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Donnerstag, 22 Oktober 2020 14:00

Italien: Die Eisenbahnbrücke in Lecco

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Am Sonntag, dem 4. Oktober 2020 fuhr die 740.293 mit einem herrlich aussehenden Zug von Como nach Lecco in der Lombardei und überquerte dabei die Brücke über die Adda in Lecco, an diesem Tag ausnahmsweise sogar zweimal. Die Vorbereitungen für die Elektrifizierung und den Ausbau dieser Bahnlinie sind inzwischen in Angriff genommen worden, Grund genug für einen kurzen Besuch.

Wegen des Unwetters in Südfrankreich und Norditalien in den Tagen zuvor stand das Wasser im Fluss außergewöhnlich hoch; unangenehm für die Bewohner, aber gut zum Fotografieren. Am Tag selbst war es zumeist sonnig. In Lecco war von den durch das Wetter verursachten Schäden nicht viel zu spüren.

Der eingleisige Abschnitt wurde zwischen 1875 und 1888 als industrielle Verbindung zwischen den Städten Como und Lecco gebaut und am 20. November 1888 eingeweiht. In Albate-Camerlata, wenige Kilometer südlich von Como, zweigte die Linie von der schon damals bestehenden Verbindung zwischen Mailand und Chiasso ab. Von Albate sind es 42 km nach Lecco. Die Strecke wird von TreNord betrieben, dem 2009 von Trenitalia und der damaligen Ferrovie Nord Milano gegründeten Unternehmen für den Regionalverkehr in der Lombardei.

Die strategische Bedeutung dieser Eisenbahnlinie im Zweiten Weltkrieg erklärt die schweren Bombenangriffe auf Lecco. Dennoch sind die Brücken über die Adda, einschließlich der Eisenbahnbrücke, verschont geblieben. Grund dafür waren die angrenzenden Berge, die es den Bombern extrem schwer machten, richtig zu manövrieren. Die Wohngebiete um die Brücken waren jedoch stark betroffen.

Wegen der mangelnden Wartung und der abgelegenen Stationen wurde die Strecke, abgesehen von den Rushhours, nur spärlich genutzt, sodass jahrelang eine Schließung drohte. Trotzdem ist die Lage in Bezug auf den industrialisierten Norden Italiens und der Schweiz sehr günstig.

Mit der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2026 an Mailand wurde daher entschieden, die Strecke komplett zu modernisieren. Anfang September dieses Jahres wurde daher beschlossen, 1,4 Milliarden Euro für die Elektrifizierung und Modernisierung der Infrastruktur bereitzustellen. Damit wird die Strecke für Güterzüge zwischen Chiasso und Lecco befahrbar. Die Arbeiten in Como San Giovanni haben bereits begonnen.

Von der Gruppo 740 mit der Achsfolge 1'D wurden zwischen 1911 und 1923 470 Exemplare hergestellt. Die 740.293 (OM/Na 15/1920) gehört zu einer Gruppe von 15 Maschinen (740.279 - 740.293), die 1920 von der Firma Officine Meccaniche e Navali in Neapel an die Ferrovie dello Stato (FS) geliefert wurden.

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