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Montag, 19 Oktober 2020 08:00

Europäische Union: Lettland und Estland treten dem Güterverkehrskorridor Nordsee-Ostsee bei

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Foto LDZ.

Mit Lettland und Estland traten am 12.10.2020, fast fünf Jahre nach der Einrichtung des Korridors, zwei neue Länder offiziell dem Schienengüterverkehrskorridor Nordsee-Ostsee bei. Die Verbindung nach Rīga und Tallinn wurde Teil des europäischen Schienengüterverkehrskorridors, wodurch die bestehenden Güterverkehrswege gestärkt wurden.

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Grafik PKP PLK.

Der Schienengüterverkehrskorridor Nordsee-Ostsee (RFC NS-B) ist ein europäisches Projekt mit dem Ziel, die Attraktivität und Effizienz des Schienengüterverkehrs durch ein nahtloses und qualitativ hochwertiges Trassenangebot entlang des Korridors zu verbessern.

Die Führungsstruktur des RFC NS-B wurde erweitert, indem die Vertreter der Verkehrsministerien aus Lettland und Estland in das Executive Board und der lettische (VAS "Latvijas dzelzceļš") und estnische Infrastrukturmanager (AS Eesti Raudtee) sowie die lettische Zuweisungsstelle (AS "LatRailNet") in das Management Board des Korridors aufgenommen wurden.

Die Trassenführung des Korridors wurde von Kaunas (Litauen) nach Rīga (Lettland) und Tallinn (Estland) als Hauptstrecke und von Kaunas nach Vilnius (Litauen), Daugavpils und Krustpils nach Rīga (Lettland) als Umleitungsstrecke erweitert. Alle diese Strecken haben eine Spurweite von 1520 mm. Diese Schnittstelle zwischen Normal- und Breitspur wird zusammen mit der strategischen Lage Lettlands und Estlands zu einer besseren Anbindung der Europäischen Union an den Osten und Asien sowie zu offenen multimodalen Transportmöglichkeiten von den Ostseehäfen zu den Nordseehäfen beitragen.

Daher gehört der RFC NS-B zu den Korridoren mit dem größten Wachstumspotential durch die Bereitstellung von Transportdienstleistungen mit hoher Kapazität. Ab sofort kann Kapazität auf diesen Strecken auch über den One-Stop-Shop des korridors, die einzige Kontaktstelle für alle Korridoranfragen, angefordert werden.

Der Korridor ist auch dankbar für die finanzielle Unterstützung durch die Europäische Kommission, die diese Entwicklungen ermöglicht hat.

Mehr über den Schienengüterverkehrskorridor Nordsee - Ostsee

RFC NS-B wurde am 10. November 2015 gemäß der Verordnung (EU) 913/2010 über ein europäisches Schienennetz für einen wettbewerbsfähigen Güterverkehr eingerichtet. Mit der Erweiterung verläuft der Korridor nun durch acht EU-Mitgliedstaaten: Er beginnt in den Nordseehäfen Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam, Wilhelmshaven, Bremerhaven und Hamburg und erstreckt sich in Mitteldeutschland über Aachen, Hannover, Magdeburg und Berlin bis nach Warszawa und die polnisch-weißrussische Grenze in Terespol. Eine Zweigstelle führt von Magdeburg über Falkenberg und Dresden nach Praha. In Falkenberg beginnt der südliche Zweig in Polen nach Wrocław und Katowice. Eine weitere Zweigstelle führt von Warszawa nach Kaunas, dann nach Rīga und Tallinn.

RFC NS-B umfasst mehr als 8000 km Eisenbahnlinien und verbindet die wichtigsten Nordseehäfen mit Mitteleuropa und den baltischen Staaten als Eisenbahnbrücke zwischen Ost- und Westeuropa.

Die RFC NS-B Infrastruktur enthält:

• 4480 km Hauptstrecken,
• 2524 km Umleitungsstrecken,
• 1008 km Verbindungslinien,
• 950 km erwartete Haupt- und Umleitungsstrecken,
• 201 Terminals
• 12 Seehäfen: Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam, Wilhelmshaven, Bremerhaven, Hamburg, Rīga, Ventspils, Liepāja, Paldiski, Muuga und Sillamäe.

WKZ, Quelle UIC, PKP Polskie Linie Kolejowe S.A., LDZ

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