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Samstag, 18 November 2017 09:37

Schweiz: Der trinationale Zug nimmt Fahrt auf - Interview mit Toni Häne, Leiter Verkehr bei SBB Personenverkehr

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Fotos Dario Haeusermann/SBB CFF FFS.

Ab 10. Dezember 2017 können Kunden mit dem Zug täglich direkt von Frankfurt/Main über die Schweiz nach Mailand reisen. Zudem feiern die DB und SBB das 25-jährige Bestehen der ICE-Verbindung von Deutschland in die Schweiz. Zur Lancierung haben heute Vertreter von SBB, DB und Trenitalia in Basel einen ETR 610 im Drei-Länder-Design auf den Namen Johann Wolfgang von Goethe getauft. Ein Interview mit Toni Häne, Leiter Verkehr bei SBB Personenverkehr.

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Toni Häne, Sie sind Leiter Verkehr bei SBB Personenverkehr. Welche Bedeutung hat diese trinationale Direktverbindung?

Sie ist ein Meilenstein. Die Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels im Dezember 2007 und die Eröffnung des Gotthard-Basistunnel Ende des letzten Jahres haben den grenzüberschreitenden Verkehr zwischen der Schweiz und Italien stark beeinflusst. Die Kunden profitieren von bis zu 30 Minuten Zeitgewinn auf beiden Achsen. Die Attraktivität für die Reisenden konnte enorm gesteigert werden. Ich freue mich besonders, dass wir nun diese beiden Erfolgsgeschichten verbinden und einen direkten Zug zwischen Frankfurt und Mailand lancieren können. Somit gewinnen auch Reisende zwischen Italien und Deutschland Zeit und müssen nicht umsteigen. Dieser Angebotsausbau ist ein Ergebnis langjähriger, vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen der SBB und ihren Partnern Deutsche Bahn und Trenitalia. Ich bin überzeugt, dass der komplexe grenzüberschreitende Bahnverkehr nur dann weiterentwickelt und verbessert werden kann, wenn die Bahnen eng miteinander kooperieren.

Die Verbindung wird mit einem Zug der SBB, einem ETR 610, gefahren. Weshalb gerade mit diesem Zug?

Der ETR 610 steht exemplarisch für die Überwindung eines noch immer stark national ausgerichteten Bahnsystems. Er überwindet verschiedene Stromarten, nationale Sicherungssysteme und Zulassungsrichtlinien. Wir freuen uns, dass wir das dank der gegenseitigen Unterstützung mit unseren Partnern geschafft haben. Der gebürtige Frankfurter Namensgeber unseres trinationalen Zuges – Johann Wolfgang von Goethe – wäre sicher einer unserer ersten Gäste auf seiner Reise durch die Schweiz nach Italien. Die Fahrt heute ist aber siebeneinhalb Stunden aber natürlich wesentlich schneller und bequemer als damals.

Was hat es mit Goethe als Namensgeber auf sich?

Goethe ist 1749 in Frankfurt geboren und war nach seinem ersten Aufenthalt in Italien ein bekennender Italien-Fan. Goethe unternahm auch immer wieder Reisen in die Schweiz. Deshalb haben wir uns für diesen Namen entschieden.

Auch gefeiert wurde heute 25 Jahre ICE in der Schweiz. Was bedeutet das für Sie?

Das ist eine Erfolgsgeschichte. Der ICE verbindet seit 25 Jahren mindestens einmal pro Stunde die Schweizerinnen und Schweizer mit einem ihrer beliebtesten Ferienländer – Deutschland. Und die Zahlen sprechen für sich: Jährlich nutzen heute über drei Millionen Reisende den ICE zwischen der Schweiz und Deutschland. Wir freuen uns, dass mit dem ICE4 künftig auch die modernen Züge der neusten Generation von der Deutschen Bahn für den grenzüberschreitenden Verkehr eingesetzt werden.

Pressemeldung SBB

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