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Freitag, 23 Oktober 2020 12:54

Österreich: Neuer Flussverlauf der Lavant entwickelt sich zu Naturjuwel

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Foto ÖBB/Zenz.

Vor zehn Jahren wurde im Rahmen der Koralmbahn-Baustelle die Lavant auf rund 1,4 km Länge verlegt. Mithilfe zahlreicher ökologischer Ausgleichsmaßnahmen entstand in der Zwischenzeit ein wahres Naturjuwel.

Die Koralmbahn zählt zu den größten Infrastrukturprojekten Europas. Damit Eingriffe in die Natur so schonend wie möglich bleiben, steht der Umweltaspekt bei den ÖBB auf einer Ebene mit der Wirtschaftlichkeit und Sicherheit. Um den zukünftigen Bahnhof St. Paul im Lavanttal vor Hochwasser zu schützen, musste die Lavant auf einer Länge von insgesamt 1,4 km neu verlegt werden. Dabei wurden auch eng miteinander verzahnte Stillgewässer geschaffen. Genaue Bepflanzungspläne und eine Vielzahl von ökologischen Begleitmaßnahmen sorgten dafür, dass sich innerhalb von zehn Jahren ein prächtiges Naturgebiet entwickeln konnte, das heute wertvollen Lebensraum für Flora und Fauna bietet

Heimat für viele Tierarten

Ein Vergleich aktueller Luftbilder mit Aufnahmen aus dem Jahr 2011 zeigt die erfreuliche Entwicklung. Das Flussufer und die angrenzenden Flächen bilden heute einen vielseitigen Naturbereich. Aufgrund der engen Verzahnung verschiedener Lebensräume (Gewässer, Wald, Offenland) haben sich hier eine Vielzahl an Brutvogelarten wie Flussregenpfeifer, Eisvogel oder Zwergdommel sowie zahlreiche "Durchzügler" wie die seltenen Zwergadler, Sumpfläufer und Zitronenstelze angesiedelt. Auch Biber, Kleintiere und gefährdete Fischarten, wie die Hundsbarbe/Semling, der Frauennerfling oder die Barbe haben hier eine neue Heimat gefunden. Besonders geprägt ist der Bewuchs von verschiedenen Weidenarten wie Silber- und Bruchweide, Schwarzerle, Schwarzpappel oder Stieleiche. Dazu kommen viele weitere heimische und standortgerechte Pflanzenarten, die gemeinsamen mit der ökologischen Bauaufsicht ausgewählt wurden.

Beeindruckende Entwicklung

ÖBB-Projektleiter Gerald Zwittnig: „Die Umlegung der Lavant zeigt, dass ein nachhaltiges Infrastrukturprojekt nicht gleichzeitig ein Verlust für die Umwelt sein muss. Der Umweltschutz liegt in der DNA der ÖBB. Daher ist es uns ein besonderes Anliegen, schützenswerte Gebiete zu wahren und Lebensräume zu rekultivieren. Wie sich die Natur innerhalb von zehn Jahren entwickelt hat ist beeindruckend. Hier wurde ein wichtiger Rückzugsort für Flora und Fauna geschaffen, der unberührt von Forst- und Landwirtschaft seinen eigenen Weg gehen kann.“

Pressemeldung ÖBB

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