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Donnerstag, 15 Oktober 2020 09:00

Frankreich: 30 Mio. EUR für neue metropolitanische Expressdienste

In Strasbourg kündigte der für Verkehr zuständige Minister Jean-Baptiste Djebbari im Rahmen der Vorlage des Masterplans für den Großstadtschnellverkehr durch den Netzbetreiber SNCF Réseau am 12.10.2020 die Mobilisierung von 30 Mio. EUR im Rahmen des Sanierungsplans "France Relance" an. Mit diesen Mitteln sollen Vorbereitungsarbeiten für die Einführung von Eisenbahn-, TramTrain- oder Metro-Netzen des Typs "RER" in den wichtigsten französischen Ballungsgebieten in Angriff genommen werden.

Das Mobilitätsorientierungsgesetz (loi d'orientation des mobilités, LOM) unterstreicht die Notwendigkeit, in den großen Ballungsräumen und Metropolen Frankreichs auf der Grundlage des bestehenden Eisenbahnnetzes nach dem Vorbild der Pariser Region oder bestimmter ausländischer Metropolen bessere Alternativen zum Auto zu entwickeln. Das Verkehrsministerium wird im Rahmen des Sanierungsplans ein spezifisches Budget von 30 Mio. EUR mobilisieren, um die Umsetzung solcher "metropolitanen Expressdienste" (Services express métropolitains, SEM) zu beschleunigen.

Mit den zusätzlichen 30 Mio. EUR sieht sich der Staat auf dem besten Weg, das ehrgeizige Ziel einer Verdoppelung des modalen Anteils des Schienenverkehrs um die großen städtischen Zentren herum innerhalb von 10 Jahren durch die Schaffung attraktiverer Schienenverkehrsdienste zu erreichen. Für die Ballungsräume, die sich dafür entscheiden, sollen Projekte aufgebaut werden, die von allen Mobilitätsakteuren, insbesondere den Regionen und den für die Organisation der Mobilität zuständigen Behörden, gemeinsam getragen werden.

Vor diesem Hintergrund hat die Regierung SNCF Réseau mit der Ausarbeitung eines Masterplans für die SEM-Verbindungen mit häufigen Zügen den ganzen Tag über - jede halbe Stunde oder sogar jede Viertelstunde - beauftragt. Bis 2022 sollen große Städte und Metropolregionen Vorschläge unterbreiten, um "eine kohärente Investitionsstrategie umzusetzen, die den Einsatz technologischer Lösungen und die Entwicklung der Infrastruktur kombiniert". Nach dem Léman-Express zwischen Genf und Annemasse, der im Dezember 2019 eingeweiht wurde, haben in Frankreich bereits mehrere Metropolstädte die Diskussion eröffnet:

Eisenbahnstern Strasbourg: Der laufende Bau eines vierten Gleises zwischen Strasbourg und Vendenheim wird es ermöglichen, die Verbindungen nach Mommenheim und Haguenau bis 2022 auszubauen. Dieser Vorschlag im Wert von 117 Mio. EUR wird vom französischen Staat im Rahmen des CPER (Vertrag zwischen Staat und Region) mit 41 Mio. EUR finanziert.

Tram-Train Rouen - Elbeuf: Das Projekt einer Tram-Train-Verbindung ist seit 2007 angedacht, wurde jedoch durch die Petropolus-Raffinerie behindert. Seit der Schließung der Raffinerie bekräftigen die Bürgermeister von Petit- und Grand-Couronne die Notwendigkeit einer Eisenbahnverbindung nach vom Stadtzentrum Rouen nach Elbeuf. Das Projekt ist mit 200 Mio. EUR dotiert und könnte bestehende Infrastrukturen mit einer Endstation am linken Ufer benutzen, um den Bau einer Seine-Querung zu vermeiden.

Metro Nice - Monaco: Eine direkte U-Bahnlinie zwischen Nice Riquier und Monaco könnte das Bussystem auf eigener Fahrspur (Transports collectifs en site propre, TCSP) ersetzen oder vervollständigen, die Monaco von West nach Ost durchqueren sollte.

WKZ, Quelle Umweltministerium, ParisNormandie, Le Monde, Capital

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