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Dienstag, 29 September 2020 07:05

Litauen/Polen: LTG und PKP stärken Zusammenarbeit im Personen- und Güterverkehr

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Foto LTG.

Am 17.09.2020 wurden unter Beteiligung der Ministerpräsidenten Polens und Litauens zwei wichtige Abkommen zwischen Lietuvos Geležinkeliai (LTG) und der polnischen Eisenbahngesellschaft PKP unterzeichnet. Die erste Vereinbarung legt die Verpflichtung fest, die Hauptstädte der beiden Länder durch einen komfortablen Personenzugdienst zu verbinden, die zweite, gemeinsame Aktivitäten im Schienengüterverkehr in Litauen und Polen aufzunehmen.

Die Unterzeichnungszeremonie fand im Palast der Großherzöge von Litauen statt und wurde im Beisein des polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki und des litauischen Ministerpräsidenten Saulius Skvernelis abgehalten. "Polen ist sowohl in politischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht ein strategischer Partner Litauens. Daher bin ich unglaublich glücklich über die künftige bequeme Verbindung für Reisende zwischen Warschau und Vilnius. Die bequeme und ökologische Verbindung soll eine Grundlage für Urlaubsreisen, kulturelle Zusammenarbeit und die Bewegung der Geschäftswelt bilden", sagte der Premierminister der Republik Litauen Saulius Skvernelis.

S. Skvernelis betonte, dass das zweite von den Unternehmen unterzeichnete Abkommen - das den gemeinsamen Transport von intermodalen Gütern auf der Schiene vorsieht - auch für die Wirtschaft Litauens von großer Bedeutung sein wird. Auf dieser Grundlage wird den Logistikunternehmen und der gesamten Wirtschaft der Region eine wirtschaftlich attraktive und ökologische Güterverkehrsalternative zur Verfügung stehen.

Bequeme Verbindung für Passagiere

Während des Treffens unterzeichneten LTG Link, ein Unternehmen der LTG-Gruppe, und die PKP-Tochtergesellschaft PKP Intercity ein Memorandum of Understanding, in dem sich die Parteien verpflichten, die Hauptstädte Litauens und Polens bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 mit einem komfortablen Zug zu verbinden, der den Bedürfnissen des modernen Reisenden gerecht wird. Es ist geplant, dass eine Fahrt von Vilnius nach Warschau oder zurück etwa 8 Stunden dauern wird.

Mantas Bartuška, CEO der LTG Gruppe, betonte die Bedeutung dieser Verbindung im Rahmen des Rail-Baltica-Projekts. "Es wird wie eine Einführung in die Eröffnung der Rail Baltica-Linie sein. Zu Beginn erwarten wir, dass wir 35.000 Fahrgäste pro Jahr befördern werden und nach Abschluss des Baus der europäischen Normalspurstrecke nach Vilnius den Höhepunkt der Reisendenströme erreichen werden. Ich zweifle nicht daran, dass sie sich zur beliebtesten Wahl für Reisen zwischen den beiden Ländern entwickeln wird. Das Wichtigste ist jedoch, dass wir bereits im nächsten Jahr mit dem Zug nach Polen reisen können und dabei im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln die geringsten Spuren der Umweltverschmutzung hinterlassen werden."

Bei dem Treffen zeigte sich Krzysztof Mamiński, Vorstandsvorsitzender der PKP S. A., erfreut über die von Litauen und Polen geleistete Arbeit zur Stärkung der gegenseitigen Zusammenarbeit im Bereich des Eisenbahnverkehrs. "Die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Eisenbahntransports zwischen unseren Ländern gewinnt jeden Tag an Dynamik. Ich freue mich sehr über diese Entwicklung, und ich bin froh, dass unsere Arbeit positive Ergebnisse bringt. Ich bin davon überzeugt, dass die ergriffenen Maßnahmen es ermöglichen werden, eine neue Alternative für die Kommunikation zwischen Polen und Litauen sowohl für die Öffentlichkeit als auch für die Unternehmen zu schaffen, die ihren Erwartungen entspricht."

Wirtschaftliche Verbindung für den Güterverkehr

Während der Veranstaltung unterzeichneten LTG und PKP auch eine Joint-Venture- und Aktionärsvereinbarung über die Gründung eines Joint-Venture-Unternehmens, das die Beförderung von intermodalen Gütern durchführen wird. Dieser Vertrag wurde von dem polnischen Unternehmen PKP Cargo und der Tochtergesellschaft der LTG Cargo in Polen, LTG Cargo Polska, unterzeichnet. Das Joint-Venture-Unternehmen soll seine Tätigkeit im ersten Quartal des kommenden Jahres aufnehmen.

"Die Strategie der LTG-Gruppe sieht ehrgeizige Ziele außerhalb Litauens vor. Ich freue mich, dass diese Ziele klare Konturen gewinnen und dass wir bald die ersten außerhalb Litauens beförderten Tonnen zählen werden. Die Partnerschaft mit dem Marktführer PKP Cargo wird das beste Instrument sein, um dieses Ziel zu erreichen - ich danke unseren Partnern für ihr Vertrauen und wünsche dem Joint-Venture-Unternehmen hervorragende Leistungsergebnisse", so Mantas Bartuška, Vorstandsvorsitzender der LTG.

Das Joint-Venture-Unternehmen wird sich in erster Linie mit dem intermodalen Transport zwischen Litauen und Polen befassen und Gütertransporte zu Güterterminals in Deutschland und Norditalien anbieten. Bei der Entwicklung der Dienstleistungen wird dem Transport von Sattelaufliegern und Containern große Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Der intermodale Transport, bei dem mehrere Verkehrsträger kombiniert werden, spart nicht nur Logistikkosten für die Unternehmen, sondern reduziert auch Umweltverschmutzung, Staus, Lärm, Straßenverkehrsunfälle und andere negative Auswirkungen des Straßentransports auf die Umwelt. Der Schienengüterverkehr emittiert dreimal weniger CO2 als der Straßentransport, außerdem sinkt die Zahl der Straßenverkehrsunfälle.

Jährlich werden etwa 24 Mio. t Güter zwischen Litauen und Polen transportiert. Davon werden nur 0,6 Mio. t auf der Schiene befördert. Jährlich überqueren etwa 1,8 Mio. t die Grenzen zwischen Polen und Litauen.

WKZ, Quelle LTG

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