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Dienstag, 13 Oktober 2020 11:30

Frankreich: SNCF startet Zukunftsprojekt "Tous SNCF" im Rahmen des Plans "France relance"

Am 8. Oktober bestätigte der Verwaltungsrat der SNCF den neuen strategischen Rahmen des Konzerns. Diese Strategie berücksichtigt zwei Hauptaufgaben des SNCF-Konzerns: seine Rolle bei der nachhaltigen Erholung der französischen Wirtschaft zum Nutzen aller Gebiete und die Einhaltung ehrgeiziger finanzieller Ziele, um die Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit des Wirtschaftsmodells des Konzerns zu gewährleisten.

Die Ankündigung der Regierung am 3. September im Rahmen des Plans "France relance", den Bahnsektor mit 4,7 Mrd. EUR zu unterstützen, wovon 4,1 Mrd. EUR dem Tochterunternehmen SNCF Réseau zugute kommen sollen, zeigt, welche Bedeutung die Regierung dem Sektor der nachhaltigen Mobilität beimisst und stellt die SNCF in den Mittelpunkt der französischen Strategie zur Verringerung des CO2-Ausstoßes.

Wie alle Verkehrsunternehmen wurde auch die SNCF-Gruppe von der Gesundheitskrise hart getroffen, deren Auswirkungen mindestens bis Ende 2020 anhalten werden. Auf dem Höhepunkt der Krise haben die betrieblichen Auswirkungen beispielsweise zu einer Verringerung der TGV-, Transilien- und TER-Kapazitäten auf 7 %, 34 % bzw. 16 % des nominalen Angebots geführt. Auf finanzieller Ebene wurde die operative Marge (EBITDA) der SNCF Ende des ersten Halbjahres 2020 durch den Covid-Effekt um 3,2 Mrd. EUR verringert. Die Auswirkungen auf die operative Marge (EBITDA) dürften nach vorläufigen Schätzungen am Ende des Jahres 4 Mrd. EUR übersteigen.

Von Beginn der Krise an wurde ein außergewöhnlicher und proaktiver Aktionsplan aufgestellt, um die Auswirkungen der Gesundheitskrise auf die finanzielle Entwicklung der Gruppe zu mildern. Dieser Plan trug schnell Früchte, insbesondere dadurch, dass er es der Gruppe ermöglichte, ihren freien Cashflow Ende Juni um 1,1 Mrd. EUR zu verbessern. Ende 2020 sollten die durch diesen Plan erzielten Einsparungen im Hinblick auf den Cashflow 1,8 Mrd. EUR erreichen.

Das langfristige Vertrauen des Staates in den Eisenbahnsektor

Trotz dieses außergewöhnlichen Kontextes hat der Schienenverkehr noch immer ein enormes Potenzial für die regionale Entwicklung und den Kampf gegen den Klimawandel. Diese zentrale Rolle wird durch das Konjunkturprogramm gestärkt und bekräftigt, das ein Budget von 11,5 Mrd. EUR für den Verkehrssektor vorsieht, von denen 4,7 Mrd. EUR für den Bahnsektor bestimmt sind, und damit das Vertrauen der Regierung in die Zukunft einer nachhaltigen Mobilität bezeugen.

Diese Unterstützung wird insbesondere in Form einer Rekapitalisierung der SNCF SA in Höhe von 4,1 Mrd. EUR erfolgen, die der Infrastrukturmanagement-Tochter SNCF Réseau zugute kommt, dem Dreh- und Angelpunkt des französischen Eisenbahnsystems, um die Erneuerung des Netzes zu sichern und zu beschleunigen. Darüber hinaus werden 0,6 Mrd. EUR in Form von Haushaltsmitteln für den Eisenbahnsektor bereitgestellt, um insbesondere die Renovierung kleiner Eisenbahnstrecken und die für die Wiederbelebung von Nachtzugstrecken erforderlichen Investitionen zu unterstützen.

Jean-Pierre Farandou, Präsident und CEO der SNCF, sagte: "Wir sehen, wie sich die Planeten ausrichten: Viele Akteure glauben, dass die Schiene eine Zukunft hat und dass die SNCF über die Mittel verfügt, um die Herausforderungen des ökologischen Übergangs und der regionalen Entwicklung zu meistern. Die öffentliche Hand hat sich zu einem Sanierungsplan in Höhe von 4,7 Mrd. EUR verpflichtet, der zu der Schuldenübernahme in Höhe von 35 Mrd. EUR hinzukommt: Dies ist eine große Anstrengung aller für die Bahn, das französische Volk, die Eisenbahner und die SNCF. Die Franzosen empfehlen im Rahmen der Bürgerklimakonvention den Zug für den Personen- und Gütertransport. Sie wollen die Bahn. Schließlich strebt die Europäische Union mit dem Grünen Pakt eine Verdoppelung des Schienengüterverkehrs in zehn Jahren an, mit einem Programm zur Finanzierung der Infrastruktur".

