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Samstag, 10 Oktober 2020 14:00

Dänemark: 100 von 300 Loks und Triebwagen mit neuer Signaltechnik ausgerüstet

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Foto Arriva.

Das staatliche dänische Bahn-Infrastrukturunternehmen Banedanmark meldet Erfolge bei der Einführung der europäischen Bahn-Sicherheitstechnik ERTMS. Die neue Technik kommt aber erst spät nach Nordschleswig.

ertms kort 16 9 final 1 Vor über zehn Jahren haben Regierung und Folketing beschlossen, das dänische Eisenbahnnetz mit der modernen Signal- und Zugsicherungstechnik ERTMS auszurüsten. Vor einigen Jahren wurde noch mit Kosten in Höhe von 20 Milliarden Kronen für die Ausrüstung aller Bahnstrecken im Lande mit der neuen Technik gerechnet. Sie soll zu weniger Zugverspätungen, kürzeren Fahrtzeiten und dichterer Zugfolge beitragen. Es folgten Meldungen über Verzögerungen aufgrund technischer Probleme und auch die Kosten stiegen an. Nun meldet der zuständige staatliche Bahninfrastrukturbetreiber Banedanmark erste Erfolge.

300 Fahrzeuge werden aufgerüstet

Zum Monatsbeginn wurde das 100. Triebfahrzeug in Dänemark mit der Technik ausgerüstet, die an Triebwagen und Lokomotiven erforderlich ist, um digital mit dem ERTMS-System fahren zu können. 200 weitere Loks und Triebwagen müssen noch mit den komplizierten Anlagen für ERTMS-Steuerung versehen werden. Seit Jahren waren immer neue Schwierigkeiten und Mehrkosten aufgetreten, weil die Ausrüstung des rollenden Materials ebenso schleppend anlief wie die Montage entlang der Strecken. Bisher sind nur die Bahnstrecken Frederikshavn-Lindholm, Køge-Roskilde und Struer-Thisted aufgerüstet worden.

Hauptstrecken erst spät im Programm

Die Hauptstrecken werden erst Mitte der 2020er Jahre, teilweise noch später für die moderne Steuerung ertüchtigt. Als Problem erweisen sich dabei die vorhandenen elektrischen Oberleitungen, deren Magnetfelder die ERTMS-Technik stören.

Vor diesem Hintergrund bleibt auf Linien wie Kopenhagen-Aarhus noch viele Jahre die veraltete Sicherungstechnik in Betrieb. Zwischen Fredericia und Aarhus wird vor diesem Hintergrund die Streckenbegradigung samt Elektrifizierung und Ausrüstung mit ERTMS erst nach 2025 fertiggestellt. In Nordschleswig soll laut Banedanmark-Übersicht die Strecke Esbjerg-Bramming-Tondern (Tønder) bis 2026 mit ERTMS ausgestattet werden. Ebenfalls später als ursprünglich geplant.

Strecke Tondern-Niebüll bekommt neue Technik

Die Ausrüstung der Bahnstrecke Niebüll-Tondern mit ERTMS wird bereits von der NEG Niebüll als Eigentümerin vorbereitet. Dort hatte man sich beeilt, um eine Unterbrechung des grenzüberschreitenden Zugverkehrs zu vermeiden. Zwischen Sonderburg (Sønderborg) und Tingleff (Tinglev) sowie Pattburg (Padborg) will Banedanmark die Strecken bis 2027 mit der neuen Technik ausrüsten. Die neuesten DSB-Lokomotiven der Baureihe EB des Typs Vectron, von denen die ersten Exemplare von Siemens ausgeliefert worden sind, haben alle Einrichtungen für den Betrieb mit ERTMS-Technik. Diese Loks sollen künftig Schnellzüge zwischen Kopenhagen und Hamburg ziehen. Sie erreichen Tempo 200.

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