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Mittwoch, 16 September 2020 07:05

Dänemark: Eisenbahn-Ziegen am Fährbahnhof Rødby erhalten Unterstützung von Pferden

danebanmark
Foto Banedanmark.

Die Ziegen, die im vergangenen Jahr auf dem stillgelegten Güterbahngelände in Rødbyhavn freigelassen wurden, erhalten nun Hilfe von zwei Pferden, so dass auf dem alten Bahngelände eine lichtoffene Buschsteppenlandschaft entsteht.

Ein stillgelegtes Bahngelände mag leer und traurig erscheinen, aber für einige Pflanzen und Tiere ist es großartig, in der einzigartigen Natur zu leben, die in einer ansonsten rauen, offenen und trockenen Umgebung entsteht.

Auf dem stillgelegten Bahngelände am Fährbahnhof Rødby laufen 16 Ziegen das ganze Jahr über und fressen Büsche und Bäume zwischen Schienen und Schotter. Die Ziegen wurden 2018 in dem Gebiet freigelassen, und jetzt bekommen sie Hilfe von zwei Pferden, die gerade in dem Gebiet ausgesetzt wurden.

"Die Ziegen - und jetzt auch die Pferde - tragen dazu bei, die Natur auf dem Gelände wilder und reicher zu machen. Indem sie das Gestrüpp fressen, tragen sie dazu bei, das Gebiet in eine offene Buschsteppenlandschaft zum Wohle der seltenen Pflanzen und Insekten von Rødbyhavn zu verwandeln", sagt Bianka Saarnak, Gebietsleiterin von Banedanmark.

Die beiden Pferde wurden am Samstag, dem 12. September, freigelassen und helfen den Ziegen, den Buschbestand niedrig zu halten, so dass seltene Pflanzen und Blumen wie die Rotstängelige Nachtkerze (Oenothera rubricaulis) und der Purpur-Storchschnabel (Geranium purpureum) auf dem alten Rangierbahnhof in Rødbyhavn weiter wachsen können.

Die Ziegen und Pferde teilen die Arbeit unter sich auf. Im Volksmund knabbern die Ziegen an Büschen und Bäumen, während die Pferde die großen Grasbüschel aufnehmen müssen, damit das verdorrte Gras nicht wie eine Bettdecke über dem Gelände liegt. Die Insekten und Pflanzen brauchen Wärme und Sonne, darüber hinaus mögen sie auch Störungen im Alltag.

Das Gebiet am Fährbahnhof Rødby war früher ein Ort des Austauschs von Menschen und Gütern zwischen Dänemark und dem europäischen Kontinent. Jetzt dient er als Heimat und Treffpunkt für seltene Tiere und Pflanzen in der einzigartigen Natur, die in einer ansonsten rauen, offenen und trockenen Umgebung mit Schotter, Kies und Schienen entsteht.

Das Gebiet beheimatet eine Reihe seltener Insekten wie Nachtkerzenschwärmer (Proserpinus proserpina), Blauflügelige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans) und den Beherzten Halsbock (Stictoleptura cordigera). Aber es besteht auch Bedarf an größeren Tieren, die dafür sorgen können, dass die seltenen Tiere und Pflanzen optimale Bedingungen erhalten.

"Das alte Güterzuggelände ist trocken und heiß und wurde nie gedüngt, so dass hier eine völlig andere Umgebung mit Platz für Arten vorhanden ist, die anderswo nicht zu finden sind. Der Zugverkehr auf dem alten Rangierbahnhof wurde vor fast 20 Jahren eingestellt und ist seit 2010 nicht mehr betrieben worden, so dass dichtes Gestrüpp und Gras wachsen konnte und den Kräutern und Kleintieren, die bei Licht und Trockenheit am besten gedeihen, Schatten spendet. Und das ist die Entwicklung, die wir - zusammen mit den Ziegen und Pferden - im Begriff sind umzukehren", sagt Bianka Saarnak.

Es wird auch nach dem Freilassen der Pferde in der Gegend noch möglich sein, das stillgelegte Güterzuggelände am Fährbahnhof Rødby zu besuchen und zu erkunden.

Am Samstag wurde das Gelände im Zusammenhang mit dem Freilassen der Pferde in einen "offenen Ziegenstall" umgewandelt, in dem Sara Sorvad Kock von der Dänischen Ziegenunion (Dansk Gedeunion) über die Ziegen sprach.

Infranatur

Das Projekt in Rødbyhavn ist eines von sieben InfraNatur-Projekten, deren Ziel es ist, die unverwechselbare und artenreiche Natur auf den dänischen Bahngeländen zu fördern und uns gleichzeitig die Möglichkeit zu geben, die Natur besser kennen zu lernen. Vier der sieben Gebiete sind öffentlich zugänglich.

Das Projekt am Fährbahnhof Rødby

Um die Ausbreitung der Pflanzen Waldkiefer, Sanddorn und Land-Reitgras zu begrenzen, wurden 2018 10 Ziegen auf dem Gebiet ausgesetzt - seitdem sind weitere 6 hinzugekommen. Darüber hinaus hat sich ein Damhirsch der Ziegenherde angeschlossen. Die Umgebung aus Kies, Schotter, Schwellen und Schienen schafft günstige Bedingungen für Pflanzen, die nicht viel Wasser benötigen, und für Insekten, die Wärme mögen.

Unter anderem leben 50-100 Individuen der Blauflügeligen Sandschrecke auf dem Gelände, das seinen einzigen Lebensraum in Dänemark hat. Zwischen den Blumen und Pflanzen leben auch der Nachtkerzenschwärmer und die seltene Fliege Brullaea ocypteridea. Sie ist nur in recht wenigen Exemplaren bekannt, alle aus Rødbyhavn. Zu den seltenen Pflanzen gehören der Purpur-Storchschnabel und der Schmalblättrige Hohlzahn.

Das Projekt am Bahnhof Rødby Færge entstand in Zusammenarbeit zwischen der dänischen Naturschutzbehörde, der dänischen Umweltschutzbehörde, Femern A / S, DSB, dem dänischen Ziegenverband, der Kommune Lolland und Banedanmark.

WKZ, Quelle Banedanmark

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