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Mittwoch, 14 Oktober 2020 13:15

Ungarn: 56 Vectron-Elektrolokomotiven erhielten die behördliche Zulassung zur Inbetriebnahme

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Foto RCH.

Nach den letzten behördlichen Prüfungen, Brems- und Laufproben sowie ECTS-Läufen, wurde das bisher umfangreichste ungarische behördliche Inbetriebnahmeverfahren für Lokomotiven abgeschlossen. Mit den geprüften 56 Lokomotiven können bereits mehr als 200 Vectron-Loks im ungarischen Schienennetz verkehren.

Die erforderlichen Prüfungen von 56 Lokomotiven der Baureihe Siemens Mobility 1293, in der Branche als Vectron bekannt, wurden in Ungarn von der Rail Cargo Hungaria organisiert und abgewickelt. Die äußerst komplexe Inspektion wurde in einer Rekordzeit von 13 Monaten durchgeführt, wobei Experten von dem Ministerium für Innovation und Technologie, der Generaldirektion für Infokommunikations- und Technologiesysteme der MÁV Zrt., Siemens Mobility Kft. und etwa sechs technologische Unternehmen reibungslos zusammengearbeiteten.

Die Hightech-Lokomotiven sind die einzigen in Europa, die auf dem Schienennetz von 20 Ländern verkehren können. Dieser Fähigkeit ist es auch zu verdanken, dass auf dem Kontinent bisher mehr als 850 Vectron-Loks eingesetzt werden. Die Traktionseigenschaften der Vectrons sind in ihrer Kategorie einzigartig: mit einer Anfahrzugkraft von 300 kN sind sie auch auf Strecken mit komplexen topografischen Bedingungen fähig Züge von bis 2200 Tonnen zu befördern. Unter den intelligenten Lösungen muss auch die Fähigkeit der automatischen Drehmomentverteilung hervorgehoben werden, durch die die Zugkraft unter den Achsen den Reibungsverhältnissen entsprechend verteilt wird. Die Gestaltung des Fahrzeuges ermöglicht, dass es neben ECTS (Europäisches Zugbeeinflussungssystem), mit dem das gesamte europäische Schienennetz ausgerüstet werden soll, auch mit den nationalen Class-B-Systemen einzelner Länder verkehrt.

Für die Abwicklung des Inbetriebnahmeverfahrens der Lokomotiven der Baureihe 1293 wurde die RCH von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) beauftragt. Die Experten des Unternehmens haben während der Testläufe etwa 5000 Kilometer zurückgelegt, und die Tätigkeit der teilnehmenden Fachorganisationen kontinuierlich koordiniert.

László Mosóczi, Staatssekretär für Verkehrspolitik des Ministeriums für Innovation und Technologie erläuterte, dass Spitzentechnologie auf Weltniveau in der ungarischen Bahntechnik immer mehr an Bedeutung gewinnt. Neben den SIEMENS Vectron-Loks ermöglichen die in Ungarn hergestellten IC+ Personenwagen für die ungarischen Marktteilnehmer, dass sie einen so groß wie möglichen Teil an internationalen Transporten haben können.

Bei der Zulassung der 56 Vectrons erbrachte auch die Eisenbahnbehörde eine hervorragende Leistung. Im Laufe des letzten Jahres mussten sie fast jede Woche die Prüfung eines Fahrzeuges durchführen.

Die modernen, innovativen Lösungen stellen die behördlichen Experten, die unter anderem auch an der Typenprüfung von Doppelstocktriebzügen und an der Zulassung von Tram-Trains arbeiten, immer vor neue Herausforderungen. Der Staatssekretär erinnerte daran, dass zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs die Regierung in den nächsten fünf Jahren Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen, in der Höhe von insgesamt fast 30 Mrd. HUF für den sog. Einzelwagenverkehr bereitstellen wird.

80% der RCH-Verkehre sind international, deshalb ist es von großer Bedeutung die Interoperabilität des Wagenparks kontinuierlich weiter zu entwickeln. Gleichzeitig hat das Unternehmen mit dem Inbetriebnahmeverfahren die Vorbereitung seiner Triebfahrzeugführer angefangen: bisher haben 115 Experten der Gesellschaft die Typenkenntnisse für Lokomotiven der Baureihe 1293 erworben.

Die ersten hochmodernen Fahrzeuge, die bereits Teil der Flotte sind, haben in den letzten Monaten ihre außergewöhnliche Zuverlässigkeit und Interoperabilität bewiesen. Die Vectron-Loks erhielten eine Schlüsselrolle bei der Verbesserung der Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Exporttransporte von ungarischem Getreide nach Italien. Aufgrund der, auf dieser Strecke typischen topografischen Bedingungen, wurden die Vectron-Lokomotiven von SIEMENS für den Transport von 2.200-Tonnen-Getreidezügen ausgewählt. Die Gesellschaft profitiert von den hervorragenden Fähigkeiten der neuen Triebfahrzeuge auch im Bereich der Holztransporte. In der wettbewerbsfähigen Abwicklung des jährlichen Transportauftrags von 100.000 Tonnen nach Italien spielten neben dem landesweiten Einzelwagenverkehr der Rail Cargo Hungaria auch die besonderen Fähigkeiten der Vectron-Lokomotive eine wichtige Rolle.

Die dieses Jahr bei der RCH im Dienst gestellten Vectron-Lokomotiven haben ihre Aufgaben ohne Störungen und Fehler erfüllt.

Pressemeldung Rail Cargo Hungaria

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