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Freitag, 25 September 2020 09:00

Frankreich: Colas Rail startet Trainingsprpgramm gegen Rückenschmerzen beim Gleisbau

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Fotos Colas Rail.

Bei Colas Rail sollen Hexenschuss und Rückenschmerzen nicht mehr die Hauptursache für Krankschreibungen sein. Diese Leiden treten insbesondere im Sektor Öffentliche Arbeiten/Bauwesen auf, wo die Arbeiten trotz zunehmender Mechanisierung immer noch körperlich anstrengender Natur sind.

Colas Rail möchte, dass ihre Mitarbeiter unter optimalen Bedingungen arbeiten, um ihre Sicherheit und Gesundheit zu erhalten. In diesem Sinne erzählt Jérémy Gauthier, Leiter der Abteilung Qualität, Gesundheit, Sicherheit und Umwelt bei der französischen Agentur Mettray, von seiner Initiative, in Partnerschaft mit dem Unternehmen Alter Ego ein Programm zur "Körperlichen Selbstbestimmung" umzusetzen. Dieses im Februar 2020 gestartete Programm wurde im Juni (nach den Kontaktverboten in Frankreich) am Standort für Schwellenwechsels in der Stadt Bléré (Frankreich) wieder aufgenommen. Gegenwärtig haben mehrere Standorte mit dem Programm begonnen, und mehr als vierzig Mitarbeiter verfolgen diese körperliche Vorbereitung.

Lieber Jérémy, können Sie uns etwas über die Körperlichen Selbstbestimmung erzählen?

Dabei handelt es sich um ein tägliches Programm, das unseren Teams, die vor Ort arbeiten, angeboten wird, um ihre körperliche Unversehrtheit zu erhalten und Krankschreibungen im Zusammenhang mit Verstauchungen oder Kreuzschmerzen zu reduzieren. Dieses Programm findet in zwei Stufen statt: 15 Minuten Aufwärmen am Morgen vor Arbeitsbeginn und 15 Minuten Stretching am Ende der Arbeitsperiode.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, dieses Programm einzurichten?

Ich betreibe viel Sport ausserhalb der Arbeit, was mich mit Verletzungen wie Verstauchungen oder Schmerzen im unteren Rückenbereich recht vertraut macht. Dabei handelt es sich um Verletzungen, die in direktem Zusammenhang mit dem Umfeld stehen, in dem unsere Mitarbeiter arbeiten, sowie mit ihrer körperlichen Verfassung. Wir arbeiten in einem Sektor, in dem Fahrten und Nachtarbeit recht häufig sind, mit sehr anstrengenden Arbeiten wie dem Verlegen von Gleisen, was das Verletzungsrisiko stark erhöht. Nachdem es im vergangenen Jahr mehrere Fälle von Kreuzschmerzen im unteren Rückenbereich gab, schien es möglich (und daher unerlässlich), eine Antwort darauf zu finden.

Nachdem ich mehrere Lösungen, insbesondere auf der Ebene der Bouygues-Gruppe, untersucht hatte, sah ich mich mit einem Mangel der Übungen bei spezifischen Bedürfnissen unserer Bahntätigkeit konfrontiert. Aber dank meines Netzes konnte ich die Gesellschaft Alter Ego finden, mit der wir sofort zusammengearbeitet haben, weil sie den gleichen Wert der Erhaltung der körperlichen Unversehrtheit am Arbeitsplatz teilen wie wir. Um den geschäftlichen Zwängen gerecht zu werden, haben ihre Teams versucht, um unsere Prozesse und Besonderheiten zu verstehen. So konnten sie eine Ausbildung erarbeiten, die den Bedürfnissen unserer Teams entsprach.

Zu Beginn bestand ihr Ansatz darin, unsere Teams einen Tag und eine Nacht lang vor Ort in Aktion zu beobachten, um eine Studie durchzuführen und ihre Körperhaltung zu dokumentieren. Dann füllte jeder von ihnen einen anonymen und vertraulichen Gesundheitsfragebogen aus, dessen Auswertung es uns ermöglichte, die wichtigsten körperlichen Probleme der Teams zu identifizieren. Diese Studie ermöglichte die Aufstellung eines spezifischen Aufwärm- und Dehnungsprogramms mit Sporttrainern. Dieses Programm wurde erstmals Anfang des Jahres an einem unserer Standorte in der Nähe der Stadt Tours getestet.

Wie waren die Reaktionen der Mannschaften, als Sie das Programm zum ersten Mal durchführten?

Trotz eines pädagogischen Ansatzes, der von der Firma Alter Ego angeboten wurde, war es zu Beginn nicht einfach, die Teams zu mobilisieren. Da die Bahn eine recht zurückhaltende Industriewelt ist, war es für sie etwas gewöhnungsbedürftig. Aber jetzt hat die Routine eingesetzt, und sie beginnen, die Vorteile dieses Programms zu spüren.

Wie kann man diese Aktivität auf den kleinsten Standorten aufrechterhalten?

Im Rahmen dieses Programms wollte ich die wirtschaftliche Dimension berücksichtigen, um das Programm an allen unseren Standorten, unabhängig von ihrer Größe, aufrechterhalten zu können. So habe ich ein Ausbildungssystem für unsere Colas-Rail-Teams integriert, um die Kontinuität des Programms zu gewährleisten. Unsere Teamleiter sowie die freiwilligen Gleisbauer werden auf diese Weise ausgebildet, um die Aufwärm- und Dehnungsübungen durchführen zu können. Derzeit haben wir 5 Mitarbeiter ausgebildet.

Haben Sie nach einigen Monaten bereits Ergebnisse gesehen?

Seit der Umsetzung dieses Ansatzes hatten wir keine Arbeitsunterbrechungen an unseren Standorten. Darüber hinaus ermöglicht die Tatsache, dass die Teams vor Arbeitsbeginn für ein Aufwärmprogramm mobilisiert werden, ihre Konzentration und Aufmerksamkeit zu erhöhen.

Ein letztes Wort?

Colas Rail ist das erste Unternehmen in Frankreich im Eisenbahnsektor, das diese Initiative ins Leben gerufen hat. Nach einem zögerlichen Start werden Aufwärmübungen und Dehnübungen für unsere Mitarbeiter vor Ort zu einem festen Bestandteil der Arbeitsroutine. Zaghaftigkeit und Zurückhaltung sind einem Lächeln und Wohlbefinden auf unseren Baustellen gewichen. Wir müssen unser Handeln nachhaltig gestalten, indem wir diese Initiative an so vielen Standorten wie möglich durchführen und freiwillige Staffeln ausbilden, um sicherzustellen, dass es von Dauer ist.

Abschließend möchte ich insbesondere allen danken, die diese Innovation ermöglicht haben: den Leitern der Agenturen, den Werksleitern, den Bauleitern, den Teamleitern und unseren Gleisbauern.

WKZ, Quelle Colas Rail

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Letzte Änderung am Donnerstag, 24 September 2020 17:09

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