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Freitag, 18 September 2020 07:10

Niederlande: Erste Testfahrt für den Nachtzug nach Wien mit ELL 193 766

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Fotos NS.

Es dauert noch etwa drei Monate, bis er fährt, aber heute ist der Nachtzug nach Wien bereits auf der niederländischen Strecke zu sehen. Am 15.09.2020 ueberquerte der Zug zum ersten Mal die deutsch-niederlaendische Grenze zu einer Probefahrt. Nächste Woche, am Montag, 21. September, werden die Fahrkarten für den Nachtzug in den Verkauf gehen.

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Ab dem 13. Dezember wird der Nightjet, wie der Nachtzug genannt wird, täglich von Amsterdam, Utrecht und Arnheim nach München, Innsbruck und Wien verkehren. Tickets gibt es ab 29 Euro für einen Sitzplatz, ab 59 Euro für einen Schlafplatz und luxuriösere Betten sind ab 89 Euro erhältlich. Tickets können über nsinternational.com und telefonisch über das NS International Service Center (030-2300023) erworben werden. Die Tickets sind ein halbes Jahr im Voraus erhältlich und können daher bereits für die kommende Wintersportsaison gebucht werden.

Mit der Ankunft des Nightjets sind die Niederlande zum ersten Mal seit 2016 an das europäische Nachtzugnetz angeschlossen. In ganz Europa ist der Nachtzug als nachhaltige Alternative zum Flugzeug auf dem Vormarsch.

Gut ausgeruhte Reisende

Der Zug fährt ab dem 13. Dezember täglich am frühen Abend von Amsterdam, Utrecht und Arnheim ab. Die Zugreisenden werden am nächsten Morgen an ihren Zielorten München, Innsbruck oder Wien eintreffen. Der Zug besteht aus zehn Waggons: zwei Schlafwagen mit Betten, vier Liegewagen und vier Sitzwagen. Die Hälfte des Zuges fährt nach Wien, die andere Hälfte nach München und Innsbruck. In der entgegengesetzten Richtung kommt jeden Morgen ein Nachtzug an den niederländischen Bahnhöfen an.

Beliebte Reiseziele

Die Städte München, Innsbruck und Wien sind beliebte Ziele für einen Städtetrip. Vor allem München ist auch als Geschäftsreiseziel beliebt. Als "Hauptstadt der Alpen" ist Innsbruck ein beliebtes Ziel für Berg- und Wintersportbegeisterte mit Zugang zu den berühmtesten Skigebieten Tirols. Von Innsbruck aus können Bahnreisende auch mit dem Zug weiter nach Italien reisen. Wien ist der wichtigste nächtliche Bahnknotenpunkt in Europa mit mehreren Zielen in Mittel- und Osteuropa, die mit dem Zug erreichbar sind.

Neue Lokomotiven

Die niederländische Staatsbahn NS mietet für den Nachtzug zwei neue Lokomotiven Vectron MS von ELL, die sowohl in den Niederlanden als auch in Deutschland verkehren können. Bei der Testfahrt passierte der Zug mit der neuen Lokomotive zum ersten Mal die Grenze bei Zevenaar. Bis Köln fährt der Zug mit niederländischen Triebfahrzeugführern und Zugleitern, die zu diesem Zweck speziell geschult werden. In Köln wird der Zug von der ÖBB übernommen, die den Zug weiter nach Österreich bringen wird. Die Probefahrt wurde dazu genutzt, um zu sehen, ob die Kombination der Züge und der Lokomotive in den Niederlanden und in Deutschland gut funktioniert.

Der Lokführer Cor Poppe-Verburg aus Leiden unternahm die erste Testfahrt mit dem Nightjet: "Ich finde es schön, dass der Nachtzug zurückkommt. Es macht Spaß, daran zu arbeiten. Ich begann 1991 für NS zu arbeiten, und nach einer Exkursion im Güterverkehr arbeite ich nun seit 13 Jahren für NS International. Ich bin Teamleiter einer Gruppe von Lokführern und koordiniere die Trainingskurse zur Einführung des Nightjet. Insgesamt werden 46 Lokführer für den Nightjet ausgebildet, die auch den Intercity Berlin und den ICE nach Köln fahren. Erst gestern habe ich mit zwei Kollegen einen Eignungstest gemacht. Das Besondere an einem solchen internationalen Zug ist, dass man zwischen verschiedenen Systemen wechseln muss. Nach dem holländischen System mit 1.500 Volt Gleichstrom fahren Sie die Betuwe-Linie bei Zevenaar mit 25.000 Volt Wechselstrom. Wenige Kilometer weiter schaltet man wieder auf das deutsche System mit 15.000 Volt um. Auch die Sicherheitssysteme sind immer wieder anders. Für den Triebfahrzeugführer ist dies manuelle Umschaltung, aber die Lokomotive wird Ihnen dabei helfen. Diese Lokomotive ist mit den neuesten Geräten ausgestattet, sogar mit Fußbodenheizung! Während der heutigen Testfahrt werden wir prüfen, ob die Kombination aus der neuen Lokomotive und den Nachtzugwagen einwandfrei funktioniert. Wir werden zum Beispiel die Bremsen, das Schließen der Türen und das Umschalten zwischen den verschiedenen Systemen testen. Ich bin sicher, dass wir rechtzeitig zum 13. Dezember bereit sein werden. Es erfordert zwar etwas Planung, aber darin bin ich zufälligerweise sehr gut."

WKZ, KAR, Quelle NS

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