Verpflichtung, die Ziele der Reform von 2018 zu erreichen

Die Unterstützung des Staates stärkt die SNCF bei der Verfolgung der großen strategischen Ziele, die bei der Verabschiedung des Gesetzes für einen neuen Eisenbahnpakt im Jahr 2018 definiert wurden. Somit bleibt die Gruppe weiterhin voll mobilisiert, um ihre industriellen Herausforderungen (Erneuerung des Netzes, Sicherheit, Pünktlichkeit und Fahrgastinformation) zu bewältigen. Der wirtschaftliche und finanzielle Aspekt ist ebenfalls eine Priorität, wobei sich die Bemühungen auf die Optimierung der Kostenstrukturen, die Verbesserung der Rentabilität und die Sicherung der Nachhaltigkeit der Finanzstruktur konzentrieren. In Übereinstimmung mit den Zielen der Reform von 2018 plant die SNCF-Gruppe, im Jahr 2022 einen positiven freien Cashflow und im Jahr 2023 ein Verhältnis Nettoverschuldung/EBITDA von weniger als 6x zu erreichen.

Ein "Relaunch" für die Zukunft

Der staatliche Sanierungsplan für den Schienenverkehr ist ein hervorragendes Sprungbrett für das strategische Projekt der Gruppe für 2030 mit dem Namen "Tous SNCF" (Alles SNCF). Der Plan zielt darauf ab, die Gruppe zu einem Weltmeister im Bereich der nachhaltigen Mobilität zu machen, sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr, mit einem Eisenbahnkerngeschäft und einem Referenzland, Frankreich. Internationale Entwicklungsziele werden unterstützt und selektiv für Keolis, einen Global Player im Nahverkehr, und Geodis, einen globalen Benchmark in der Logistik, ausgewählt. Diese beiden strategischen Vermögenswerte werden als Wachstumsmotoren für die Zukunft insbesondere zur Widerstandsfähigkeit und Rentabilität der Gruppe beitragen.

Dieses Projekt basiert auf 4 Kraftlinien:

Der menschliche Faktor: das Engagement der 275.000 Mitarbeiter. Die SNCF hat sich insbesondere zum Ziel gesetzt, 2030 zu den 10 größten Unternehmen zu gehören, denen gute Arbeit bestätigt wird und die Ausbildung zu fördern, indem sie 7 % ihrer Lohnsumme für die Entwicklung von Kompetenzen einsetzt.

Die Umwelt: Der Kampf gegen den Klimawandel ist eine Notwendigkeit. Die SNCF hat 10 Verpflichtungen und 25 Ziele definiert, die von der Reduzierung der Treibhausgasemissionen über Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt und der Kreislaufwirtschaft bis hin zum verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien im Energiemix des Konzerns reichen.

Innovation und Digitalisierung: Digitalisierung und Daten sind strategische Güter, die mehr denn je im Mittelpunkt der Kundendienstleistungen und Produktionsprozesse stehen (vorausschauende Wartung, autonome Züge usw.).

Regionen: Durch die Ernennung von 11 Regionalkoordinatoren baut die SNCF mit jeder Region eine territoriale Strategie auf, um ihre Rolle als wichtiger Partner für die lokalen Behörden und die Entwicklung der Eisenbahn, der Wirtschaft und der Beschäftigung in den Regionen zu stärken.

Die Gruppe richtet sich auf diese zukünftigen Ziele aus und stellt sich gleichzeitig den aktuellen Herausforderungen, wobei sie sich auf intakte Finanzierungskapazitäten und eine bewahrte Cash-Position mit einem Cash-Bestand von 6,0 Mrd. EUR und einer vollständig verfügbaren Kreditlinie von 3,5 Mrd. EUR stützt. Seit Anfang des Jahres hat die neue Signatur als Finanzemittent der SNCF SA (seit dem 1. Januar 2020 Muttergesellschaft des Konzerns) 4,3 Mrd. EUR auf den Anleihemärkten aufgenommen und damit das Vertrauen der Investoren in den SNCF-Konzern unter Beweis gestellt.

WKZ, Quelle SNCF

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