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Mittwoch, 23 September 2020 09:00

Frankreich: Kein Fortschritt bei der Verbesserung der Bahnverbindung Clermont - Paris

br emr derby midland 19 09 03emr 156408 thetford 4 19 09 04Fotos Rüdiger Lüders.

Diesmal ist es kein Zug, sondern es sind der beigeordnete Verkehrsminister und der Präsident der SNCF persönlich, die sich verspäten. Sie sollten am Donnerstag nach Clermont-Ferrand kommen, um konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Bahnverbindungen zwischen Paris und der Hauptstadt der Auvergne vorzulegen, was jedoch wieder einmal verschoben wurde.

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Der Besuch war von Emmanuel Macron selbst angekündigt worden. Der Präsident der Republik hatte bei seinem Besuch in Clermont vor zwei Wochen erklärt, dass Verkehrsminister Jean-Baptiste Djebbari bald kommen werde, um die geplanten Verbesserungen für die Strecke Clermont-Ferrand - Paris vorzustellen. Dabei war so weit gegangen, eine Zeitersparnis von neun Minuten anzukündigen, was jedoch nur ein müdes Lächeln erzeugen konnte, weil damit nicht einmal die in den letzten zehn Jahren verlängerte Reisezeit auf dieser Strecke aufgeholt wäre.

Diesmal bleibt der Grund für die Verschiebung des Besuchs von Jean-Baptiste Djebbari und Jean-Pierre Farandou eher unklar: angebliche "Tagesordnungsprobleme". Das Büro des Ministers verspricht, dass der Besuch nur verschoben wird und in den kommenden Wochen nachgeholt werden soll. Die Bahnreisenden werden daher gebeten, sich weiter zu gedulden, um auf eine Verbesserung zu hoffen, woran sie bereits gewöhnt sind. Schließlich sollte der Besuch auch nicht nur der Eisenbahn gewidmet sein, wenngleich Jean-Baptiste Djebbari besonders wegen dieses Themas erwartet wird.

In der Zwischenzeit gehen die Ausfälle und unangenehmen Vorkommnisse auf der Strecke weiter. Zuletzt war dies am Montagmorgen der Fall, als der Frühzug gestrichen und dann zwei Züge zu einem verspäteten Zug zusammengelegt wurden. Die Lokomotiven fielen nacheinander aus, und die Klimaanlagen in den Waggons arbeiteten den ganzen Sommer über nur sporadisch, ganz zu schweigen von mehreren von Selbstmördern verursachten Verspätungen. Noch schlimmer ist der Zustand, dass die Geschwindigkeit in den letzten Monaten auf den wenigen Streckenabschnitten, die bereits mit 200 km/h befahren werden konnten, auf 160 km/h abgesenkt worden ist. Das ändert zwar nicht viel an der Reisezeit, doch zeigt es die mangelnde Beachtung seitens der SNCF, unter der diese Linie leidet.

Man sollte auch keine sensationellen Ankündigungen von Jean-Baptiste Djebbari erwarten. Dies war bereits vor einem Jahr der Fall, als der Minister lediglich an bereits gestartete Projekte erinnerte und weitere Hunderte von Millionen Euro zugesagt hatte. Die Umsetzung der geplanten Investitionen wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Die bestellten neuen Züge werden erst ab 2023 geliefert und können ohnehin nicht schneller fahren, wenn die Strecke bis dahin nicht ausgebaut ist. Die versprochenen Verbesserungen werden natürlich nicht im Handumdrehen erreicht, man muss trotzdem sicherstellen, dass der Staat und die SNCF sich deutlich für die Eisenbahnstrecke Clermont-Ferrand - Paris einsetzen.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Quellen France Bleu, La Montagne, FranceTV/France.3

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Letzte Änderung am Dienstag, 22 September 2020 20:10

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