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Donnerstag, 16 November 2017 07:30

Dänemark: Weiter alte Signale – damit DSB-Züge fahren können

Knb

Foto: Am künftigen Bahnhof Køge Nord an der Neubaustrecke Kopenhagen-RinGsted laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Foto Banedanmark.

Seit Jahren hatten Fachleute gewarnt, dass die staatliche dänische Bahnbehörde Banedanmark bei der Installation des neuen europäischen Sicherheits- und Signalsystems ERTMS große Risiken eingehe, da das System noch nicht praxistauglich sei. Kürzlich war klar geworden, dass man es auch nicht schaffen werde, die vorhandenen DSB-Intercityzüge mit der Technik auszurüsten, damit diese auf der nur mit ERTMS ausgerüsteten Neubaustrecke zwischen Ringsted und Kopenhagen fahren können. Gestern teilte die Spitze von Banedanmark Verkehrsminister Ole Birk Olesen (LA) und den Sprechern der Fraktionen, die das Projekt seinerzeit beschlossen hatten, mit, dass das neue System erst weitere sieben Jahre verspätet, 2030, in Betrieb gehen könne.

Gemeinsam mit Sozialdemokraten, Dänischer Volkspartei, Radikaler Venstre und SF haben die Regierungsparteien die bittere Wahrheit akzeptieren müssen, dass die in einem Jahr fertige neue Schnellfahrstrecke mit alter ATC-Signaltechnik ausgestattet werden muss. Sonst könnte die 9 Milliarden Kronen teure Strecke von 60 Kilometer Länge, die für Tempo 250 ausgelegt ist, fast gar nicht genutzt werden und den Schienenengpass westlich von Kopenhagen entlasten. „Es besteht kein Zweifel, dass es uns alle ärgert, dass es nicht gelungen ist, die Züge wie geplant auszurüsten“, so Birk Olesen.

Das Unternehmen Deloitte hatte ein Gutachten zum Signalsystem erarbeitet. Die Politiker, die die längst abgelöste Führung bei Banedanmark als Verantwortliche für das Fiasko bezeichnen, verständigten sich anschließend darauf, dass weitere Milliarden bereitgestellt werden. „Die aufgeschobene Inbetriebnahme der neuen Signale verursacht laut Banedanmark Mehrkosten in Höhe von 2,8 Milliarden Kronen“, so das Transportministerium. Die Kosten für das gesamte System hatten sich bereits um fast 4 Milliarden auf knapp 20 Milliarden Kronen erhöht. 

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Letzte Änderung am Mittwoch, 15 November 2017 19:33

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