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Mittwoch, 23 September 2020 07:10

Grossbritannien: Grand Central gibt die geplante Direktverbindung von London nach Blackpool auf

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Fotos Rüdiger Lüders.

Die britische Bahngesellschaft Grand Central, Tochter von Arriva UK im DB-Konzern, hat ihre Anfang des Jahres vorgestellten Pläne zur Aufnahme von Direktverbindungen zwischen London und Blackpool jetzt aufgeben müssen. Sprecher des Unternehmens und der Muttergesellschaft Arriva UK sagten nach längerer Prüfung aller Optionen bezüglich der vorgeschlagenen Ausweitung des Zugangebotes nach Nordwestengland, dass dies aufgrund der durch COVID-19 verursachten wirtschaftlichen Unsicherheit und des veränderten Reiseverhaltens nicht mehr durchführbar sei.

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Richard McClean, der Geschäftsführer von Grand Central, erklärte: "Es wurden so viele Anstrengungen in diese großartigen Pläne zur Aufnahme von Verbindungen zwischen London und Blackpool gesteckt, dass wir sehr traurig sind, sie nun aufgeben zu müssen, doch die Pandemie und ihre Auswirkungen auf unsere Expansionspläne haben sich einfach als zu großes Hindernis erwiesen. Da Grand Central nach einem Open-Access-Geschäftsmodell arbeitet, erhalten wir keine finanzielle Hilfe von der Regierung und sind vollständig von den Einnahmen abhängig, die wir beim Ticketverkauf erzielen."

Er betonte, dass alle Mitarbeiter, die von der Entscheidung betroffen sein könnten, bereits über das potenzielle Risiko für ihre Arbeitsplätze informiert wurden, ebenso alle Zulieferer und sonstigen Interessenvertreter. Schließlich fügte Herr McClean noch hinzu, dass "die große Unterstützung, die wir von der Stadt Blackpool und den anderen Gemeinden entlang der Strecke erhalten haben, uns bei der Suche nach einer Lösung massiv inspiriert hat. Ich möchte Ihnen allen dafür danken."

Die Verkehrsgewerkschaft RMT entgegnete dazu, dass sie den Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze und die Lebensgrundlagen ihrer Mitglieder verstärken werde, nachdem Grand Central jetzt erhebliche Einschnitte bei Arbeitsplätzen, für Dienstleistungen und den Catering-Betrieb bestätigt hat. Mick Cash, Generalsekretär von RMT, erklärte dazu: "RMT hat von Grand Central die Mitteilung erhalten, dass sie beabsichtigen, 51 Mitarbeiter zu entlassen, darunter die Hälfte ihres Catering-Personals, und das unabhängig von der Aufgabe der geplanten Verbindungen zwischen Blackpool und London. Open-Access-Betreiber sind während der COVID-Pandemie einem besonders großen Risiko ausgesetzt, und die Regierung muss eingreifen, um sowohl Arbeitsplätze wie auch diese dringend benötigten Dienstleistungen zu schützen."

Zu Beginn der COVID-19-Krise hatte Grand Central die für den Sommer geplante Betriebsaufnahme zusätzlicher Züge nach Blackpool zunächst auf das kommende Jahr verschoben. Jetzt zeigt sich jedoch, dass diese Verbindungen unter den aktuellen Bedingungen nicht wirtschaftlich betrieben werden können. Deshalb will sich das Unternehmen nun auf die Wiederherstellung der früher betriebenen Zugverbindungen zwischen London und Bradford sowie nach Sunderland konzentrieren, die nach dem Lockdown im Sommer zunächst in reduziertem Umfang in Betrieb genommen wurden. Ab dem 20. September gilt hier wieder der ursprüngliche Fahrplan, es können jedoch Tickets nur mit fester Sitzplatzreservierung gebucht werden.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Quellen Blackpool Gazette, Grand Central, RBD, RMT

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Letzte Änderung am Dienstag, 22 September 2020 17:27

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