Diese Seite drucken
Donnerstag, 01 Oktober 2020 07:05

Norwegen: Aufstockung des Bahnbudgets zur Kostendeckung bei Intercity-Projekten

Die norwegische Regierung gibt der Bahn über 5 Mrd. NOK (450 Mio. EUR) zusätzlich in den Staatshaushalt. Aber ein Großteil der Aufstockung dient dazu, Haushaltslücken zu schließen und zu verhindern, dass die Entwicklung des Intercity zum Stillstand kommt.

Das Bahnbudget erhöht sich so von 26,8 auf 32,1 Mrd. NOK (2,4 auf 2,9 Mrd. EUR), was einer Steigerung von 20 Prozent von diesem auf das nächste Jahr entspricht.

"Dies sei eine gigantische Investition in die Eisenbahn, sagt Verkehrsminister Knut Arild Hareide (KrF), räumt aber ein, dass der Großteil der Aufstockung die Kostenüberschreitungen decken und den Fortschritt auf den Intercity-Abschnitten in Ostnorwegen aufrechterhalten wird.

"Wir bauen alle drei Intercity-Abschnitte, an denen wir arbeiten, in Richtung Hamar, auf der Vestfoldbanen und der Østfoldbanen. Es hat große Kostenüberschreitungen gegeben, aber wir haben uns trotzdem entschieden, in vollem Umfang weiter zu investieren", sagt Hareide.

"Unter dieser Regierung habe es seit der Fertigstellung der Nordlandsbanen 1962 keine Investitionen in die Eisenbahn mehr gegeben", so der Minister für Kommunalverwaltung und Modernisierung, Nikolai Astrup. "Die Intercity-Abschnitte verbinden Wohn- und Arbeitsmarktregionen und erleichtern den Menschen den Alltag, und das sei schließlich das Wichtigste."

An weiteren Haushaltsinvestitionen in Eisenbahnen rund um die großen Städte heben die Politiker diese hervor:

• Die Bauarbeiten zur Elektrifizierung von Teilen der Trønderbanen, Meråkerbanen und der Stavnebanen haben begonnen.
• In Bergen wird im Dezember dieses Jahres der neue Ulriken-Tunnel für den Verkehr freigegeben. Dann beginnt die Sanierung des jetzigen Tunnels.
• Mehr Verkehr auf der Jærbanen und Planung einer möglichen Verlängerung der zweigleisigen Strecke von Sandres nach Nærbø.
• Das gemeinsame Projekt E16 / Ringeriksbanen soll abgeschlossen werden, so dass eine Investitionsentscheidung im Jahr 2021 möglich sein wird.

Worüber der Staatshaushalt jedoch noch nichts aussagt, ist die Entwicklung des Intercity nach Lillehammer, nach Skien und nach Fredrikstad, Sarpsborg und Halden. Auch im Gebiet nördlich von Hamar hat man Sorgen, dass der Intercity nicht weiter fahren wird. Hierzu soll im kommenden März im Nationalen Verkehrsplan entschieden werden.

GK, WKZ, Bengt Dahlberg, Quelle NRK

Zurück