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Donnerstag, 15 Oktober 2020 07:10

Großbritannien: Weitere Kostensteigerungen für das Projekt HS2

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Fotos  HS2 Ltd.

Bereits vor fast einem Jahr hatte das "Oakervee-Review" gezeigt, dass das Budget für die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke HS2 nicht ausreichend wäre und in Zukunft voraussichtlich weiter nach oben korrigiert werden muss. Im Februar 2020 hatte die britische Regierung dann trotz der bereits bekannten Kostensteigerungen grünes Licht für das Projekt gegeben und einen Baubeginn für April 2020 angekündigt, der wegen der COVID-19-Krise jedoch erst im September erfolgte.

Nur einen Monat nach dem offiziellen Start der Bauarbeiten wurden schon jetzt weitere Kostensteigerungen für das Projekt HS2 bekannt. So soll die Umgestaltung des Bahnhofs Euston wahrscheinlich 400 Mio. GBP (ca. 440 Mio. EUR) mehr kosten als geplant, während die Entsorgung von Asbest auf den Baustellen entlang der neuen Strecke sich mit zusätzlichen 400 Mio. GBP auswirkt.

In der ersten halbjährlichen Aktualisierung, die seit der Genehmigung des gesamten HS2-Projekts jetzt bekannt gegeben wurde, erklärte der für HS2 zuständige Minister, Andrew Stephenson, dass neuer "Kostendruck" entstanden wäre. Stephenson betonte, dass das ständig steigende Budget für die Umgestaltung des Bahnhofs London Euston und die vorbereitenden Arbeiten innerhalb des Kontingents von 5,3 Mrd. GBP (5,84 Mrd. EUR) lägen, das für HS2 Ltd. freigegeben worden war. Die erste Phase der Arbeiten für die Strecke von London nach Birmingham würde somit innerhalb eines Gesamtbudgets von 44,6 Mrd. GBP (49,2 Mrd. EUR) bleiben.

Auch die Betriebsaufnahme von HS2 könnte sich weiter verzögern, warnte der Minister, begründet durch Auswirkungen von COVID-19 sowie einer verspäteten Fertigstellung der vorbereitenden Arbeiten an der Trasse. Die Strecke zwischen Old Oak Common in London und Birmingham Curzon Street soll zwischen 2029 und 2033 eröffnet werden, doch man versuche einen möglichst frühen Betriebsbeginn zu erreichen.

Die Kosten für Phase 2b zur Anbindung von Manchester und anderen Städte nördlich von Birmingham an die HS2-Achse könnten ebenfalls steigen, deutete Stephenson an und sagte, dass "die jüngsten Planungen einen weiteren Druck auf die neuesten Schätzungen nahelegen". Die Gesamtkosten für die Strecke, deren Verlauf im Norden noch nicht festgelegt sei, sollten innerhalb des Budgets von 98 Mrd. GBP bleiben. Führende Politiker aus Nordengland haben die Regierung erneut aufgefordert, den ursprünglich geplanten nordöstlichen HS2-Abschnitt von Birmingham nach Leeds beizubehalten, nachdem Spekulationen darüber geäußert wurden, ob Phase 2b möglicherweise vereinfacht oder sogar nie gebaut wird.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Quellen BBC, Gov.UK, The Guardian;

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