Tschechien: ČD fährt weiter Olomouc - Ostrava, Arriva verkehrt zwischen Pardubice und Ústí nad Labem


Fotos Verkehrsministerium, Arriva.
Das tschechische Verkehrsministerium hat heute (05.10.2020) mitgeteilt, weiterhin Züge der Tschechischen Bahn ČD auf der Strecke R27 Olomouc - Krnov - Ostrava zu bestellen. Ab Mitte Dezember wird Arriva die Strecke R14 Pardubice – Liberec – Ústí nad Labem bedienen, da die Firma ein günstigeres Angebot abgegeben hat.
"Auf der Grundlage eines Angebotsvergleichs und der Überprüfung des Marktpreises haben wir beschlossen, Arriva auf der Strecke von Pardubice über Liberec nach Ústí nad Labem den Vorzug zu geben. Sie bot ein 302 Mio. CZK (11.1 Mio. EUR) billigeres Angebot als die ČD für sieben Jahre. Gleichzeitig garantiert sie, dass sie ab Mitte Dezember diese Strecke mit hochwertigen Zügen und Personal betreiben kann. Auf der Strecke von Olomouc nach Ostrava verteidigt die ČD ihre Position. Ab Mitte Dezember wird es auch möglich sein, auf beiden Strecken ein Ticket für eventuelle Anschlusszüge anderer Bahngesellschaften zu verwenden", sagte Verkehrsminister Karel Havlíček.
Die Gesellschaft Arriva vlak s.r.o. wird die Strecke R14 Pardubice - Liberec - Ústí nad Labem für 176 Mio. CZK (6,5 Mio. EUR) pro Jahr betreiben, die Gesamtentschädigung im Rahmen des Siebenjahresvertrages wird also beim gegenwärtigen Preisniveau 1,238 Mrd. CZK (46 Mio. EUR) betragen. Die Strecke R27 Olomouc - Krnov - Ostrava wird für die nächsten zwei Jahre von der Tschechischen Bahn ČD weitergeführt, an die das Ministerium eine Gesamtentschädigung in Höhe von 232 Mio. CZK (8,6 Mio. EUR) zum aktuellen Preisniveau zahlen wird.
Vor jedem Abschluss eines öffentlichen Dienstleistungsvertrags durch Direktvergabe muss das Verkehrsministerium alle relevanten Alternativen zum Verfahren unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten prüfen. Wenn alternative Angebote von anderen Bahngesellschaften eingehen, die eine subventionierte Strecke bedienen wollen, müssen sie diese Angebote mit dem ursprünglich vorgesehenen Verfahren hinsichtlich der Kostenwirksamkeit der öffentlichen Mittel vergleichen. Auf Strecken, für die das Verkehrsministerium kein Alternativangebot erhalten hat, wird es mit den Tschechischen Bahnen über eine direkte Zuteilung verhandeln.
Liberalisierung des Eisenbahnmarktes in der Tschechischen Republik
Europäisches Recht, das sogenannte IV. Eisenbahnpaket, sieht vor, dass nach 2023 Verträge im Bereich des Schienenverkehrs auf der Grundlage von Wettbewerben abgeschlossen werden müssen. Ziel des Ministeriums ist es, den Eisenbahnmarkt schrittweise zu liberalisieren. Die Erfahrungen mit der schrittweisen Liberalisierung des Eisenbahnverkehrs zeigen, dass sie nicht nur für die Kunden, d.h. den Staat oder die Regionen, sondern auch für die Fahrgäste vorteilhaft ist. Dank der neuen Verträge konnten über 300 Mio. CZK (11 Mio. EUR) eingespart werden. Private Transportunternehmen haben bisher insgesamt sieben Linien erworben, die Tschechische Bahn stellt weiterhin die überwiegende Mehrheit der Fernverkehrslinien zur Verfügung.
Übersicht der staatlich bestellten Linien (seit Dezember 2020)
GW Train Regio
• R25 Plzeň – Most Dopravce
RegioJet
• R8 Brno – Bohumín
Arriva vlaky
• R21 Praha – Tanvald
• R22 Kolín – Nový Bor
• R24 Praha – Rakovník
• R26 Praha – Písek – České Budějovice
• R14 Pardubice – Liberec – Ústí nad Labem
České dráhy (nur gesonderte Verträge)
• Ex2 Praha – Olomouc – Slovensko und R18 Praha – Luhačovice
• R13 Brno – Břeclav - Olomouc
• R27 Olomouc – Krnov – Ostrava
• R29 Cheb – Staatsgrenze in Richtung Nürnberg
WKZ, Quelle Ministerstvo dopravy




