, wenn das Vorhaben Neue Peloponnesbahn Athen - Patras nicht in Kürze abgeschlossen wird.

Auf dem erhaltenen Meterspurabschnitt Rio - Patras - Kato Achaia wird bis Kaminia ein S-Bahn ähnlicher Verkehr durchgeführt, der für die Infrastruktur der Stadt enorm wichtig ist. Der südliche Abschnitt Ag. Andreas - Kaminia wurde erst vor Kurzem in Betrieb genommen, das Fahrplanangebot ist aber so schlecht, dass die Strecke defizitär ist. Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden.

Zudem steht eine Reparatur der hauptsächlich touristisch genutzten Meterspurstrecke Katakolon - Pirgos - (antikes) Olympia an. Laut lokalen Presseberichten sollen in diesem Zusammenhang auch Vorarbeiten für eine Wiederinbetriebnahme des Abschnitts Kato Achaia - Pirgos (ca. 80 km) gemacht werden. Diese Reaktivierung wäre sehr sinnvoll, man wird sehen, was daraus wird.

Prof. Dr. Johannes Schenkel

Zurück

Letzte Änderung am Montag, 14 September 2020 17:33

Nachrichten-Filter