Am 30.09.2020 haben der Zentralbetriebsrat (COR) und die Gewerkschaften den Vorschlag der niederländischen Staatsbahn NS für einen Beschäftigungspakt abgelehnt. Mehr als 90 Prozent der Mitglieder sowohl von FNV Spoor als auch des Verbandes der Lokomotivführer und Schaffner (VVMC) stimmten gegen die Pläne und drohten, Maßnahmen zu ergreifen.
Der Beschäftigungspakt sollte mit einem unbefristeten Vertrag angesichts der Corona-Krise Arbeitsplatzsicherheit für NS-Beschäftigte bringen. NS denkt darüber nach, das Unternehmen in den kommenden Jahren um etwa 2.300 Arbeitsplätze zu reduzieren und wird in den kommenden Jahren voraussichtlich weitere 2.500 Mitarbeiter in den Ruhestand versetzen. Niemand soll entlassen werden, aber die Löhne können eingefroren werden. NS möchte auch, dass das Personal unterschiedliche Arbeitszeiten oder Arbeitsorte haben kann.
NS befördert heute etwa 45% der normalen Passagiere, während es am Tiefpunkt noch 10% waren. Dies sind vor allem Tagesausflügler, der Pendler bleibt zu Hause. NS rechnet erst nach 2024 mit einer Rückkehr der Passagierzahlen auf das Niveau von 2019. Infolge der rückläufigen Passagierzahlen rechnet NS bis 2025 mit Einnahmeverlusten von rund 4,7 Mrd. EUR.
Marjan Rintel, seit dem 1. Oktober CEO von NS und Nachfolgerin von Roger van Boxtel: "Es ist unglaublich bedauerlich, dass die Gewerkschaften und der COR nach fünfmonatigen Diskussionen den endgültigen Vorschlag von NS abgelehnt haben. Ich verstehe die Emotionen über die enormen Auswirkungen, die das Coronavirus in den Niederlanden und auch auf den NS hat. Unsere Verpflichtung bestand darin, Perspektive und Klarheit und damit Sicherheit in komplizierten Zeiten zu bieten".
Henri Janssen, Direktor der FNV Spoor: "Die Mitglieder setzen ein deutliches Zeichen gegen den Schrumpfungsplan der NS. Die Mitglieder wollen nicht die Ryanair der niederländischen Eisenbahnen werden. Sie wollen eine NS, in dem Service und soziale Sicherheit auf Bahnhöfen und in den Zügen auch für die Fahrgäste angeboten werden können. NS muss als eine soziale Organisation handeln, die die wichtige Aufgabe hat, die Niederlande auf sichere Weise mobil zu halten. Eine Schrumpfung würde auch die Ökologisierungsbestrebungen bremsen".
WKZ, Quelle NS, NU.nl